Stand: 11.03.2010 14:20 Uhr

Namen - die Übersicht für den Buchstaben S

Sackmann

Telefonteilnehmer: 780

Streuung: Niedersachsen und Baden-Württemberg

Bedeutung: In erster Linie ist der Familienname Sackmann auf das mittelhochdeutsche Wort sacman beziehungsweise auf das mittelniederdeutsche Wort sackmann zurückzuführen. Beide bedeuten "Trossknecht, Stallknecht, Plünderer, Räuber". Im "Deutschen Wörterbuch" der Gebrüder Grimm ist zudem die Redewendung "den Sackmann machen" in der Bedeutung von "plündern, ausrauben" aufgeführt. Der Familienname Sackmann kann hiervon ausgehend als Berufsbezeichnung für den Trossknecht oder aber als Übername für einen Räuber oder eine raffgierige Person betrachtet werden.

Möglich ist auch die Ableitung vom Wohnstättennamen für den an der Flur namens Sack Lebenden. In Braunschweig gibt es zum Beispiel den Ortsteil Sack, abgeleitet von der Sackgasse. Ebenso kommt als Erklärung ein Herkunftsname für den aus Sack oder Sacka Stammenden in Frage.

Sage

Herkunft: Der Name kommt aus Oberschlesien, dort gibt es Mischformen deutscher und polnischer Namen. Heute liegt die Konzentration im Kreis Northeim und Holzminden, das heißt im niederdeutschen Bereich.

Bedeutung: Im Standardwerk von Zoder gibt es mehrere Erklärungsmöglichkeiten: Sage ist abgeleitet von Säge, die wiederum für den Waldarbeiter steht. Im Mittelniederdeutschen hieß "sage" zaghaft, furchtsam und feige.

Sagroll

Telefonteilnehmer: 5

Variante: Es gibt zwei Mal den Namen Zagroll.

Streuung: In Polen ist der Name unter 38,5 Millionen Einwohnern 24 Mal vertreten.

Bedeutung: Es handelt sich um eine schlesische Dialektform von "Zagral" oder "zagrać" im Sinne von "spielen, aufspielen", also um jemanden, der zum Tanz aufspielt.

Sakel

Herkunft: Die Vorfahren der Familie Sakel kommen aus dem Landkreis Osterode.

Häufigkeit: Der Name ist 66 Mal in Deutschland verzeichnet mit Konzentration zwischen Göttingen und Northeim.

Bedeutung: Der Name kommt aus dem Niederdeutschen, "Sake" bedeutet dort "die Sache". Mit der "Sache" kann auch ein Fall gemeint sein, ein Rechtstreit. Der Name Sakel ist also ein Übernahme für einen Rechtsanwalt. Das -el ist dabei eine Verkleinerungs- bzw. eine Koseform.

Salzmann

Häufigkeit: Der Name ist 2.600 Mal in Deutschland registriert.

Herkunft: Der Name ist hauptsächlich in Nordhessen gestreut.

Bedeutung: Der Name ist eine Berufsbezeichnung für jemanden, der mit Salz gehandelt hat, etwa ein Salzverkäufer, - bereiter, -fuhrmann oder Salzarbeiter.

Sameit

Telefonteilnehmer: Prof. Udolph findet 49 Telefonbucheinträge, darunter auch den Namen Sameith.

Varianten: Der Name Szameit lässt sich unter 40 Millionen Telefonteilnehmern in Deutschland mindestens 237 Mal und in der Schreibweise Sameith mindestens 57 Mal nachweisen.

Herkunft: Es handelt sich bei dem Namen Szameit um eine eingedeutsche Form, deren sprachhistorischer Ursprung in der litauischen Sprache liegt. Dabei lässt sich der Name Szameit auf den litauischen Namen Samaitis, eine patronymische Ableitung zum litauischen Namen Sãmas, zurückführen.

Bedeutung: Die litauische Namensform Sãmas geht auf den Rufnamen Samuel zurück, ein aus dem Alten Testament entnommener Name hebräischen Ursprungs in der Bedeutung von "von Gott gehört, bestimmt, sein Name ist Gott".

Sandig

Häufigkeit: Es sind 490 Telefonteilnehmer registriert. Die Variante Sändig gibt es mit einem Schwerpunkt in Sachsen 83 Mal. Die Variante Sendig gibt es 25 Mal, ebenfalls mit Schwerpunkt in Sachsen.

Streuung: Das absolute Zentrum liegt in Sachsen, im Landkreis Freiberg.

Bedeutung: Laut Gottschald ist das Wort sadre in der deutschen Namenkunde ein altes Wort für "wahr". Dazu gibt es alte Vornamen wie Sandebold, Sandebert, Sandheri und Sandrih sowie dazu gebildete Kurznamen. Im Duden zur Herkunft und Bedeutung von Familiennamen heißt es, dass es sich auch um den Wohnstättennamen sandig handeln kann, benannt nach der Bodenbeschaffenheit der Siedlungsstelle.

Saul

Telefonteilnehmer: 1.055

Streuung: Ostfalen, Unterelbe, Südhessen

Bedeutung: Zoder nennt drei Bedeutungsmöglichkeiten:

  • 1) der biblische Personenname Saul
  • 2) die Ortsnamen Saul in Schlesien und Saule im ehemaligen Posen
  • 3) ein Örtichkeits- oder Flurname für einen Ort zum Beispiel in der Säule oder in der Sumpflache.

Um diesen Namen zu erklären ist die Herkunft der Vorfahren besonders wichtig. Kommt der Vorfahre aus dem Rheinland, ist der biblische Name wahrscheinlich, da er dort durch das Christentum und den Glauben besonders verbreitet ist. Kommen die Vorfahren aus Schlesien, ist der Ortsname wahrscheinlicher.

Sauter

Herkunft: Der Name kommt häufig am Bodensee vor. Ursprünglich kommt der Name aus dem Lateinischen und ist verwandt mit dem Namen Suter im Mittelhochdeutschen.

Bedeutung: Suter stammt vom lateinischen "sutor" und heißt Schneider. Das lateinische "sutor" ist also ins Mittelhochdeutsche entlehnt worden und wurde dort zu Suter oder Sauter.

Schablon

Telefonteilnehmer: Die zwei Telefonteilnehmer mit diesem Namen leben in Hamburg und Northeim.

Herkunft: Der Name findet sich in abgewandelter Form vor allem in Polen wieder, und zwar als Szablan, Szablanowska, Szablanowski, Szablańczyk, Szabłońska und Szabłoński. Die meisten Namen gehören zu dem polnischen Wort "szabla" in Bedeutung von "Säbel". Das kann sich auf die Gestalt des Menschen beziehen oder darauf, dass der Namenträger ursprünglich Säbel hergestellt hat.

Schacht

Telefonteilnehmer: 3.300

Bedeutung: Die Umwandlung von "ft“ zu "scht" ist weit verbreitet, zum Beispiel "Kracht" für "Kraft", "Schacht" für "Schaft", "Stichtenot" für "Stiftenot" (Stiftsgenosse), "Achternbosch" für "Afternbusch" oder "Hechtedreger" für "Heftdrechsler". Dazu gehört auch "Schattschnieder" neben "Schachtschneider" oder "Schaftschnitzer" beziehungsweise der "Schatzschneider". Im Duden "Familiennamen. Herkunft und Bedeutung" heißt es, es handele sich um einem niederdeutschen Berufsübernamen zum mittelniederdeutsch Wort "schacht" in Bedeutung von "Schaft", einer geraden oder runden Stange. Der Lanzen- oder Speerschaft steht für den Drechsler, den Stangenschneider, den Hersteller von Lanzen- und Speerschäften.

Schallnat

Häufigkeit: Es sind 32 Telefonteilnehmer registriert.

Streuung: bunt in Norddeutschland

Varianten: Es gibt zehn Einträge mit dem Namen Schalnas(s) beziehungsweise Schalnaß.

Bedeutung: Es handelt sich um einen baltischen Namen, der im Wörterbuch der litauischen Familiennamen erklärt ist als: "Litauisch. Šalnáitis, Schalnat, Schallnat, šalnà steht für Reif, Rauhreif, Frost oder Nachtfrost, genauer der Spätfrost im Frühjahr oder der frühe Frost im Herbst." Es kann sich dabei um den Geburtstermin handeln, oder um einen kühlen Typen.

Schamlott

Telefonteilnehmer: 26

Streuung: Das Zentrum des Namens ist Braunschweig.

Bedeutung: Zoder sagt, es handele sich um einen Berufsnamen nach dem Gegenstand der Arbeit. Das mittelniederdeutsche Wort samelot steht für "Kamelot", einen Stoff aus Kamelhaar. Die Brüder Grimm nennen Kamelot im "Deutschen Wörterbuch" auch als kamelott und camelott für einen Stoff aus Kamelhaaren beziehungsweise einen meist halbwollenen Kleiderstoff.

Schamuhn

Herkunft: Der Hörer, der diese Namenanfrage hat, hatte bereits selbst recherchiert und festgestellt, dass alle jetzigen Schamuhns von einem Martin Schemmon abstammen. Damit hat er den wichtigsten Hinweis für die Nachforschung gegeben, denn so steht fest, dass Schemmon die Ursprungform des Namens war.

Bedeutung: In Polen gibt es eine Reihe ähnlicher Namen, zum Beispiel Szemon oder Szymon. Sie bedeuten Simon. Das Wort szemon gehört zu szymion. Es ist hebräisch und bedeutet Erhörung.

Scharenberg

Häufigkeit: Mit diesem Namen sind 318 Telefonteilnehmer registriert, hauptsächlich im Raum Ostfalen sowie bei Neuwied am Rhein.

Herkunft: Die Familie des Vaters soll aus der Gegend um Braunschweig kommen.
Zoder sagt, es gibt mehrere Orte mit diesem Namen in Schleswig Holstein und im Rheinland. Außerdem gibt es eine Burg Scharenburg bei Lengde an der Oker, die inzwischen zu einer Wüstung geworden ist. Es gibt auch einen Flurnamen bei Braunschweig und einen Flurnamen Scharrenberg bei Seerau südlich von Hitzacker.

Bedeutung: Prof Udolph neigt aufgrund der Streuung des Namens zu der Erklärung, die auch in einem Buch von M. Wiswe steht. Dort heißt es, dass Schar mittelniederdeutsch ist und steil, abfallend oder abschüssig bedeutet. ("Die Flurnamen des Salzgittergebietes", Rinteln 1970, Seite 370)

Scharnke

Herkunft: Die Familie des Namenträgers stammt aus Oberschlesien, so dass der Name aus dem deutsch-polnisch-tschechischem Sprachgebiet stammen könnte.

Varianten: Prof. Udolph findet insgesamt 201 Vertreter der Varianten Scharna, Scharnik, Czarniuk, Czarnke, Czarnkowska, Czarnkowski und Czarnek.

Bedeutung: Am wahrscheinlichsten ist für Prof. Udolph die polnische Varainte "czarny" in Bedeutung von "schwarz" oder das tschechische Wort "černy", die beide die Haarfarbe des ursprünglichen Namenträgers beschreiben.

Schaumkessel

Häufigkeit: In Deutschland ist der Name 84 Mal registriert.

Bedeutung: Gottschald und Brechenmacher haben den Namen bereits behandelt. Sie sagen, dass es sich um einen Übernamen sein für einen Koch oder einen Schwätzer beziehungsweise Schaumschläger handeln kann.

Schellknecht

Häufigkeit: Der Name ist 81 Mal in Deutschland vorhanden.

Herkunft: Schwerpunkte des Namens sind Leipzig, Erfurt, Nordhausen und Kyffhäuser, das heißt das Zentrum des Namens ist Thüringen.

Bedeutung: Rudolph Zoder hat den Namen bereits erklärt: Knecht ist das Grundwort und muss näher bestimmt werden, und zwar in Kombination mit dem Wort schälen. Schälen ist ein Wort für Hengst oder Zuchthengst. In dem Wort Schälen steckt "Skelo", ein althochdeutsches Wort für Hoden. "Skelo" verändert sich später zu "schäl". Der Schellknecht ist also jemand, der sich um die Zuchthengste gekümmert hat.

Schenderlein

Telefonteilnehmer: 148

Streuung: Die Zentren des Namens sind Sachsen und Sachsen-Anhalt.

Varianten: Es gibt 72 Mal den Namen Zschenderlein mit der gleichen Streuung. Es handelt sich also um eine Schreibvariante des Namens Schenderlein.

Bedeutung: Zoder sagt, Schenderlein sei ein Übernamen zu dem mittelhochdeutschen Wort "schender" in Bedeutung von "Schänder", also eine Bezeichnung für jemanden, der andere in Schande bringt.

Scherenschlich

Telefonteilnehmer: Es gibt 32 Mal den Namen Scherenschlich beziehungsweise Scherenschlicht.

Bedeutung: Bei Scherenschlich handelt es sich um einen Satznamen: "Schere schlecht" oder "Schere schlicht". Schere steht für "schneiden". Der Name könnte also einen Schneider bezeichnen, der schlecht oder schlicht schneidet, also eher einfache Kleidung herstellt. Die Bedeutung des Namens ist aber nicht eindeutig zu klären.

Schicksnuss

Häufigkeit: Mit dieser Schreibung gibt es den Namen in Deutschland gar nicht, mit einem s am Ende nur elf Mal. Auch bei den Mormonen gibt es dazu keinen Eintrag.

Herkunft: Eine Variante des Namens, der Abänderung des ck im Namen Schicksnuss zu einem einfachen k, ergibt sich: Der Name kommt aus Ostpreußen, ist aber in der Schreibung mit ck nicht baltisch, könnte allerdings eingedeutscht sein. Mit den Varianten in der Telefon-CD gibt es viele Hinweise auf den Ursprung des Namens. Es gibt die baltische Variante "Schickschneid" oder "Schicksnius" oder "Schiksnuss". Für Professor Udolph ist das ein eindeutiger Hinweis darauf, dass der Name baltischen Ursprungs ist.

Bedeutung: Im Wörterbuch der litauischen Familiennamen gibt es den Hinweis auf ähnliche Namen wie "Schicksnas" oder "Schicksnelias" - alle haben die gleiche Bedeutung: Schikschnius ist der "Riemer" oder der "Sattler", also eine Berufsbezeichnung.

Schidniogrotzki

Häufigkeit: Mit dem Namen Schidniogrotzki sind vier Telefonteilnehmer eingetragen. In Polen ist der Name Schidniogrotzki unter 38,5 Millionen Einwohnern kein einziges Mal bezeugt. Auch der Eintrag Grotzki ist nicht zu finden. Da es die Endung -zki im Polnischen nicht gibt, sucht Prof. Udolph nach Grodzki.

Bedeutung: Es handelt sich um die Ableitung eines Ortsnamens Żmigród bei Krosno.

Schiefelbein

Herkunft: Der Name stammt aus Pommern. Es gibt den Orstnamen Schivelbein im Kreis Belgard, Wojewodschaft Koszalin/Köslin, auf den der Familienname Bezug nimmt. Er ist seit 1280 in der Schreibung Schiuelben überliefert. Der Ortsname geht ursprünglich auf den Namen der Burg Schivelbein zurück - der Burgenname ist hier also auf den Ortsnamen übergegangen. Die heutige polnische Ortsnamenform lautet Świdwin.

Bedeutung: Die Bedeutung des Namens ist nicht eindeutig zu klären. Es gibt Hinweise darauf, dass es sich bei Schivelbeim um eine niederdeutsche Bezeichnung für eine Beinkrankheit von Pferden handelt oder aber der Name mit "schivelhaftig" in Bedeutung von "scheibenrund" zu tun hat. Es handelt sich wahrscheinlich um eine scheibenrunde Rodung für eine Ortschaft.

Das Grundwort "bahn" geht zurück auf das mittelhochdeutsche Wort "ban(e)" beziehungsweise das mittelniederdeutsche Wort "bân" und ist eine häufige rheinische Flurnamenbezeichnung. Es ist zurückzuführen auf die Grundbedeutung "Hieb, Schlag"und bezeichnete ursprünglich einen durch den Wald geschlagenen Weg. Später wurde die Bedeutung allgemein für einen künstlichen Weg verwendet. Im Bonner Raum gilt "Bahn" als Synonym für "Schneise".

Schierhölter

Telefonteilnehmer: 26

Streuung: Osnabrück, Münster, Ruhrgebiet

Varianten: Es gibt 45 Mal den Namen Schierhold(t) und 392 Mal die Variante Schierholz.

Bedeutung: Die Endungen "-schier" und "-sche(e)r" bezeichnen ein häufiges norddeutsches Flurnamenwort, das als Grund- und Bestimmungswort vorkommt. Das Wort basiert wohl auf dem niederdeutschen Wort "scheer", "scheren" oder "schier(e)" in Bedeutung von "Grenze, Grenzdistrikt, Scheide; rein, klar". Es ist vergleichbar mit dem mittelniederdeutschen Wort "schar" als Bezeichnung für "Schneise", das altfriesische "schâr" als "Scheidung, Grenze", das mittelhochdeutsche "schêre" für "Zwischenwand", "schêren" für "einteilen, abteilen, zerteilen, trennen" und niederdeutsch "schîren" für "abteilen". Holt ist niederdeutsch und steht für den Wald. Der Wald beschreibt also eine Grenze, der Familienname heißt so viel wie "am Grenzwald gelegen".

Schillingmann

Telefonteilnehmer: 38

Streuung: Emsland, Osnabrück

Bedeutung: Der Familienname Schilling ist auf das mittelhochdeutsche Wort "schillinc" und das mittelniederdeutsch Wort "schillink" in Bedeutung von "Schilling" zurückzuführen und wird vom Namenforscher Kohlheim als Name nach der Zins- oder Abgabeverpflichtung erklärt. Der Schilling, gotisch schon bekannt als "skilliggs", angelsächsisch als "scilling", althochdeutsch als "skillink, schilling", mittelniederdeutsch als "schildink", neuniederdeutsch als "schilling", mittelniederländisch als "schellingh", neuniederländisch als "schelling" und altfriesisch als "skilling, schilling, skilleng", ist ein mit dem Suffix -ing gebildetes Wort, dessen Stamm vermutlich im Verb "schellen, schallen" in Bedeutung von "klingen" nachweisbar ist.

Das Wort ist nicht nur in den germanischen Sprachen bekannt, sondern zeigt ebenso eine allgemeine Verbreitung im Slawischen. Grundsätzlich bezeichnet der Schilling laut der Brüder Grimm im "Deutschen Wörterbuch" eine "Münze von wechselndem Wert", zunächst "das hellklingende Geldstück aus Gold oder Silber, den solidus, im Gegensatz zur Kupfermünze, dem Pfennig (denarius)". Die Bedeutung des hellen Klangs des Edelmetalls spiegelt sich im Friesenrecht wieder, "wo der Einnehmer bei der Steuerabgabe des Klang des Schillings durch zwölf Fächer hören musste, wenn er gelten sollte". In älterer Zeit war der Schilling meist der achte oder zwanzigste Teil eines Pfundes, nimmt aber allmählich im Wert ab und wird bald auch aus Kupfer hergestellt.

Zusammenfassend kann der Familienname Schilling am ehesten ein Übername nach der Abgabe zu dem alten Münzbegriff Schilling sein.

Schiminsky

Telefonteilnehmer: 7

Streuung: Der Name taucht bunt gestreut wie ein Flickenteppich auf.

Varianten: Es gibt 97 Mal den Namen Schiminski. In Polen ist der Name unter 38,5 Millionen Einwohnern sechs mal bezeugt als Schimanski, elf Mal als Schimińska, sechs Mal als Schimiński, einmal als Schymonska, fünf Mal als Szymin und 14 Mal als Szymiński.

Bedeutung: Der Name Symanowski beziehungsweise die ältere Variante Szymanowski lässt sich als Herkunftsname zu dem polnischen Ort Szymanowo erklären. Ferner kann dem Namen Symanowski oder Szymanowski auch der Ortsname Szymanowice zu Grunde liegen, der ebenfalls zahlreich in Polen vorkommt. Die Vielzahl der zu Grunde liegenden Ortsnamenformen spiegelt sich noch heute in der Häufigkeit des Familiennamens Szymanowski in Polen wieder, wo dieser insgesamt 5.343 Mal existiert.

Die Häufigkeit dieser Ortsnamen liegt schließlich darin begründet, dass ihnen allen der Name des Ortsgründers zu Grunde liegt, und zwar in der Bedeutung "Ort oder Siedlung eines Szyman". Es handelt sich hierbei um den christlichen Taufnamen Simon, polnisch Szymon beziehungsweise Szyman, der ein aus der Bibel entlehnter Name hebräischen Ursprungs ist. Dort ist er als "Schimon" zu finden in der Bedeutung von "er, Gott, hat gehört".

Schimmann

Telefonteilnehmer: 20

Streuung: Der Name ist bunt gestreut.

Bedeutung: Schimmann gehört zu Simon, Schimon, Schimanski und ähnlichen Namen. Der Name Simon stammt von dem hebräischen Shim'on in Bedeutung von "erhören", "hörend".

Schlappkohl

Telefonteilnehmer: 29

Herkunft: Laut familysearch.org stammt die Familie aus Schleswig-Holstein.

Bedeutung: Die Endung "-kohl" ist abgeleitet von "-kegel" oder "-kugel". Es ist die mittelhochdeutsche Bezeichnung für eine "Kapuze an Rock und Mantel, die über den Kopf zu ziehen ist" oder für den Mantel mit einer solchen Kapuze selbst. Im Schwäbischen Wörterbuch ist "Gugel, Gogel" als "Kappe, Kapuze, Kapuzenmantel" noch verzeichnet. Der Teil "Schlapp-" bezeichnet eine Art Schlapphut, also die genaue Form der Kapuze. Der jeweils erste Namensträger wurde also nach einem durch seine Färbung auffälligen und hervorstechenden Kleidungsstück, einem roten spitzen Hut oder einer Kapuze, benannt.

Schlemmel

Telefonteilnehmer: 12

Herkunft: Die Einträge in der Mormonendatei familysearch.com weisen auf eine Herkunft aus Polen hin.

Bedeutung: Die Deutung des Namens ist schwierig. Wenn das Polnische die Erklärung liefern sollte, dann müsste es sich um eine Ableitung von "szlemię" oder "ślemię" in Bedeutung von "Balken, Querholz, Losholz" handeln. Prof. Udolph denkt eher an das jiddische Wort "Schlemihl" beziehungsweise "Schlemiel" im Sinne von "Pechvogel".

Schlicks

Telefonteilnehmer: 3

Streuung: Bremerhaven und Mecklenburg-Vorpommern

Varianten: Den Namen Schlick gibt es in Österreich 278 Mal. Er taucht als Familienname unter anderem bei den Salzburger Exulanten auf.

Bedeutung: L. Ziller liefert in "Die Salzburger Familiennamen", Salzburg 1986, Seite 216, eine Ableitung vom mittelhochdeutschen Wort "slic" in Bedeutung von "Bissen, Schluck, Trunk", verwandt mit dem deutschen Wort schlecken.

Schliebener

Telefonteilnehmer: 80

Varianten: Es gibt 90 mal die Variante Schliebner.

Herkunft: Ein deutliches Zentrum findet sich für die Formen Schliebener und Schliebner in Brandenburg und um Berlin. Als Herkunftsname lässt sich der Familienname Schliebe und seine Nebenformen auf die Ortsnamen Schlieben im Elsterland, Kreis Elbe-Elster (Brandenburg), und im Kreis Angerapp (Ostpreußen) zurückführen. Der Ortsname Schlieben, nördlich von Herzberg gelegen, ist 973 als Zliuuini, 1181 als Zliv, 1228 als Sliwne, 1238 als Zliwin, 1377 als Sliwen und 1501 als Schlieben belegt.

Bedeutung: Der Name lässt sich auf die altsorbische Grundform "Slivn" zurückführen, am ehesten auf "Slivno", "Slivna" oder "Slivina", agbeleitet von "sliva" in der Bedeutung von "Pflaumenbaum". Die Namen kennzeichnen einen Ort, an dem es viele Pflaumenbäume gibt.

Schlieper

Telefonteilnehmer: 839

Bedeutung: Schlieper ist die niederdeutsche Version des Berufsübernamens Schleifer für zum Beispiel Messer- oder Scherenschleifer.

Schlimme

Telefonteilnehmer: 384

Streuung: Das Zentrum des Namens liegt bei Hannover, Braunschweig und Göttingen.

Bedeutung: Zoder sagt, Schlimme sei ein mittelniederdeutsches beziehungsweise hochdeutsches Wort im ursprünglichen Sinne von "schief, krumm, nicht richtig, verkehrt, elend, schlecht, niedrig, moralisch schlecht". Der ursprüngliche Namenträger war wahrscheinlich von schiefer Gestalt; vielleicht hatte er einen Buckel.

Schlörke

Telefonteilnehmer: 30

Herkunft: Der Name stammt aus Ostfalen.

Bedeutung: Zoder sagt, Schlör sei ein Übername zu "slor" im Sinne von "langsamer, träger Gang". "De olde slor" bedeutet so viel wie "Schlendrian". Im Mittelhochdeutschen gibt es auch "slur" für den "Herumstreifer, Faulenzer".

Schlumbohm

Häufigkeit: In Deutschland gibt es den Namen 140 Mal; Schwerpunkt ist Hamburg und die Nordheide.

Bedeutung: Die Streuung zeigt, dass es sich um einen regional begrenzten Name handelt, das heißt der Name ist ein Dialektwort, das in einem bestimmten Gebiet begrenzt ist. Aus Braunschweig kommt das Dialektwort "Schlumbum", was soviel wie "unordentlich angezogener Mensch" bedeutet.

Schlunk

Häufigkeit: Der Name kommt 61 Mal in Deutschland vor, hauptsächlich in Brandenburg, Sachsen und Thüringen.

Herkunft: Die Familie kommt aus Konitz, Westpreußen. Es gibt keine Konzentration, was für eine Umsiedlung aus Polen nach 1945 spricht.

Bedeutung: Im Slawischen gibt es das Verb "slencec", das "brüten, ausbrüten, absitzen" bedeutet. Der Name Schlunk steht als Übername für jemanden, der sitzt und sitzt und nicht nach Hause geht.

Schmees

Telefonteilnehmer: 198

Streuung: Eine absolute Häufung des Namens gibt es im Emsland.

Bedeutung: Zoder sagt, Schmees sei ein Berufsname, entstanden aus Sme(d)es, später S(ch)mees, und heißt niederdeutsch smed in Bedeutung von "Schmied".

Schmolke

Häufigkeit: Unter 40 Millionen Telefonteilnehmern (Stand 1998, neuere CD-ROMs sind aus Datenschutzgründen schlecht zu verarbeiten) ist der Name in Deutschland 1.097 Mal bezeugt.

Streuung: Die Verbreitung zeigt, dass der Name vor allem in Norddeutschland häufig ist.

Herkunft: Dennoch ist der Name nicht deutschen Ursprungs, sondern er geht auf das slavische und vor allem auf das polnische Wort smola zurück, abgeleitet von dem Namen Smolensk.

Bedeutung: Das russische Wort smolá steht für "Harz, Pech, Teer", smol für "Rußschwärze". Ukrainisch smol'á, weißrussisch smol', altrussisch smola, bulgarisch smolá, serbisch und kroatisch smòla bedeutet "Pech". Das slovenische smóla, tschechische smola und smůla, slovakische smola, polnische smoła, ostsorbische smoła und niedersorbische smóła steht für "Harz, Hölle, Ofen".

Der Namenträger hatte also etwas mit der Herstellung von Teer zu tun.

Schnaars

Telefonteilnehmer: 298

Bedeutung: Es gibt das mittelniederdeutsche Wort "snar, snarre" in Bedeutung von "schnurgerade, schlank" beziehungsweise "hurtig, geschwind". In Mundart-Wörterbüchern taucht das Wort "snar" übersetzt als "schlank, fettlos, hurtig, geschwind, schnell, hager, dürre" auf. Zoder sagt zudem, es könnte sich um einen Übernamen entweder zum mittelniederdeutschen Wort "snare" im Sinne von "Saite einer Harfe" handeln, oder um den Übernamen von "snare" in Übersetzung von "Schwiegertochter".

Für Prof. Udolph ist es am wahrscheinlichsten, dass es sich um die Bedeutung "schlank, schnurgerade, dürre" handelt und damit die Körpergestalt des ursprünglichen Namenträgers beschreibt.

Schnapp

Telefonteilnehmer: 420

Bedeutung: Wahrscheinlich stammt der Name ab vom mittelhochdeutschen Wort "snapp(er)" oder "snepper" in Bedeutung von "Schwätzer, Streiter". Das Motiv der Schwatzhaftigkeit scheint auch in solchen Familiennamen wie Schnabel, Schwätzer, Rabbelmund, Schnapp, Schnappauf, Klapperer, Schwaderer und Schlotter durch.

Schneemelcher

Häufigkeit: Den Familiennamen Schneemelcher gibt es nur vier Mal in Deutschland.

Herkunft: Die Mormonendatei familysearch.org gibt die Herkunft des Namens aus Preußen und Quedlinburg an.

Varianten: Der Familienname ist aus dem Namen Schneemilch hervorgegangen. Schneemilch gibt es in Deutschland 89 Mal, vor allem im Harz, in Thüringen und in Süd-Niedersachsen.

Bedeutung: Die Familiennamen Schne(e)mil(i)ch sind Varianten aus Schlemilch, dem mittelhochdeutschen Wort "slegemilch" mit der Bedeutung "geschlagene Milch, Buttermilch". Der Name ist daher wohl ein Berufsname und benennt eine Person, die Sahne, Buttermilch oder Butter herstellt.

Schneider

Bedeutung: Der Name ist eine Berufsbezeichnung, die zum Namen geworden ist. In Norddeutschland ist der Schneider Schröder.

Schnepel

Telefonteilnehmer: rund 500

Streuung: Ostwestfalen, südliches Niedersachsen, Schleswig-Holstein

Bedeutung: Zoder sagt, Schnäpel könne ein Übername sein:
1. Das mittelniederdeutsche sneppel steht für eine Fischart: Schnäpel (core gonus oxyrhynchus), Rheinanke.
2. Das mittelniederdeutsche snep(p)el bedeutet "Schnipfel, Zipfel".
Der Fisch hat ein schnabelartig hervorragendes, kegelförmiges Maul. Nach dieser Ähnlichkeit könnte der Name als Spitzname für einen Menschen mit auffallend langer Spitznase oder spitz auslaufender Schädelbildung entstanden sein.

Schnetkamp

Telefonteilnehmer: 10

Streuung: Emsland, Oldenburg

Bedeutung: Niederdeutsch bedeutet snede-kamp "Grenzfeld" oder "Feld an der Grenze". Mittelniederdeutsch steht snede für "Schneide, Schnitt, Grenze, Grenzzeichen".

Schnieders

Bedeutung: Der Name ist eine niederdeutsche, patronymische Bildung zu "snieder" oder "snider" in Bedeutung von "Schneider".

Schnirring

Telefonteilnehmer: 62

Streuung: Den Namen gibt es vor allem in Stuttgart und Umgebung.

Bedeutung: Brechenmacher erklärt, Schner(r)ing, Snarring oder Snarung könne vom mittelhochdeutschen "schnerren" kommen und schwatzen bedeuten. Das ist für Prof. Udolph die am ehesten richtige Erklärung, sicher ist er sich hier jedoch nicht.

Schnörwangen

Telefonteilnehmer: 9

Varianten: Schnörwagen und Snörwangen

Streuung: Der Name ist hauptsächlich zwischen Bremerhaven und Oldenburg verbreitet.

Bedeutung: Der Namensteil "wang" bedeutet "Weide, Weideland". Ebenfalls gibt es den Ort Wangen im Allgäu, Ellwangen und Feuchtwangen. Im Niederdeutschen, bei Bremen, stehen "wang" und "wank" für "waldlose Hügellehne, offenes Weideland". Der Namensteil "snor" bedeutet "Schnur", benannt offenbar nach der Gestalt des Weidelandes.

Schoenbeck, von

Telefonteilnehmer: Es gibt 705 Schoenbecks.

Streuung: Vor allem Nordosten Deutschlands.

Varianten: Es gibt 17 Mal den Namen Schönbäck, 53 Mal Schönbeck, 24 Mal Schönböck und davon abgeleitet drei Mal Schönebeck.

Bedeutung: In Süddeutschland heißt Beck oder Bäck "Bäcker". In "Müllers großes deutsches Ortsbuch" finden sich auch die Gemeinde Schönbeck, die Orte Neu Schönbeck (Amt Woldegk, Kreis Mecklenburg-Strelitz) und Schönbeck (östliches Neubrandenburg).

Im Internet stößt Prof. Udolph auf folgenden Eintrag: "Die Gruft scheidet sich in zwei gewölbte Räume. In der ältern, mehr zurück gelegenen Gruftkammer befinden sich die Särge der alten Familie von Schönbeck, die schon um 1510 Tamsel und Warnick von dem Johanniterorden zu Lehn trug."

Prof. Udolph geht davon aus, dass es sich bei dem Namen um einen Ortsnamen handelt und findet einen Ort in Mecklenburg-Strelitz von 1170 bis 1572.

Die Herkunft des Ortsnamens ist schöner Bach.

Schohaus

Telefonteilnehmer: 30

Herkunft: Auf Familysearch.org ist die Herkunft des Namens aus Rheine belegt. Der älteste Beleg des Namens stammt aus dem Juli 168 und nennt einen Bernadus Schuhaus.

Bedeutung: Die Erklärung zu Schohaus kommt von Zoder: Es handelt sich um einen Örtlichkeitsnamen. In einem Schuhhaus, mittelniederdeutsch "schohus" und "schohof", wurden Waren abgelegt und gleichzeitig verkauft. Es war eine Art Gildehaus der Schuhmacher, das sich unter anderem auch in Münster befand. Der Vorfahre der Familie lebte entweder in oder in der Nähe dieses Schuhhauses.

Schönekäs

Telefonteilnehmer: 106

Streuung: Südniedersachsen, Eichsfeld

Varianten: Schönkäs, Schönkäse

Bedeutung: An die Bedeutung "macht schönen Käse" glaubt Prof. Udolph nicht und erinnert sich an den Namen Schönpflug. Dieser Name konnte hergleitet werden von Scheu(d)enpflug in Bedeutung von "scheu den PflugQ und steht für einen faulen Bauern beziehungsweise für einen Menschen, der keinen Käse mag. Siehe auch A. Heintze, P. Cascorbi: "Die deutschen Familiennamen", 7. Auflage, Halle/Saale 1933, unter dem Stichwort "scheuen".

Schönewolff

Telefonteilnehmer: Einschließlich der Variante Schönewolff gibt es den Namen 331 Mal.

Bedeutung: Zoder glaubt, Schönewolf stamme von einem Personennamen. "Wolf" ist dabei mit dem Übernamen "schön" verbunden. Gottschald leitet den Familiennamen von einem Personennamen aus "schön" und "Wolf" ab.
Prof. Udolph glaubt, das "-e" in Schönewolf hat eine wichtige Bedeutung, denn mit ihm wird aus dem Namen ein Satzname wie "Schinde den Wolf" als Bezeichnung für einen Draufgänger.

Schoppe

Telefonteilnehmer: rund 1.000

Streuung: hauptsächlich Ostfalen

Bedeutung: Zoder sagt, der Name könne

  • ein Örtlichkeitsname zum mittelniederdeutschen Wort schoppe in Bedeutung von "Schuppen, Scheune" sein.
  • ein Ortsname sein, zum Beispiel Schoppen bei Malmedy im ehemaligen Rheinland und heutigen Belgien.
  • ein Berufsname nach dem Gegenstand der Arbeit sein beziehungsweise ein Übername nach dem auffallenden Kleidungsstück. Schoppe steht dabei für eine Joppe, ein kurzes Oberkleid.
  • ein Personenname wie Schöpe sein.

Prof. Udolph distanziert sich von der Erklärung des Namens als Übername nach einem Kleidungsstück. In diesem Fall müsste der Name weiter verbreitet sein. Die Variante des Ortsnamen bei Malmedy hält er ebenso für unwahrscheinlich, weil die Streuung nicht dazu passt. Vermutlich handelt es sich bei dem Namen um die Ableitung von einem Vornamen. Schoop, Schopp, Schoppein in Bedeutung für "Schöpfkelle" steht für jemanden, der eine Schöpfkelle herstellt.

Schrader

Häufigkeit: Der Name ist 8.215 Mal in Deutschland registriert mit einer Konzentration in Ostfalen.

Bedeutung: Auf der Suche nach einer Nebenform zur Erklärung des Namens stoßen wir auf Schröder; dieser Name hat die gleiche Bedeutung wie Schrader, allerdings in einem anderen Kernland, nämlich in Norddeutschland. Deutung von Schröder: Schrot und Schrott, d.h. kleine Teile. Das Altwort dafür ist Scrotan = schroden = schraden = schneiden. Schröder ist also Schneider, Schrader in Ostfalen ebenfalls Schneider.

Schrimper

Telefonteilnehmer: 47

Streuung: Ostwestfalen, benachbartes Niedersachsen

Bedeutung: Zoder sagt, Schrimpf sei ein Übername zu dem mittelhochdeutschen Wort "schrimpf" in Bedeutung von "Schramme, kleine Wunde". Im Wörterbuch der Brüder Grimm heißt es, "schrimpf" sei ein "Zustand des schrimpfens, eingehens durch zusammenziehen". Das mittelhochdeutsche "schrimpf" als Hautwunde oder Schramme passt laut Prof. Udolph jedoch nicht. Der Name ließe sich eher ableiten vom mittelniederdeutschen Wort "schrimpen" in Bedeutung von "Nase rümpfen" oder vom hochdeutschen Wort "rümpfen", verwandt mit "schrumpfen".

Schritt

Telefonteilnehmer: 88

Bedeutung: Familysearch.org zeigt, dass es einen Zusammenhang zwischen dem Namen Schritt und dem Ort Tiegendorf gibt. Aus dem Ort Tiegendorf sind viele Familien mit dem Namen Schritt in die Ukraine ausgewandert. Das bringt Prof. Udolph auf die Idee, dass es sich um Mennoniten handeln könnte. Diese lebten ursprünglich in niederdeutschem Sprachgebiet, in Friesland. Mittelniederdeutsch bedeutet "schridde" "Bettler, Landstreicher".

Schrobsdorff

Telefonteilnehmer: Es gibt 46 Einträge unter den Namen Schrobsdorf beziehungsweise Schrobsdorff.

Streuung: Brandenburg, Ostfalen

Bedeutung: Zoder sagt, es gebe einen Ortsnamen, eine Wüstung namens Schrobsdorf bei Niemegk im Kreis Wittenberg.

Schröter/Schrötter

Häufigkeit: Der Name ist in Süddeutschland rund 400 Mal vorhanden.

Bedeutung: Schrötter gehört zum mittelhochdeutschen Wort schrotaere und heißt soviel wie: "der, der Wein- und Bierfässer auf- und ablädt, sie in den Keller bringt und aus demselben holt".

Schrumpf

Häufigkeit: Der Name ist 421 Mal in Deutschland zu finden, die höchste Konzentration des Namens liegt in Südwestthüringen, im Wartburgkreis.

Bedeutung: Im Wartburgkreis gibt es ein Wort aus dem Mittelhochdeutschen: Schrimpf oder Schrimpfe bezeichnen eine Schramme, ein Kratzer oder ein Ratscher. Der Vorfahre hat seinen Namen vermutlich bekommen, weil er eine auffällige Wunde gehabt hat.

Schuckmann

Telefonteilnehmer: 200

Streuung: Der Name kommt im Grenzgebiet vom mittelhochdeutschen zum niederdeutschen Sprachgebiet vor.

Bedeutung: Schuckmann ist der Berufsname Schumann in der sogenannten hyperkorrekten Form. "Schuhmacher" heißt im Niederdeutschen "Schomaker" und im Mittelhochdeutschen "Schuochmann". Der ursprüngliche Namensträger war vermutlich jemand, der des Niederdeutschen nicht mächtig war, aber die Veränderung von "machen" zu "maken"kannte. So hat er aus dem "Schumann" ein "Schuckmann" gemacht.

Schukraft

Häufigkeit: Mit diesem Namen sind 133 Telefonteilnehmer registriert.

Streuung: Das Zentrum des Namens ist Heilbronn.

Varianten: Es taucht zwölf Mal die Variante Schuhkraf auf.

Bedeutung: Brechenmacher sagt, Schu(h)kraft sei entstellt aus Schuhgraf. Das ist der Vorsteher der Schuhmachergilde, siehe auch den Eintrag bei Brechenmacher zu Spielgraf. Der Vorfahre war also Vorsteher der Schumachergilde.

Schultalbers

Telefonteilnehmer: 8

Bedeutung: Der Namen muss geteilt werden in Schult(e) und Albers. Albers stammt von dem Personennamen Adalbert. "Adal" bedeutet "edel" oder "Adel", "bert" steht für "brecht" beziehungsweise "berühmt". "Schult" wiederum stammt von Schultheiß. Das ist jemand, der Schuld heißt, also Recht spricht.

Schulz

Bedeutung: Schulz ist eine Kurzform von Schultheiß und bedeutet "eine Schuld heißen" oder "eine Schuld zusprechen". Ein Schulz, Scholze oder Schultheiß war also ein Richter.

Schuppenies

Häufigkeit: Mit diesem Namen gibt es 27 Telefonteilnehmer.

Streuung: Der Name ist bunt in Norddeutschland. Das könnte ein Hinweis auf Vertreibung, Flucht oder Umsiedlung sein.

Varianten: Die Variante Schupnis taucht drei Mal auf.

Herkunft: In der Mormonendatei bei familysearch.org gibt es 16 Mal Schuppenies, alle stammen aus Ostpreußen.

Bedeutung: Wahrscheinlich ist der Name litauisch und stammt von dem Familiennamen Šupenis, Šupienis ab. Das litauische šiupienis steht für Erbsenbrei, einem litauischen Fastnachtsgericht. Der Vorfahre kann dieses Gericht besonders gern gekocht oder gegessen haben, so dass er darauf hin seinen Namen bekam.

Schurwanz

Telefonteilnehmer: 98

Streuung: Der Name taucht bunt gestreut wie ein Flickenteppich auf.

Herkunft: Einträge aus der Mormonendatei familysearch.org zeigen, dass der Name aus Polen stammt.

Bedeutung: Im polnischen Original heißt der Name Czerwoniec. Das polnische Wort "czerwony" bedeutet "rot". Der Familienname liefert vermutlich einen Hinweis auf die Haarfarbe des Vorfahren.

Schüßler

Häufigkeit: Den Namen gibt es 4.000 Mal in Deutschland, vor allem in und südlich von Darmstadt. Damit kann der Name nicht niederdeutschen Ursprungs sein.

Bedeutung: Der Name ist ein Berufsname: Schüßler ist ein "Schüsselmacher".

Schweinebart

Häufigkeit: In Deutschland gibt es den Namen 34 Mal.

Bedeutung: Der Name ist ein alter germanischer Personenname. Der "-bart" im Familiennamen stammt von "bert"; das heißt berühmt. "Schwein-" stammt vom gotischen Wort "Swind" und steht für stark, kräfig, geschwind. Swindbert ist also die Grundlage des Namens, der sich zu Schweinebart verändert hat.

Schweinsteiger

Herkunft: Der Name stammt von dem Ort Schweinsteig, südlich von Rosenheim, ab.

Bedeutung: Steig stammt aus dem Mittelhochdeutschen und bedeutet in diesem Zusammenhang Stall. In dem Ort Schweinsteig spielte also ein Schweinestall eine größere Rolle.

Schwirner

Telefonteilnehmer: 23

Streuung: Der Name ist bunt in Deutschland verstreut, offenbar durch Umsiedlung, Vertreibung oder Flucht.

Bedeutung: Es handelt sich um die Eindeutschung eines polnischen Namens. Die Grundlage für diesen Namen zu finden ist schwierig, denn im Polnischen gibt es mehrere Möglichkeiten, aus denen das deutsche "Sch-" entstanden sein könnte, zum Beispiel Sw-, Zw-, Św-, Źw-, Szw-. Am ehesten bietet sich zwierz an, das bedeutet "Tier".

Schwudke

Varianten: Der Name Schwuttge ist 13 Mal bezeugt. Er ist nicht zu trennen von Schwuttke, der 18 Mal auftaucht, und Schwutke, den Prof. Udolph 43 Mal findet.

Bedeutung: Es liegt ein slavischer Name vor, der eine vor allem im schlesischen Dialekt die typisch polnische "o"-Färbung für ein ursprüngliches "a" enthält. Zugrunde liegt das sorbische beziehungsweise polnische Wort "swat" in Bedeutung von "Brautführer". Also von jemandem, der eine Hochzeit ausrichtet oder durch Heirat verwandt wird, zum Beispiel ein Schwager oder ein Schwiegersohn. Der ursprüngliche Namenträger wurde vielleicht mit "Schwager" angeredet. Der Name entwickelte sich später zu den Familiennamen Swat, Schwutt, Schwudtke und Schwudke.

Seeba

Häufigkeit: Der Name ist 99 Mal in Deutschland registriert, mit einer Streuung in Ostfriesland.

Herkunft: Die Familie ist bereit 1586 in Norden, Ostfriesland, ansässig. Es gibt auch den Namen Sebas mit seinem Zentrum im Alten Land.

Bedeutung: Seeba ist eine Kurzform von Sebaud oder Zeboud. Diese Kurzform ist eine Weiterentwicklung aus dem germanischen Vornamen Sigibald. Sigi stammt von dem Begriff "Sieg", -bald bedeutet so viel wie kühn. Es handelt sich also um die Kurzform eines alten Vornamens, der zum Nachnamen geworden ist.

Seebaum

Häufigkeit: Es sind 23 Telefonteilnehmer registriert.

Streuung: Der Name taucht vor allem im Kreis Hameln-Pyrmont und Holzminden auf.

Varianten: Die Variante Seebohm gibt es 72 Mal, vor allem im Wesergebiet und in Hamburg.

Bedeutung: Zoder sagt, Seebo(h)m könne ein Örtlichkeitsname oder auch ein Berufsname sein. Das mittelniederdeutsche "bom" heißt Baum. Vielleicht handelte es sich um einen Schlagbaum, im Zusammenhang mit dem Meer vielleicht um einen Schlagbaum vor dem Hafen. Es könnte aber auch ein Personenname sein, entstellt aus dem ursprünglichen Seeboden. Das "d" fällt aus und wird zu Seebom oder Seebohm. In dem Fall wäre der Ursprung der germanische Name Sigibod. Da sich Seeboden als Familienname nicht zu finden ist, handelt es sich vermutlich doch eher um einen Örtlichkeitsnamen zu See-bom: "am See stehender Baum".

Seeboth

Telefonteilnehmer: 154

Bedeutung: Es handelt sich um einen Personennamen, zusammengesetzt aus den Stämmen "sig" und "bot". "Sig" bedeutet "Sieg". "Bot" hat etwas zu tun mit "etwas zu sagen haben", zum Beispiel Gebote oder Verbote aussprechen oder Nachrichten oder Botschaften übermitteln.

Seehausen

Herkunft: Verbreitung des Namens um Hannover und das Steinhuder Meer sowie im Eichsfeld. Es gab mal einen Ort Seesenhusen - dieser ist verschwunden. Seesenhusen ist also eine Wüstung, lag aber nachweislich nordöstlich von Dudensen bei Hannover.

Bedeutung: Seehausen ist ein Ortsname, aus dieser Wüstung stammen die Namensträger Seehausen.

Sellenschlo(h)

Telefonteilnehmer: 15

Varianten: Professor Udolph sucht nach ähnlich Namen mit der Endung schlo, um herauszufinden, wie er den Teil des Namens erklären könnte. Er findet: Seldenschlo (4), Sellenschlo (18), Sellenschloh (14).

Streuung: Bei familysearch wird deutlich, dass der Name am häufigsten in Hamburg und Schleswig-Holstein gestreut ist.

Bedeutung: Die Variante Seldenreich ist als "selten reich" zu erklären; Seldenschlo(h) wäre dann: selten schlau.

Semblat

Häufigkeit: Prof. Udolph hat auf der Internetseite "Notre famillie.com" nachgesehen, um auf Namenträger in Frankreich zu stoßen. Dort gibt es den Namen 98 Mal, es handelt sich also definitiv um einen französischen Namen.

Herkunft: Hugenotten könnten die Vorfahren der Namenträger sein, denn Preußen hat sie bei ihrer Flucht aus Frankreich aufgenommen, und die Familie stammt aus Ostpreußen.

Bedeutung: Sembel ist der Wortstamm des Nachnamens Semblat. Sembel könnte eine "Zimbel" sein, ein Instrument, das auf der Jagd benutzt wird, um das Wild aufzuscheuchen. Eine zweite Bedeutung des Wortes "Sembel" ist aber auch Betrug, Täuschung oder Lockung.

Sempf

Telefonteilnehmer: 222

Streuung: Der Name hat sein Zentrum in Ostpreußen.

Bedeutung: Der Name gehört zu dem Wort Senf, in der Umgangssprache stets Sempf. Zoder erklärt, Senf(f) sei ist ein Berufsname nach dem Gegenstand der Arbeit zu dem mittelniederdeutschen Wort "sennep" oder "sennip" in Bedeutung von "Senfmüller" oder "Senfhändler".

Senftleben

Häufigkeit: Senftleben gibt es 895 Mal in Deutschland.

Herkunft: Ein Zentrum des Namens liegt im östlichen Deutschland.

Bedeutung: Andere Wissenschaftler, wie Rudolph Zoder, haben bereits eine Erklärung des Namens gefunden: Er ist eine Nebenform von "Sanftleben". Das bedeutet: sanftes, friedliches, bequemes Leben, das heißt, der Vorfahre hatte keine Probleme, sondern ein leichtes Leben.

Senne

Telefonteilnehmer: 326

Streuung: Schaumburg, Minden-Lübbecke

Bedeutung: Zoder bietet folgende Erklärungsmöglichkeiten an:

  • Der Name ist ein Befufsname zu "senne" oder "senn". Es ist ein Berufsname nach dem Gegenstand der Arbeit. Das mittelniederdeutsche Wort "senne" bedeutet "Sehne, Bogensehne".
  • Der Name ist ein Örtlichkeitsname zu "senne". Der Begriff steht für eine Alpenweide oder für einen langen Heidestreifen südlich des Teutoburger Waldes.
  • Der Name ist ein Ortsname, abgeleitet vom Ort Senne, der mehrfach in Lippe, Westfalen, nachgewiesen ist.
  • Es handelt sich um einen Personenname, genauer um die Kurzform von Sennecke. Diese Variante hält Prof. Udolph allerdings für eher unwahrscheinlich.

Sensenhauser

Häufigkeit:15 Mal in Deutschland

Herkunft: Es gibt zwei Formen des Namens, die parallel zueinander vorkommen: Sensenhauer und Sensenhauser. Sensenhauser muss der Herkunftsname von Sensenhaus sein. Das sind Orte bei Köln.

Bedeutung: Bei Köln gibt es die Bezeichnung Sensenhaus auch für ein Haus, in dem Sensen aufbewahrt werden. Prof. Udolph geht aber davon aus, dass der Ursprung des Namens Sensenhauer ist, der Name also vom Berufsnamen abstammt. "Hauer" bedeutet "verfertigen", Vorfahren hatten Beruf des Sensenschmiedes.

Serafin

Telefonteilnehmer: 261

Herkunft: In Polen ist der Name unter 38,5 Millionen Einwohner 13.960 Mal zu finden.

Bedeutung: "Seraphin" ist hebräisch und bedeutet "die Leuchtenden, Brennenden; Engel".

Siebels

Telefonteilnehmer: 430

Streuung: Ostfriesland

Bedeutung: Bei Zoder heißt es, Siebel sei ein Personenname aus Sigbald oder Sigbold. Dieser Name ist zusammengesetzt aus Sig in Bedeutung von "Sieg" und bald oder bold in Bedeutung von "kühn". Zu diesem Personennamen kommt das s als patronymische Bildung. So wird aus Siegbald die kurze Form Siebel plus -s.

Siebenhühner

Häufigkeit: Unter 38 Millionen Telefonteilnehmern in Deutschland nur 49 Mal vertreten.

Herkunft: Konzentration in Thüringen.

Bedeutung: Vorfahre fiel auf, weil er sieben Hühner hatte. Wo das Motiv der Namengebung liegt, ist unklar, auffällig war lediglich, dass ein Vorfahre sieben Hühner gehabt haben muss.

Siedbürger

Herkunft: Der Ursprung des Namens liegt in Hannover.

Bedeutung: Prof. Udolph sucht die Bedeutung des Namens daher im Niederdeutschen. Das Grundwort des Namens ist Bürger, das Bestimmungswort "-sied". In Ortsnamen bedeutet "-sied" "niedrig gelegen". In diesem Fall nimmt "niedrig" Bezug zum Stand in der Gesellschaft. Der Siedbürger ist also jemand, der im Stand niedriger angesiedelt ist als ein "normaler" Bürger.

Siedschlag

Häufigkeit: Der Name ist 152 Mal in Deutschland vorhanden. Brandenburg und Schleswig Holstein sind die Kerngebiete des Namens, scheinen sich aber in Richtung Osten, nach Polen oder Pommern weiter auszudehnen.

Bedeutung: Den Teil "-schlag" kennt Prof Udolph als Bezeichnung für Grenze oder Schlagbaum; das Wort kommt häufig in Flurnamen vor. In Pommern kann das Slawische eine Rolle spielen, es gibt einen Vorschlag von Rudolf Zoder: Entweder enthält der Name "Schlag" im Sinne von "Abschnitt" oder es ist eine Umwandlung des tschechischen Wortes "sedlac" in Bedeutung von "Bauer".

Da aber aufgrund der Streuung kein tschechisches Wort in Frage kommt, ist die Deutung nicht richtig. Es müsste ein polnisches Wort geben, dass sich im Grenzgebiet Pommern zu einem deutsch-polnischen "Mischwort" verändert hat - allerdings ist das ursprüngliche Wort nicht zu finden. Auf alle Fälle spielt der Bauer, "sedlac" in der Bedeutung des Namens eine Rolle.

Simke

Telefonteilnehmer: 120

Bedeutung: Eine Erklärung des Namens findet sich bei W. Wenzel in "Niedersorbische Personennamen aus Kirchenbüchern des 16. bis 18. Jahrhunderts", Bautzen 2004: Die Varianten Symk(e), Zimcke, Simcke, Zimpke, Simcke, Symko und Symak stehen in Zusammenhang mit den Vornamen Simon, Simeon und Shimmon.

Sinram

Herkunft: Der Name geht zurück auf einen alten Vornamen, gut bezeugt bei E. Förstemann, "Altdeutsches Namenbuch", Band 1, Personennamen, Bonn 1900, Spalte 1343: Beginnend mit dem 8. Jahrhundert sind die Namen Sinthramnus, dann Sinthram, Sindrammus, Sintera und Sindram nachgewiesen.

Bedeutung: Dem Namen liegt das germanische sinþ oder sind zu Grunde in Bedeutung von "Weg, Reise, Heereszug". Es ist aber auch aber bezeugt in Gesinde als "Begleitung" und in hraban als "Rabe". Die beiden Glieder waren bei den Germanen bis etwa zum vierten Jahrhundert wohl sinnvoll aufeinander bezogen, wurden aber später oft rein mechanisch miteinander kombiniert.

Skerra

Herkunft: Die Heimat des Namens soll Ostpreußen sein. Damit kommen als Ursprungssprache Deutsch, Slawisch oder Baltisch in Frage. Fast alle Skerras sind in Posen zu Hause.

Bedeutung: Skerra scheint nicht die ursprüngliche Version des Namens zu sein. Es kann sich auch um einen polnischen Name handeln, der eingedeutscht wurde.
Der Ursprung kann Skierra gewesen sein; das ist die echt polnische Version. Im Polnischen gibt es das Wort Skierz, das bedeutet übersetzt Schlingel, Range, Wildfang, ausgelassener Knabe, Lump, Halunke oder Schuft.
Der Name ist ein Wort, das sich auf eine Eigenschaft männlicher Personen bezieht.

Smoes

Telefonteilnehmer: 21

Streuung: Der Name taucht hauptsächlich bei Minden und Nordhorn auf.

Bedeutung: In F. Debrabanderes "Woordenboek van de familienamen in België en Noord-Frankrijk" findet sich die Erklärung: Es handelt sich um die verkürzte Form des Namens "Uit Smols", der in der Langversion "van de Mol" heißt. Das bedeutet so viel wie "aus der Mühle".

Snethlage

Telefonteilnehmer: 25

Bedeutung: Es handelt sich um einen Ortsnamen mit der Endung "-lage" oder "-loge". "Sneth" ist die niederdeutsche Variante zu "schneiden". In diesem Fall bedeutet das "Grenze, Grenzgebiet zu einem '-lage'-Ort". Der Vorfahre hat also in einem Ort gelebt, der an einer Grenze gelegen war und demnach Snethlage hieß.

Soermann

Telefonteilnehmer: 4

Varianten: Es gibt 226 Mal den Namen Suermann. Er taucht vor allem in Ostwestfalen auf.

Bedeutung: "Soermann" heißt "der im Süden Wohnende".

Sommermeyer

Telefonteilnehmer: 172

Bedeutung: Es handelt sich um einen zusammengesetzten Namen, denn es gab viele Meyers, die unterschieden werden mussten. Der "Meyer" ist ein Verwalter, jemand, der etwas zu sagen hat. Der Teil "Sommer" kann mehrere Ursprünge haben: jemand, der im Sommer seine Abgaben eintrieb, jemand, der im Sommer geboren ist, jemand, der ein sonniges Gemüt hatte, jemand, der auf der Sonnenseite des Lebens stand, jemand, der einen Hof besaß oder zum Beispiel jemand, der bis zum Abend in der Sonne lag.

Sonnenberg

Telefonteilnehmer: etwa 2.000

Streuung: Der Name taucht in ganz Norddeutschland auf.

Bedeutung: Der Name stammt überall von einem Orts- oder Flurnamen ab. Die Bedeutung ist entweder "sonniger Berg" oder "möge der Ort mit Sonne gesegnet sein".

Sorge

Telefonteilnehmer: rund 1.300

Herkunft: Laut einem Nachweis aus dem Jahr 1899 stammen die Vorfahren aus Posen.

Streuung: Der Name taucht deutlich gehäuft in den neuen Bundesländern auf.

Bedeutung: Der Name steht für "einen mit Sorgen beladenen Menschen".

Soyk

Telefonteilnehmer: 26

Streuung: Der Name taucht bunt gestreut in Norddeutschland auf.

Varianten: Es gibt 92 Mal den Namen Soyk mit ähnlicher Streuung und 23 Mal die Variante Soik rings um Böhmen. In Polen ist der
Name bezeugt als Soika, Sojk und Sojka.

Bedeutung: Bei Rymut sind die Einträge soja, sojka und sójka in Bedeutung von "Eichelhäher" zu finden. Der Alarmruf dieses Vogels besteht aus einem unüberhörbaren rauen, kreischenden Rätschen.

Specka

Telefonteilnehmer: 95

Streuung: Der Name ist bunt gestreut wie ein Flickenteppich.

Herkunft: Laut familysearch.org stammt der Name aus Ostpreußen.

Bedeutung: Das litauische Wort "spèkà" bedeutet "Kraft, Stärke, Macht". Damit gibt der Name einen Hinweis auf körperliche Stärke. Möglicherweise handelt es sich um einen Übernamen für einen Raufbold.

Speiel

Telefonteilnehmer: Prof. Udolph findet nur zwei Einträge in Celle und Stormarn.

Varianten: Es gibt 86 Mal den Namen Speil mit bunter Streuung.

Bedeutung: Im "Deutschen Wörterbuch" der Brüder Grimm steht: "SPEIL = splitter, span, zwickel, keil; hoch- und niederdeutsch verbreitetes mundartliches wort - in Kärnten speil, holzsplitter. hessisch als spile, von einem steckholze für das befestigen von gefachen eines hauses oder ein dünner zugespitzter holzspan zum schlieszen und aufhängen der würste, spreizen der räucherfische".

Der Vorfahre hatte also mit so einem Speil zu tun und trägt daher den Familiennamen.

Spittler

Telefonteilnehmer: 372

Streuung: Der Name ist in Deutschland hauptsächlich im Süden zu finden, wo das Krankenhaus Spital genannt wird, und er taucht in der Schweiz auf.

Bedeutung: Spittler ist ein Berufsname, der im Mittelhochdeutschen "Spitalmeister" lautet. Der Namenträger war ursprünglich jemand, der als Verwalter ein Spital, ein Hospital, ein Krankenhaus geleitet hat.

Spitzenberger

Herkunft: Die Streuung des Namens zeigt, dass es eine bayerisch-österreichische Verbindung gibt, denn dort ist das Zentrum des Namens.

Bedeutung: Es gibt einen Ort Spitzenberg im bayerischen Feiung, das heißt der Namenträger kam aus dem Ort Spitzenberg. Als er den Ort verließ, war er ein Spitzenberger. Der Ursprung des Ortsnamens lautet: "Es wohnte jemand an einem spitzen Berg".

Spohn

Häufigkeit: Der Name ist 854 Mal registriert.

Streuung: Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz

Varianten: Es gibt einmal den Namen Span.

Bedeutung: Soweit mit Spohn wechselnd, gehört Spa(h)n stets zum mittelhochdeutschen span. Mittlniederdeutsch ist spon der Holzspan. Der Name ist ein Übername, der Menschen kennzeichnet und im übertragenden Sinn "körperlich geringer Mensch" bedeutet.

Spörck

Telefonteilnehmer: 29

Varianten: Es gibt 34 Mal den Namen Spörk.

Bedeutung: Zoder hat mehrere Erklärungsversuche, die er vom Namen Spörecke ableitet:

  • Es könnte sich um einen Berufsnamen zum mittelniederdeutschen Wort "spore" handeln.
  • Es könnte ein Örtlichkeitsname zum mittelniederdeutschen Wort "spor" in Bedeutung von "Spur, Fuß- oder Wagenspur" sein.
  • Es könnte ein Übername aus dem Westfälischen sein im Sinne von "spröde, hart, trocken".

Für am wahrscheinlichsten hält Prof. Udolph die Ableitung vom Namen Spohr als Berufsname nach dem Gegenstand der Arbeit. Er wird abgeleitet von dem mittelniederdeutschen Wort "spore". Der Namenträger war damit ursprünglich ein Sporenmacher.

Sporleder

Häufigkeit: Den Namen gibt es 384 Mal in Deutschland, vorrangig im Weserbergland, Bodenwerder und Bremen. Die meisten Namensträger gibt es im Landkreis Holzminden.

Herkunft: Da der Name vorwiegend im ostfälischen Raum auftaucht, ist sein Ursprung niederdeutsch.

Bedeutung: Rudolf Zoder hat den Namen bereits in seinem Standardwerk erklärt. Es handelt sich dabei um ein Leder zum Anschnallen des Sporns. Der Vorfahre war also ein Sporenmacher.

Sprankel

Telefonteilnehmer: 40

Bedeutung: Zoder liefert mehrere Erklärungsmöglichkeiten: zum einen "Sprang" als Örtlichkeitsname zu dem mittelniederdeutschen Wort "sprank" im Sinne von "Sprung, Quell", zum anderen das mittelhochdeutsche Wort "spranke" in Bedeutung von "Heuschrecke"als Übername. Brechenmacher sagt, das niederdeutsche Wort "Spranke" sei ein Übername für einen unruhigen, beweglichen Menschen. Prof. Udolph schließt sich Brechenmachers Meinung an. Demnach bezeichnete Sprankel ursprünglich einen hibbeligen Menschen, einen Zappelphilipp.

Spratte

Herkunft: Die Vorfahren stammen aus dem hessisch-westfälischen Grenzgebiet, aus dem nordhessischen Korbach.

Bedeutung: Sprotte ist das niederdeutsche Wort für Sprosse, wie Leitersprosse. Im sprachlichen Grenzbereich Hessen-Westfalen wird das "o" in Wörtern gerne zu "a" umgebilidet, so dass aus Sprotte ein Spratte wird. Der Name Spratte ist demnach ein typisch nordhessischer Name, denn nur hier gibt es diese Umdeutung von Buchstaben. (In Niedersachsen hieße der Name Sprotte.) Wahrscheinlich handelt es sich um jemanden, der Leitersprossen hergestellt hat.

Spritulle

Varianten: Spritualla und Spritulle gehören eindeutig zusammen. In Polen ist der Name als Spritula, Spritulla und Sprytula verbreitet.

Bedeutung: Sprytula, abgeleitet vom polnischen Wort "spryt", bedeutet "Schlauheit, Gewitzheit, Pfiffigkeit". Es stammt vom französischen "esprit" beziehungsweise dem lateinischen "spiritus".

Staats

Telefonteilnehmer: 615

Bedeutung: Der Familienname kann auf die Kurzform Stats zu den alten christlichen Rufnamen Eustachius und Justatius zurückgeführt werden. Diese beiden gehen auf den griechischen Eustathius zurück und wurden nur unterschiedlich eingedeutscht. Zugrunde liegt das griechische Wort "eu-stathēs" in Bedeutung von "wohlgeformt, standhaft". Besondere Bekanntheit erlangte dieser Rufname insbesondere durch die Person des Heiligen Eustachius, einer der 14 Nothelfer. Der Rufname erscheint im Deutschen in zahlreichen Kurzformen, zum Beispiel in Stach, Stachus, Staches, Statius, Stacius, Staces, Stat, Stats oder Stasch.

Stachel

Häufigkeit: Der Name ist in Deutschland 364 Mal vorhanden; hauptsächlich in Süddeutschland, vor allem in München.

Bedeutung: Das "-el" ist eine Verkleinerungs- oder Verniedlichungsform, die an das Grundwort angehängt wurde. Das Grundwort ist Stach und kommt von Eustachius, einem Heiligen. Der Name Eustachius kommt aus dem Griechischen und bedeutet: "Mit schönen Ähren".

Stadthagen

Hagen ist ein Wort für Siedlung in Form einer Hecke, auch mit der Bedeutung "Schutz". Ursprünglich hieß der Ort nur Hagen. Erst im 16. Jahrhundert stattete Graf Adolf IV. von Holstein-Schaumburg den Ort mit Stadtrechten aus und nannte ihn Stadthagen. Der Zusatz "Stadt" ist damit ein Unterscheidungsmerkmal zu den zahlreichen anderen Orten, die ebenfalls Hagen hießen.

Stahlkopf

Häufigkeit: 137 Telefonteilnehmer mit diesem Namen sind registriert.

Streuung: Der Name konzentriert sich auf das östliche Mecklenburg-Vorpommern bei Randow-Ueckermünde und Umgebung.

Varianten: Es gibt drei Mal den Namen Stalkopf.

Bedeutung: Zoder sagt, Stahlkopf sei ein Übername für einen Kopf wie aus Stahl, eventuell in der Bedeutung des heutigen Dickkopfes. Bei Bahlow im "Niederdeutschen Namenbuch" ist Stal-cōp/kōp zu finden in der Bedeutung von Aufkäufer, Händler. Bei dem Vorfahr kann es sich also um einen Stahlhändler gehandelt haben.

Stanitzok

Telefonteilnehmer: 35

Streuung: Der Name ist bunt gestreut, vermutlich wegen Umsiedlung, Vertreibung oder Flucht.

Varianten: Es gibt fünf Mal den Namen Staniczok. In Polen taucht dieser Name 14 Mal auf, und zwar ausschließlich in Olesno (Rosenberg).

Bedeutung: Der Name ist eine schlesische Koseform von Stanislav oder Stanimir. Es handelt sich dabei um eine doppelte Verkosung "-k-ok" beziehungsweise "-icz-ok".

Steinbach

Herkunft: Das Zentrum des Namens Steinbach liegt im Süddeutschen, denn -bach ist hochdeutsch (im Niederdeutschen heißt -bach: -beek).

Bedeutung: Der Name leitet sich ab von "steiniger Bach", das heißt Herkunftsname ist Bedeutung des Flussnamens, der zum Ortsnamen und dann zum Personenname wurde.

Steinkraus

Herkunft: Der Name ist ostfälischen Ursprungs, die Familie stammt aus Pommern.

Bedeutung: In pommerschen Dialekten bedeutet "Krause" auch Krug = Kruse. Der Name bedeutet also Steinkrug, das heißt der Namenträger war ursprünglich ein Hersteller von Steinkrügen.

Steinseifer

Häufigkeit: Der Name ist 164 Mal in Deutschland verzeichnet, mit Konzentration in Eiserfeld bei Siegen.

Herkunft: Die Familie stammt aus dem Siegerland.

Bedeutung: Ortsnamen mit dem Ende "Seifen", "Siepen" oder "Seich" bedeuten alle Fluss oder Bach. Stein steht für Steinig und Seifen für Bach. Das "-er" am Ende ist ein Hinweis auf die Herkunft des Namenträgers. Die Familie stammt also aus einem Ort Steinseif oder Steinseifen. Der Namen ist demnach ein Herkunftsname; jemand, der in Seinseifen an einem Steinbach gelebt haben muss.

Steinwachs

Häufigkeit: 256 Telefonbucheinträge

Streuung: Hessen, Thüringen, Südniedersachsen

Varianten: Den Namen Steinwasser gibt es 33 Mal, die Variante Steinwascher 31 Mal. Im Rheinland gibt es 46 Mal die Variante Steinwartz, aber auch Steinwarz, Steinwarts, Steinwerz, Steinwertz, Steinwerts, Steinwart(h) und Steinwert(h).

Bedeutung: Zoder sagt, Steinwachs sei entweder ein Örtlichkeitsname oder eine Entstellung des mittelhochdeutschen Wortes sten(ke)-vaz in Bedeutung von "Riechfläschchen", wobei das Riechfläschchen durchaus im gegenteiligen Sinne gemeint sein dürfte. Im Deutschen Wörterbuch der Brüder Grimm steht: "Stankfasz, zu althochdeutsch stancfa, ähnlich wie mittelhochdeutsch stenkeva = Riechfläschchen". Das Wort würde später in üblem Sinne als Schimpfwort benutzt.

Eine andere Möglichkeit gibt es über die Erklärung der Varianten wie Steinwartz, Steinwarz, Steinwarts, Steinwerz, Steinwertz und Steinwerts, Steinwart(h), Steinwert(h). Diese Örtlichkeitsnamen, zusammengesetzt aus Stein- und -wart, bezeichnen ein Landstück an einer Flussbiegung, welches hier über die Zeit abgelagert wurde, eine Halbinsel im Fluss oder erhöhtes, wasserfreies Land zwischen Sümpfen. Es ist verwandt mit dem Wort werder in Bedeutung von "Flussinsel, Land zwischen Fluss und stehendem Gewässer, trockengelegtes Land".

Stelling

Häufigkeit: Der Name ist 720 Mal vorhanden, vor allem im Bereich der Unterelbe.

Bedeutung: Bei Hamburg gibt es den Ortsnamen Stellingen, das heißt auch bei Stelling handelt es sich ursprünglich um einen Ortsnamen. Die Bedeutung dieser Ortsnamen bei Hamburg sind untersucht worden, allerdings gibt es bei Stellingen Probleme, denn es gibt für diesen Ortsnamen keine historischen Belege. Eine Vermutung lautet, dass es sich ursprünglich um den Personennamen Stello handelt. Der Ort sei "die Siedlung des Stello oder Stallo".

Prof. Udolph hat allerdings eine andere Idee: Er leitet den Namen weitläufig von Stillhorn ab. Dieser Name kann mit einer Wortwurzel verbunden werden, die "tröpfeln, rinnen" bedeutet. So könnte Sellingen ein Ort sein, an dem ein Gewässer langsam vor sich hin tröpfelt oder rinnt. Dann wäre der Name ein Herkunftsname und der Vorfahre jemand, der von diesem still vor sich hin tröpfelnden Gewässer bei Hamburg stammt. Diese Erklärung ist nur eine Theorie ohne wissenschaftliche Belege.

Stemke

Häufigkeit: In Deutschland gibt es den Namen 83 Mal, und zwar gestreut in Schleswig Holstein, Hamburg, Niedersachsen und im Ruhrgebiet.

Herkunft: Der Namenträger ist in Ostpreußen geboren. Der Name kommt aus dem Niederdeutschen und hat seinen Ursprung wahrscheinlich in Westfalen.

Bedeutung: Es handelt sich um einen alten Ortsnamen, denn es gibt Ortsnamen wie Stemke oder Steimke. Diese Namen enthalten zwei niederdeutsche Wörter: Sten in der Bedeutung von Stein und Beek in der Bedeutung von Bach, zusammengesetzt also Steinbach.

Welcher Ort der ursprüngliche ist, aus dem die Siedler nach Ostpreußen gegangen sind, kann Prof. Udolph nicht festmachen. Der Nachname Stemke ist aber ein alter Herkunftsname und hat seine Bedeutung von Bach und Stein, also einem Steinbach.

Stender

Häufigkeit: Den Namen Stender gibt es in Schleswig Holstein 1.852 Mal. Vor allem im Harz ist der Name Ständer, mit einem "ä" geschrieben", rund 400 Mal verzeichnet.

Herkunft: Die Vorfahren des Namenträgers schrieben sich unterschiedlich, unter anderem Stenner, Ständer oder Staenner, und stammen aus dem Solling an der Weser.

Bedeutung: Stender ist mittelniederdeutsch und bedeutet Pfosten oder Pfahl. Es handelt sich bei Stender oder Ständer also um einen Berufsübernamen für den Zimmermann, der mit Pfosten und Pfahl arbeitet.

Stern

Bedeutung: Der Name geht wohl auf den beliebten Hausnamen "Zum Stern" zurück, mittelhochdeutsch "stërn" oder "stërre". Es kann sich aber auch um eine Vermischung mit "steer" in Bedeutung von "Stier" handeln. Prof. Udolph glaubt, dass es sich bei Stern um einen Ortsnamen handelt.

Stillwell

Telefonteilnehmer: 2

Herkunft: Bei den Mormonen findet sich der älteste Vorfahre: Aaron Stillwell, geboren am 25. November 1657 in Holy Trinity, Guildford, Surrey, England. Die Webseite http://www.nationaltrustnames.org.uk/ bietet den Nachweis, dass der Name aus England, von der Isle of White, stammt.

Bedeutung: Der Stamm "well" aus dem Englischen ist erforscht und bedeutet "Quelle". "Still" bedeutet "ruhig, still". Der Name ist also ein Örtlichkeitsname, der eine "ruhige, stille Quelle" oder ein "ruhiges, stilles Gewässer" bezeichnet.

Stinsky

Häufigkeit: Der Name ist in Deutschland 50 Mal mit einer bunten Streuung in Nord- und Mitteldeutschland vorhanden.

Herkunft: Ostpreußen scheint das historische Zentrum des Namens zu sein.

Bedeutung: Da Ostpreußen sowohl deutsche als auch polnische Namenwurzeln haben kann, schaut Prof. Udolph in der polnischen Namenforschung nach den Namen Stinsky und Stinski. Da es im Polnischen die Lautfolge "sky" nicht gibt, ist sich Prof Udolph sicher, dass es sich ursprünglich um einen deutschen Namen handelt, der polnisiert wurde. Der Ursprung war wahrscheinlich der Name Augustin, der sich auf Stinnes und Stinsky beziehungsweise Stinski verkürzt hat.

Stippich

Telefonteilnehmer: 125

Streuung: Das Zentrum des Namens liegt im Kreis Rotenburg/ Fulda.

Bedeutung: Der Name ist eine Kurzform zum mittelniederdeutschen Wort "stide" im Sinne von "steif, fest, hart". Die Endung "-ich" ist eine Verschleifung aus "-ing". Sie die bedeutet "Nachfahre des ...".

Stippkugel

Häufigkeit: Den Namen gibt es nur 44 Mal in Deutschland, das Zentrum liegt in Halle-Leipzig und Göttingen.

Herkunft: Die Vorfahren kommen aus Halle-Leipzig.

Bedeutung: Der Name ist ein Übername, er setzt sich zusammen aus stippen, "etwas eintunken", und Kugel. Die Kugel wurde allerdings umgedeutet, ursprünglich hieß der Name nicht Stippkugel, sondern Stippkohl. Der Kohl ist das Gemüse, das eingestippt wurde. Aus dem Kohl wurde die Kugel, weil man die Bedeutung nicht mehr verstanden hat, denn stippen ist ein niederdeutsches Wort: Die Vorfahren gingen aus Göttingen nach Halle-Leipzig. Dort wird aber hochdeutsch gesprochen, das Wort stippen also nicht mehr verstanden. So ergab der komplette Name keinen Sinn mehr und "-kohl" wurde durch Verschleifung zu "-kugel" umgedeutet. Der Vorfahre hieß also mal Stippekohl und hat den Kohl eingestippt.

Stoboy

Häufigkeit: In Polen gibt es den Namen sechs Mal, alle leben in Danzig.

Herkunft: Die Vorfahren der Namensträger stammen aus Ostpreußen. Die Verbreitungskarte zeigt, dass Schleswig-Holstein und das westliche Niedersachsen die Zentren des Namens sind, entstanden wahrscheinlich aus der Fluchtbewegung von Polen über die Ostsee.

Bedeutung: Bei Elbing gibt es zwei Orte, die Klein Stoboy und Groß Stoboy heißen, das heißt es handelt sich um einen Herkunftsnamen. In dem Namen Stoboy steckt das baltische Wort Stabis; das heißt Stein.

Stoffregen

Telefonteilnehmer: 367

Streuung: Die höchste Dichte des Namens ist in Hildesheim zu finden.

Bedeutung: Zoder sagt, Stoffregen sei ein Übername zum mittelniederdeutschen Wort "stofregen" in Bedeutung von "Staubregen", "der Regen stiebt" oder "Stoffregen" und meint damit den "Platzregen". In diesem Fall bezeichnet es einen "leicht in Zorn ausbrechenden Menschen".

Stöppel

Varianten: Der Name ist auch mit der Variante Stöpel vorhanden und zeigt eine Konzentration in Berlin, im Ruhrgebiet und in Thüringen.

Streuung: Wichtig ist die völlig andere Streuung von Stöppel, der vor allem im Nordwesten bezeugt ist.

Bedeutung: Im Wörterbuch der Brüder Grimm heißt es: "Stoppel, Stöppel: ursprünglich niederdeutsche Form zu stöpfel, pfropf zum verschlusz".
"Stöpfel" in Göttingen steht für "kleiner Kerl". Bekannt ist auch die Liebkosung "lüttcher stöppel". Im Eichsfeld steht štepl für einen dicken, kleinen Menschen.
Zoder sagt im Buch "Familiennamen in Ostfalen": Stöppel ist ein Ortsname in Welstfalen, kann aber auch ein Übername sein zum niederdeutschen stöppel in Bedeutung von Stöpsel; entweder für ein Verschlusspfropf oder für einen kleinen dicken, untersetzten Menschen.

Stoetefalke

Häufigkeit: Der Name ist in Deutschland lediglich 33 Mal vorhanden; alle Namenträger leben im Großraum Bielefeld.

Herkunft: Der Name kommt aus Ostwestfalen.

Bedeutung: Es gibt Familiennamen, die auf die Tätigkeit der Vorfahren zurückgehen, hier zum Beispiel die Falknerei. Da es sich um einen Vogelnamen handelt, hilft ein Buch über deutsche Vogelnamen, also eine wortgeschichtliche Untersuchung. Dort ist ein Vogel aufgeführt, der Sperber heißt, in Dialektformen allerdings auch bezeichnet wird als Stussfull, Stoeßer, Taubenstoßer und Stothauk. Das alles sind niederdeutsche Formen, hochdeutsch würde es Stoßfalke heißen. Der Vorfahre war also jemand, der mit der Falknerei zu tun hatte.

Stolpe

Herkunft: Die Vorfahren der Familie Stolpe stammen aus dem Raum Danzig. Es gibt dort die Ortsnamen Stolp und Stolpe.

Bedeutung: Im Norden Polens wurde kaschubisch gesprochen. Dort gibt es das Wort Stolp, das eine Vorrichtung im Fluss zum Fischfang oder einen Pfahl oder Pfosten beschreibt. Es liegt also ein slawischer Ortsname zugrunde, den man als Vorrichtung im Fluss zum Fischen oder als Pfosten oder Pfahl erklären kann.

Strack

Telefonteilnehmer: rund 2.300

Streuung: Hessen, Rheinland-Pfalz und das südlich Nordrhein-Westfalen

Bedeutung: Strack ist ein Übername. Das mittelhochdeutsche beziehungsweise mittelniederdeutsche strack bedeutet "von straffer, strammer Haltung", zum Teil mit dem Nebensinn "störrig, unbeugsam".

Stratmann

Häufigkeit: Der Name ist 3.164 Mal in Deutschland bezeugt.

Herkunft: Die Namenträger stammen aus Eversen, Celle.

Bedeutung: Strat ist ein niederdeutsches Wort und bedeutet Straße. Der komplette Name bedeutet also so viel wie "der Mann an der Straße".

Strebe

Telefonteilnehmer: 324

Streuung: Das Namenszentrum ist Ostfalen.

Bedeutung: Bei Zoder findet Prof. Udolph den Namen Strebe als Übernamen zum mittelhochdeutschen strebe in Bedeutung von "Streber, Widerstreber" oder "streben, widerstreben". Der Name könnte also einen Widerhaarigen bezeichnen. Besser findet Prof. Udolph die Ableitung des Namens vom mittelniederdeutschen stref in Bedeutung von "straff, gespannt, nicht gelenkig, steif, fest, tüchtig, hartnäckig".

Strebost

Telefonteilnehmer: 18

Varianten: Strebos, Streb, Strebe

Bedeutung: Es handelt sich um einen Übernamen zum mittelhochdeutschen Wort "strebe" in Bedeutung von "Streber, Widerstreber" und bezeichnet einen Widerhaarigen. Bei der Recherche im Internet findet Prof. Udolph den Hinweis, dass am Nordrand eines Grundstückes eine neun mal zwölf Meter große Scheune steht, in der ein Schriftbalken eingelassen ist, der aus dem Hof Nr. 61 stammt: "Witwe Strebost 1844 Heinrich Friedrich Strebost".

Da auch dieser Hinweis keine Erklärung bietet, sucht Prof. Udolph nach weiteren Varianten des Namens und findet den Namen Striebosch. Für diesen Namen gibt es Nachweise bei familysearch.org. Die Lösung für diesen Namen findet sich bei F. Debrabandere: Es handelt sich um einen "umstrittenen Busch". Das niederdeutsche Wort "stridbosch" heißt "Streitbusch". Der Vorfahre kann also an einem "Streitbusch" als Grenzmarkierung gelebt haben.

Streichsbier

Herkunft: Der Ursprung des Namens liegt im Sudetenland ist Ursprung des Namens. Nach dem Weltkrieg gab es hier Fluchtbewegungen in den Süden Deutschlands, deshalb liegt ein Zentrum des Namens in Stuttgart und Franken.

Bedeutung: Dieser Name ist ein Satzname, d.h. ein Name, der einen ganzen Satz beinhaltet: "Streich das Bier!" Die Aufforderung beinhaltet, mit einem Streichholz den Schaum vom Bier abzustreichen. Der Vorfahre kann also Schankwirt gewesen sein, oder ein Mensch, der dies gern getan hat, dann ist der Name ein Übername.

Strickstrack

Telefonteilnehmer: 24

Herkunft: "familysearch.org" zeigt, der Name kommt auch historisch gesehen aus der Region Hannover, es gibt auch die Vatiante Strickstrock.

Bedeutung: Wahrscheinlich bezeichnet Strickstrack einen Menschen, der geradewegs- geradeheraus oder schnurgerade ist. Denn: "Strick" ist ein anderes Wort für Schnur und "stack" ist eine Strecke, eine gerade Linie. Demnach wäre "Strickstrack" ähnlich dem Begriff "schnurstracks".

 

Strohschän

Telefonteilnehmer: Es gibt fünf Teilnehmer mit der Schreibweise Strohschän, bei Strohschein gibt es 526 Einträge.

Varianten: Die Variante Strohschänk gibt es 18 Mal, Strohschein 473 Mal.

Streuung: Flickenteppich-Streuung in den neuen Bundesländern. Strohschein ist dicht über Norddeutschland gestreut, aber es gibt keine Häufungen.

Herkunft: Nach M. Gottschald, Deutsche Namenkunde, gehört der Name zu Stronzeck, Stroschenski, Strozynski, Strohschänk und ähnlichen. Eine andere mögliche Herkunft kennt Rymut, der Udolph eher zustimmt. Seiner Meinung nach ist es eine Kurzform vom Personennamen Strogobor oder Stronislav und damit ein Personenname, der zum Familiennamen geworden ist.

Bedeutung: Nach Gottschald ist der Name aus dem polnischen Pstrąg abgeleitet und bedeutet "Forelle".

Strothotte

Telefonteilnehmer: 115

Streuung: Nordrhein-Westfalen

Bedeutung: Es handelt sich um einen Herkunftsnamen zu einer Örtlichkeit, denn den Teil "Strot" in diesem Namen kann Prof. Udolph sehr gut erklären. Strod oder strot bedeutet Sumpf oder Morast. Der zweite Teil des Namens ist "-otte" und stammt von dem Personennamen Otto ab. Es handelt sich also um einen Otto, der an einer sumpfigen, morastigen Gegend gewohnt hat.

Stuke

Herkunft: Das Zentrum von Stuke ist Bielefeld.

Bedeutung: Stuke bedeutet Baumstumpf, Baumwurzel oder gedrungen. Stuke ist ein typisch niedersächsischer Name, bezogen auf den Baumstumpf, bezogen auf eine Äußerlichkeit der Person.

Stülpnagel

Telefonteilnehmer: 60

Bedeutung: Bei diesem Namen spielt das männliche Geschlechtsteil eine Rolle: In K. Kunzes "dtv-Atlas Namenkunde. Vor- und Familiennamen im deutschen Sprachgebiet", Seite 145, steht: "Fast alle Körperteile spiegeln sich in Familiennamen, sogar der Penis. Die im Mittelalter für diesen gebräuchlichen Wörter zumpf, unker, visel, zers können Anlaß gewesen sein für Namen wie Zump(e), Zumpf, Zümpfel; Unker(t); Fiesel, Fissel, Fies(e)ler; Langzers (...) Dazu kommen Metaphern wie Wackernagel, 'tüchtiger Penis', ähnlich zu deuten vielleicht auch Stülp-, Recknagel." Nimmt man jetzt noch die Angaben im Deutschen Wörterbuch von Grimm hinzu, so ergibt sich zweifellos, dass Stülpnagel, früher wahrscheinlich Stülpennagel, sich auf den Penis bezogen hat. Zu "stülpen" steht dort unter anderem: "in die Höhe richten von Körperteilen; meistens gestülpte Nase wie Stülpnase".

Suchlich

Telefonteilnehmer: 35

Streuung: Der Name ist bunt gestreut wie ein Flickenteppich. Das liefert einen Hinweis darauf, dass die Vorfahren aus Schlesien kommen.

Bedeutung: Im heutigen Polen ist der Name unbekannt, daher ist der Name vermutlich eine polnisch-deutsche Mischbildung aus dem polnischen Wort "suchy" in Bedeutung von "trocken" und der deutschen Adjektiv-Endung "-lich" wie in rundlich, gelblich, bildlich. Wahrscheinlich bezieht sich der Name auf einen Menschen, der eher "trocken" im Sinne von "dröge" war.

Suckel

Herkunft: Es handelt sich um einen slawischen Namen aus dem sorbischen Bereich.

Bedeutung: "Sokoł" bedeutet "Falke". Der Vorfahre war also Falkner, jemand, der Falken zur Jagd ausbildet.

Susemihl

Varianten: Susemil, Susemiehl, Susemihl und Susemichel

Herkunft: familysearch.org nennt eine "Catarina Susemil - International Genealogical Index / GE, Gender: Female, Marriage: 03 Nov 1686 Putlitz, Westpriegnitz, Brandenburg, Preussen". Eine Kartierung der häufigen Variante Susemihl zeigt, dass der Name historisch vor allem in Mecklenburg-Vorpommern vorkommt. Es handelt sich um einen slawischen Namen, wahrscheinlich um einen Rest der Elb- und Ostseeslawen.

Bedeutung: Der Ursprung des Namens scheint die Vorform "Cudzomil" oder "Cudzymil" zu sein, eine Entsprechung zum russischen Wort "čužoj", zum tschechischen Wort "cizí", zum polnischen Wort "cudzy" oder zum sorbischen Wort "cuzy" in Bedeutung von "fremd". "Mil" heißt so viel wie "lieb, angenehm, teuer".

Ob der Name mit "das Fremde liebend" übersetzt werden kann, ist schwer zu entscheiden. Zweigliedrige Namen sind oft einfach auch aus einer Kombinationsvielfalt entstanden.

Swieter

Telefonteilnehmer: 41

Streuung: Hauptsächlich in Norden, Emden und Aurich.

Bedeutung: Der Name stammt von dem altsächsischen Personennamen Swider. Dieser wiederum enthält die nordseegermanische Variante zum althochdeutschen swinth. Es wird zu dem Personennamen Swid-her, zum althochdeutschen Swind-her. Althochdeutsch "swind" oder "swid" bedeutet "stark, kräftig, geschwind".