Stand: 26.02.2010 11:50 Uhr

Namen - die Übersicht für den Buchstaben H

Haarjohann

Telefonteilnehmer: 3

Varianten: Den Namen "Von der Haar" gibt es 26 Mal in Deutschland

Bedeutung: Der Johann, der bei der Haar wohnt. Haar bedeutet im westfälischen und westlichen niedersächsischen Dialekt "Hügel, Bergzug".

Haarlammert

Telefonteilnehmer: 87

Bedeutung: Der Name ist eine Kombination aus "Haar" in Bedeutung von "Anhöhe, Hügel" und Lambert. Lambert stammt ab von dem Wort "Landbercht" oder "Landbrecht" im Sinne von "Land" und "berühmt". Aus dem Lambert entsteht Lammert und setzt sich mit "Haar" zusammen, weil es in der Gegend eine Vielzahl von "Haars" gab, die mit einem "Anhängsel" voneinander unterschieden werden mussten.

Habenau

Häufigkeit: Der Name ist in Deutschland nur neun Mal vorhanden, die Streuung ist locker und bunt.

Bedeutung: In der Mormonendatei gibt es keinen Hinweis auf den Namen, das heißt der Name muss irgendwann einmal verändert worden sein; vielleicht durch eine Pastor, der den Namen falsch gehört und damit in veränderter Schreibweise in die Kirchenbücher eingetragen hat. Der ursprüngliche Name kann Hagenau oder Hagenow gewesen sein, so heißen mehrere Orte in Deutschland. Der Name Haganaue besteht aus Aue, also einem Stück Land am Wasser, Hag ist ein Schutzwall aus gewachsenem Gebüsch, also ein natürlicher Schutzwall.

Der Name ist also entstanden aus dem Wort Hagenau, das jemand falsch verstanden und als Habenau schriftlich festgehalten hat.

Hackmack

Häufigkeit: Es sind 57 Telefonteilnehmer mit diesem Namen registriert.

Streuung: Zentrum ist der Großraum Hamburg.

Bedeutung: Hackmack könnte abgeleitet sein von Heckmeck in der Bedeutung von "dummes Zeug, dummes Gerede", vermutlich nach dem älteren Hackemack. Das setzt sich zusammen aus Hack und Mack und heißt eigentlich "Gehacktes und Durcheinandergemengtes", dann auch "Plunder, Pöbel, zusammengelaufenes Gesindel, dummes Gerede".
Im Deutschen Wörterbuch der Brüder Grimm heißt es: "Hackemack: Gehacktes und Durcheinandergemengtes, wie Hack und Mack. Bildliche Bezeichnung 1) für allerhand durcheinander liegende wertlose Dinge; dann 2) für allerhand Pöbel, zusammengelaufenes Gesindel. Auch das Product des Hackens, was klein gehackt ist; diese Bedeutung hat das Wort namentlich in der reimenden Formel Hack und Mack, welche eigentlich das Kleingehackte und Durcheinandergemengte, daher Verwirrung überhaupt, etwas Verwirrtes bezeichnet; in der Altmark hack un mack."

Häfeker

Häufigkeit: Mit diesem Namen sind zwei Telefonteilnehmer eingetragen, beide stammen aus Langwedel, Kreis Verden. Die Variante Haefeker gibt es fünf Mal, den Namen Hävecker 69 Mal mit Zentrum in Verden und Umgebung. Häveker gibt es 28 Mal mit Streuung in Verden und Umgebung.

Bedeutung: Zoder sagt, die Bedeutung von Häveker lassen sich von Hebecker ableiten. Hebecke ist ein Berufsname. Das mittelniederdeutsche heveker isst das mittelhochdeutsche hebecher und bedeutet Falkner (havec = Habicht).
Beim Namenträger handelt es sich ursprünglich also um jemanden, der Habichte ausbildete oder mit Habichten arbeitete, den Heveker.

Hagedorn

Häufigkeit: Es gibt den Namen insgesamt 3.969 Mal in Deutschland.

Herkunft: Hauptsächlich ist der Name im westlichen Niedersachsen und nördlichen Westfalen verbreitet.

Bedeutung: Der Name kann auf einen Ortsnamen zurück gehen oder auf eine Örtlichkeit, so dass der Vorfahre an oder bei einem Hagedorn gewohnt hat. Der Hagedorn wird auch Weißdorn genannt und ist ein Strauch, der im mittelniederdeutschen Dialekt so benannt wird. Unklar ist, ob der Name von einem Ortsnamen kommt oder von der Örtlichkeit, an dem der Vorfahre gesiedelt hat.

Hallier

Telefonteilnehmer: 32

Streuung: Einige Namenträger tauchen in Vorpommern auf, die übrigen vor allem in und um Leipzig.

Herkunft: Die Datei familysearch.org hat 98 Vorfahren erfasst, von denen einige aus Rügen und Brandenburg, die ältesten aber alle aus Sachsen stammen.

Bedeutung: A. Heintze und P. Cascorbi sagen in "Die deutschen Familiennamen", der Hallinger oder Hellinger sei ein Mitglied einer Salzarbeiterschaft im Mittelalter gewesen. Im "Deutschen Namenlexikon" von H. Bahlow heißt es: "Hallier, häufig in Rostock, endbetont, slawisch wie Bannier, Bernier, Pritzier." Zoder glaubt, "Halier", französisch "hallier" in Bedeutung von "Hallenvogt, Standkrämer", sei vermutlich ein Name von Réfugiéfamilien. Dieser Name ist auch bei notrefamille.com 654 Mal bezeugt.

Prof. Udolph glaubt, es handele sich eher um einen deutschen Namen, vor allem aufgrund der starken Konzentration in einer Region. Die Endung sei angeglichen an die übrigen "-ier"-Namen und am ehesten zu erklären aus dem alten Personennamen "Halhari". Das germanische, altnordische Wort "hal" darin bedeutet "Mann, Krieger", "hari" steht für "Heer".

Halliger

Häufigkeit: Heute ist der Name nur noch 32 Mal in Deutschland zu finden, hauptsächlich in Sachsen.

Herkunft: Die Vorfahren stammen aus Mecklenburg-Vorpommern. Bei den Mormonen zeigt sich, dass die Halligers aus Sachsen stammen.

Bedeutung: Es gibt die Vermutung von Zoder, dass es ursprünglich ein französischer Name ist und vom Wort halier abstammt. Ein Halier ist ein Hallenvogt oder Standkrämer. Das Wort Halier ist in Frankreich bezeugt und ist der Name von hugenottischen Flüchtlingen.

Hambruch

Telefonteilnehmer: 69

Streuung: Norddeutschland

Varianten: Es gibt 184 Mal den Namen Hambrock mit Streuung in der Lüneburger Heide. Der Familienname Hambrock kommt vom Ortsnamen Hambruch bei Wietze.

Bedeutung: Die Orte Hambruch und Hambrock passen nicht zur Streuung des Namens und kommen daher nicht in Frage. Die Bedeutung des Familiennamens wird eher mit der Erklärung der einzelnen Wortteile deutlich. "Ham" bedeutet "Winkel", "brōk" beziehungsweise "bruch" ist die Bezeichnung für eine "mit Wald und Gebüsch bestandene feuchte Stelle".

Hameln

Der erste urkundliche Beleg des Ortes ist bereits im 9.Jahrhundert zu finden, damals hieß der Ort noch Hemele, danach Hamelon oder Hammeloh. Jahrhundertelang hieß der Ort auch Quernhameln. Einen Beleg gibt es dafür zum Beispiel aus dem Jahr 1265. Quern ist das alte germanische Wort für Mühle. Mühlenhameln war also der ursprüngliche Name.

Hameln entstand aus einem Flussnamen, der Hamel, die dort in die Weser fließt.

Im Flussnamen Hamel steckt das Wort Ham. Das bedeutet Schinken, also "aus der Keule geschnitten", kann aber auch Schenkel oder Kniekehle bedeuten und ist damit ein altes Wort für Biegung oder Krümmung, in diesem Fall der Biegung des Flusses Hamel. Der Ursprung des Flussnamens Hamel war wahrscheinlich Hamala und bedeutet Winkelbach. Das "-n" an Hamel bedeutet altgermanisch, dass der Ort liegt an der Hamel liegt, sprich: der Hamel-Ort.

Hammer

Häufigkeit: Hammer gibt es 8.500 Mal in Deutschland

Bedeutung: Der Name ist eine Berufsbezeichnung: Jemand, der mit dem Hammer gearbeitet hat, ob als Schmied oder Metallarbeiter oder Zimmermann.

Haneklau

Telefonteilnehmer: Prof. Udolph findet sechs Einträge, fast alle in Cloppenburg.

Varianten: Es gibt 60 Mal den Namen Haneklaus. Im Internet taucht der Name Dirich Haneklauw von 1549 auf, des weiteren Haneklauw, Hanenklaw, Hanecloe, Hane Klohn, Hanekla, Hanenklauw und andere.

Bedeutung: Im Rheinischen Wörterbuch gibt es das Wort Hahnenklau. Es bezeichnet Pflanzen wie Hahnenfuß, Rittersporn und Geißblatt.

Hann. Münden

1049 gibt es den ersten urkundlichen Beleg zum Ortsnamen von einer Urkunde Heinrich IV.; dort heißt der Ort Gemunde. In der weiteren Entwicklung heißt der Ort 1183 Gemunden, später Gimundi, Gmunden und Munden.

Altniederdeutsch heißt Gimudi "Ort an einer Mündung", althochdeutsch heißt "Ort an einer Mündung" Gemundi.

Zu seinem "Hannoversch" im Namen Münden kam der Ort, weil schon im beginnenden 19. Jahrhundert eine Unterscheidung zum preußisch Minden nötig war. Nach der Annexion des Königreiches Hannover durch Preußen erhielt der Ort für die Post den Namen Münden bei Göttingen. Dieser Name konnte sich nicht durchsetzen. Es blieben sowohl Münden, wie auch Hannoversch-Münden in Gebrauch. Erst 1990 gab es einen Ratsbeschluß, die den amtlichen Namen Hann. Münden festlegte.

Hanewinkel

Telefonteilnehmer: 184

Streuung: Der Name kommt vor allem in Westfalen vor.

Varianten: Beim Suchen des Namens schaut Prof. Udolph auch nach Hahnenwinkel. Dieser Name findet sich als Straßen- und als Flurname.

Bedeutung: Die Endung "-winkel" steht für eine abgelegene Stelle. "Hane" oder "Hahn" ist entweder abgeleitet von dem Auerhahn oder von einem Stein oder Fels, der einem Hahn ähnlich ist, meist dem Hahnenkamm.

Hannekum

Telefonteilnehmer: 37

Streuung: Das Zentrum des Namens liegt bei Bremen und südlich davon.

Varianten: Den Namen Hanneken gibt es 267 Mal mit einer Streuung westlich von Hannekum.

Bedeutung: Zoder sagt, Hannecke sei ein Personenname, und zwar eine Kurzform zu Hanne, Johanna oder Johannes. Johannes ist hebräisch und bedeutet "Gott ist gnädig".

Hansch

Häufigkeit: In Deutschland gibt es den Namen 713 Mal. Die Verbreitung zeigt, dass es ein typisch ost-mitteldeutscher Name ist.

Herkunft: Die Vorfahren stammen aus Bromberg. Der Ursprung des Namens liegt in Posen.

Bedeutung: Laut Zoder ist der Name eine deutsch-polnische Mischform. Die Grundlage des Namens ist Hans, abgeleitet von Johannis. Die Endung "-sch" ist eine ostmitteldeutsche und slawische Endung, die angehängt wird. Der Nachname war also ursprünglich der Vorname Johannis in der Bedeutung "Gott ist gnädig". Die ostmitteldeutsch-slawische Endung "-sch" ist dann dazu gekommen.

Hanstein

Telefonteilnehmer: 528

Streuung: Häufung des Namens im Eichsfeld und in Hessen.

Bedeutung: Zoder sagt, dass sich Han(n)stein auf den Örtlichkeitsnamen Hanstein östlich von Witzenhausen bezieht. Hanstein bedeutet "zum hohen Stein".

Hantelmann

Telefonteilnehmer: 192

Bedeutung: Das heute gebräuchliche Wort Hantel als Turngerät zur Gymnastik oder zum Konditionstraining, die Eisenstange mit Gewichten zum Gewichtheben, kann mit dem Familiennamen nichts zu tun haben, da dieses Wort erst um das Jahr 1819 von "Turnvater Jahn" neu gebildet wurde.
Zoder glaubt, es handele sich

  • um einen Personenname plus "-mann"
  • um einen Über- oder Berufsnamen für jemanden, der viel mit den Händen gearbeitet hat, oder
  • um einen Ortsnamen als Wüstung.

Prof. Udolph vermutet, dass es sich um die Kurzform eines Personennamens handelt, der als Endung ein "-mann" bekommen hat. Grundlage wird also ein zweiteiliger Personenname sein wie "Hand-bert", "Hand-win" oder "Hand-olf". Diese werden verkürzt zu "Hand", dann verkost mit der Endung "-el" und mit einem "-mann" versehen.

Harkenbusch

Telefonteilnehmer: 13

Varianten: Die Variante Hakenbusch ist einmal nachgewiesen.

Bedeutung: Prof. Udolph findet den Namen als Flurnamen in Celle. Dort ist er erklärt als Örtlichkeitsname, bezeichnet also die Stelle, wo jemand gewohnt hat. In diesem Fall wohnte jemand an einem Busch, der die Form einer Harke hatte.

Harland

Telefonteilnehmer: 175

Bedeutung: "Har" bedeutet "Dreck, Kot" und liegt auch im Ortsnamen Harburg vor. Demnach handelt es sich um eine Ortsbezeichnung beziehungsweise einen Flurnamen, der ein dreckiges Stück Land bezeichnet.

Harten, von

Telefonteilnehmer: 1

Varianten: Es gibt 380 Mal den Namen Harten.

Bedeutung: Auf einer Internetseite findet Prof. Udolph eine Auflistung von Namen, die dem Stand der derzeitigen Forschung nach nicht adelig sind, zum Beispiel von Ham, von Hamm, von Handorf, von Harten, von der Heide und von Hein. Daher handelt es sich vermutlich um einen Orts- oder Örtlichkeitsnamen zu "hart" oder "haard" in Bedeutung von "kräftig, kernig".

Hasenfuß

Herkunft: Es handelt sich um einen deutschen Namen, das Zentrum liegt im Gebiet Ostfalen.

Häufigkeit: Der Name ist 340 Mal in Deutschland vorhanden.

Bedeutung: Im Standardwerk von Zoder heißt es: Seit Alters her, schon im 12. Jahrhundert, ist der Name eine Bezeichnung eines Feiglings. Brechenmacher, der die Hasenfuß-Namen aus Süddeutschland erklärt hat, sagt: Es ist ein Übername für jemanden, der schnellfüßig ist.

Hasenpflug

Telefonteilnehmer: 152

Variante: Die Variante Hassenpflug gibt es 419 Mal.

Bedeutung: Es handelt sich um einen Satznamen: "Hasse den Pflug" und bezeichnet einen faulen Bauern.

Haslop

Telefonteilnehmer: 31

Varianten: Es gibt zehn Mal die Variante Haslob und fünf Mal den Namen Hasloop.

Herkunft: Der Schwerpunkt des Namens liegt in Osterholz-Scharmbeck und Umland.

Bedeutung: Der Name ist nicht eindeutig zu klären, aber Prof. Udolph glaubt an eine mittelniederdeutsche Bildung aus "Haselhōp" mit dem Ursprung in den mittelniederdeutschen Begriffen "hasel" oder "hassel" für Haselstrauch und "hōp" für "Erdaufschüttung, Erderhöhung, feste Stelle in Sumpf und Moor". Eine weitere Möglichkeit ist, dass der Ortsname "Haselhof" im Sinne von "Hof bei den Haselsträuchern" in Brandenburg zu "Haselōp" umgedeutet wurde, da das hochdeutsche "-(p)f" dem niederdeutschen "-p" entspricht und hier vielleicht ein Umkehrschluss stattfand, dass dem "-f" wohl ein "-p" zugrunde liege.

Haß

Telefonteilnehmer: rund 4.000

Streuung: Es gibt eine auffällige Häufung des Namens im Norden Deutschlands.

Bedeutung: Wegen der Streuung passt der Name Haß nicht zu der hochdeutschen Bedeutung von Hass, denn das ist im Niederdeutschen "hat" oder "haten". Hasse gibt es als Personennamen. Möglich ist Haß als eine Kurzform davon, eventuell abgeleitet aus verschiedenen Stämmen wie Hart-, Hader- oder Hess-.

Hatesaul

Herkunft: Den Namen gibt es 46 Mal in Deutschland, mit Schwerpunkt in der Lüneburger Heide.

Häufigkeit: Es gibt auffällig viele Varianten des Namens von Hattesol über Hatesoll zu Hattesuer, die wichtigste Variante ist Hattesuwel.

Bedeutung: Da der Name ein ostfälischer ist, hat Zoder eine Erklärung: Der Name ist ein Satzname. Der Vorfahre "hate die suwele". "Hate" bedeutet hassen und "sauer" oder "suwele" ist das mittelhochdeutsche Wort für "Schusterahle" oder "Pfriem", also ein Werkzeug des Schumachers. Der Vorfahre war also ein schlechter Schuster - er mochte sein Handwerk nicht.

Hauff

Telefonteilnehmer: 800

Varianten: Es gibt rund 970 Mal den Namen Hauf mit ähnlicher Streuung.

Bedeutung: Hauf beziehungsweise Hauff ist ein alter Örtlichkeitsname. Zugrunde liegt das mittelhochdeutsche Wort "hûfe" in Bedeutung von "Steinhaufen" oder "Erdschanze" als Grenzzeichen und Grenzwehr. Der Vorfahre hat also an einem solchen Grenzzeichen gewohnt.

Haucap

Telefonteilnehmer: 46

Streuung: Osnabrück, Hamm und Emsland

Varianten: Den Namen Haukap gibt es 33 Mal mit ähnlicher Streuung.

Bedeutung: Zoder sagt, der Name stamme von Hotop, einem Übernamen zu dem mittelniederdeutsch Wort hogecop in Bedeutung von "hoher Kopf, hohe Spitze des Kopfes".

Heemsoth

Häufigkeit: Der Name ist in Deutschland 90 Mal registriert.

Herkunft: Das Zentrum des Namens liegt in Verden, damit ist er eindeutig im Niederdeutschen zu Hause.

Bedeutung: Zoder hat den Namen behandelt und erklärt, es handele sich um einen alten Ortsnamen, den es heute allerdings nicht mehr gibt. "Soth" ist eine Quelle oder ein Brunnen, "heem" bedeutet Heim, Siedlung oder Dorf. Es gab also eine Örtlichkeit bei Verden, zusammengesetzt aus dem Namen Siedlung und Brunnen, also "heem" und "soth", der heute allerdings nicht mehr zu finden ist. Der Name ist damit ein Herkunftsname.

Heeren

Herkunft: Ems und Weser sind die Heimat des Namens.

Bedeutung: Heeren ist die Kurzform eines Vollnamens wie Herrmann oder Herfried. Heer ist also ein Element, das in diesem Namen steckt. Heer bedeutet Armee oder Streitkraft. Die Endung "-en" bedeutet: Nachkomme oder Sohn von. Der Name ist also eine verkürzte Form des Vornamens Herrmann oder Herfried, einem typischen Namen aus der Region.

Hegger

Telefonteilnehmer: 268

Streuung: westliches Niedersachsen und westliches Nordrhein-Westfalen

Bedeutung: Bei Jellinghaus heißt es, es handelt sich um einen Ortsnamen, hier um einen Mann, der "an der Hegge (Hecke) wohnt".

Heiduk

Telefonteilnehmer: 368

Bedeutung: Rudolf Zoder hat in seinem Buch "Familiennamen in Ostfalen" den Familiennamen Heiduck sprachlich zu dem ungarischen Wort "haiduk" gestellt. Es bezeichnet ursprünglich die Freischärler im Kampf gegen die Türken. Im Türkischen lautet die Übersetzung "Bandit".

Heinzelmann

Telefonteilnehmer: 1.800

Streuung: Das Zentrum des Namens liegt im Schwarzwald.

Bedeutung: Brechenmacher sagt, in den Namen Heinzmann oder Heinze(l) wird das "tz" kosend erweitert. Heinz oder Heinzel sind Vornamen und Abkürzungen von Heinrich. Hein oder Heim bedeutet "Hagen" oder "Schutz", rich steht für "reich".

Hemkentokrax

Telefonteilnehmer: 25

Herkunft: Die Verbreitung des Namens lässt auf Westfalen schließen. Dort fällt die Hofstruktur auf, also Namen, die sich aus alten Hofnamen zusammensetzen.

Varianten: Es gibt ähnliche Namen-Sonderfälle in Westfalen wie 20 Mal den Namen Johanntokrax, 25 Mal Kochtokrax, 22 Mal Kordtokrax und neun mal Meiertokrax.

Bedeutung: "Kracks" oder "Crax" ist ein Ortsname oder eine Hofstelle, eine Kurzform von Krackhard. "Krack" oder "Crax" bezeichnet im westfälischen Dialekt eine Pflaume, "hard" steht für "Anhöhe". "Hemken" ist eine typisch westfälische Abkürzung für den Personennamen Heinrich, also "der kleine Heinrich", abgekürzt "Hem" plus "ken". Der gesamte Name ist also eine Kombination aus "der kleine, niedliche Heinrich" (Hemken) mit dem Ort Krax. Krackhard bezeichnet die Anhöhe, auf der Pflaumen wachsen.

Hengelsheide

Telefonteilnehmer: 5

Streuung: Osnabrück, Münsterland

Bedeutung: Heng, Heng(e), Heng(e)lein und das rheinische Hengels sind Formen des Namens Henke. Das "-s" im Namen kennzeichnet, dass es sich um einen Nachfahren des Hengel handelt. Der Hengel ist jemand, der in oder auf der Heide wohnt. Henke und Henge sind Kurzformen von Heinrich.

Hensel

Bedeutung: Hensel ist die Verkleinerungsform von Hans und steht somit für "der kleine Hans". Hans wiederum ist die Kurzform von Johannes. Aus dem Hebräischen abgeleitet bedeutet das "Gott ist gnädig".

Henser

Bedeutung: Der Name ist eine Kurz- oder Koseform von Hans. Hans kommt von Johannes, dieser Name bedeutet "Gott ist gnädig". Die phönizische Form von Johannes ist Hanibal.

Herein

Häufigkeit: Es sind elf Telefonteilnehmer mit diesem Namen registriert, einmal die Variante Herrein. In Österreich gibt es einmal Herein, Herreins gibt es dort gar nicht. Im Tschechischen gibt es mehrere ähnliche Namen, also Varianten: Hera, Herik, Herejk, Hereyk, Heran, Heroun, Herain.

Streuung: Der Name kommt vor allem in Süddeutschland vor.

Bedeutung: Es handelt sich wahrscheinlich um ein Wort, das althochdeutsch haerin heißt, "hären(es)", zum Beispiel ein härenes Gewand, aus groben Fasern bestehend, etwa aus Rosshaar oder Ziegenhaar.

Hermeling

Häufigkeit: In Deutschland gibt es den Namen 283 Mal mit Schwerpunkt im Emsland.

Bedeutung: Zugrunde liegt der Vorname Herrmann, eine Abkürzung dieses Vornamens ist Harm(s) oder Herm(s). An diese Abkürzung tritt die Verkleinerungsform -el. Die Endung -ing ist eine patronymische Bildung und bedeutet "Nachfahre" oder "Abkömmling des". So setzt sich der Name aus dem verkürzten Vornamen Hermann, einer Verkleinerungsform und der patronymischen Bildung zusammen.

Hesser

Telefonteilnehmer: 181

Varianten: Die Variante Heser passt zum Namen, es ist eine umgelautete Nebenform des Namens Hoser.

Bedeutung: Bei Hoser handelt es sich entweder um eine Berufsbezeichnung für den Hersteller von Strümpfen oder um eine typisch schwäbische Bezeichnung für den Pferdehirt.

Hildebrand

Herkunft: Dem Namen liegt ein alter germanischer und deutscher Vorname zugrunde, der zum Familiennamen geworden ist. Er besteht aus den beiden Teilen Hild- und -brand-. Hild- gehört zu einem inzwischen im Deutschen verschwundenen Wort, das noch im althochdeutschen Wort hiltja beziehungsweise dem altniederdeutschen Wort hild in Bedeutung von "Kampf" bezeugt ist. Bekannt ist es noch aus Frauenvornamen wie Hildegard, Brunhild und Kriemhild.

Der zweite Teil -brand gehört zu einem alten germanischen Wort, das in dem altnordischen Wort brand in Bedeutung von "Schwert, Schwertklinge" bezeugt ist.

Bedeutung: Dem Namen liegt also eine Kombination aus "Kampf" und "Schwert" zugrunde. Ob der Namen als "Kämpfer mit dem Schwert" oder ähnlich zu übersetzen ist, ist nicht sicher.

Hildesheim

Die Überlieferung des Namens Hildesheim zeigt in ihren Belegen aus dem Urkundenbuch des Hochstifts Hildesheim, aus Förstemann und anderen Quellen, dass der Ortsname nur geringen Schwankungen unterworfen war, zum Beispiel im Jahr 864 Hildenisheimensis episcopus oder 868 Hildiniesheimensis episcopi. Im Allgemeinen überwiegt in ältester Zeit Hildinisheim, Hildineshem, gelegentlich erscheint Hiltinesheim. In Quellen des 14. bis16. Jahrhunderts lautet der Ortsname Hyldensem, zumeist aber Hildensem.

Fast übereinstimmend ist der Name bisher in das Grundwort "-hēm/-heim" und einen Personennamen zerlegt worden. "Hildi" bedeutet "Kampf, Schlacht".

Hilgendag

Telefonteilnehmer: 34

Streuung: Braunschweig, Nordharzrand

Bedeutung: Zoder sagt, es handele sich um einen Übernamen nach dem Zeitpunkt der Geburt oder nach einer Redensart. "Hilge" ist niederdeutsch und steht für "heilig", "dag" ist der "Tag". Damit handelt es sich um den Heiligen Tag, wobei am wahrscheinlichsten Allerheiligen am 1. November gemeint ist.

Hille

Häufigkeit: Der Name ist 3607 Mal in Deutschland vorhanden.

Bedeutung:·Der Name könnte vom Vornamen Hildeburg abstammen. Möglich ist auch ein mittelhochdeutsches Wort mit der Bedeutung eilig, geschäftig oder Bezug auf "Hile", das bedeutet "Boden über dem Viehstall, das als Schlafstätte für das Gesinde diente".

Am wahrscheinlichsten ist die Erklärung, dass der Name eine Kurzform des Namens Hildebrecht und Hildebrand ist. Diese Namen setzen sich zusammen aus "Hildi", das "Kampf" im Niederdeutschen bedeutet und "Brand", das Schwert oder Kampf heißt.

Himpel

Telefonteilnehmer: 350

Varianten: Es taucht mehrmals der Name von Hempel auf.

Bedeutung: Es handelt sich bei dem Namen um eine patronymische Kurz- und Koseform zum Rufnamen des Vaters. Ausgehend von dem zweigliedrigen Rufnamen Hamprecht (älter Haganberaht oder auch Heimprecht, Heinbreht) wurde die Kurzform Hampo neben Heimpo und anderen gebildet, die abgeschwächt zu den Namen Hampe oder Hamp(p), Hampel und Hempel sowie Heimpel und Himpel wurden.

Hinterthür

Häufigkeit: Diesen Namen gibt es 137 Mal, vorwiegend in Göttingen und Celle.

Herkunft: Der Kern des Namens liegt damit im ostfälischen Gebiet.

Bedeutung: Zoder hat den Namen bereits behandelt. Danach ist es ein Örtlichkeitsname und besagt, dass der Vorfahre hinter einer Tür gewohnt habe. Es ist schwierig zu erklären, hinter welcher Tür. Es kann eine auffällige Tür gewesen sein oder ein Hinweis darauf, dass er zur Hintertür in ein Haus gehen durfte, weil der Vorfahre zum Beispiel rangniedriger war als der Hausbesitzer.

Hirschoff

Herkunft: In der Mormonendatei ist der Name nur für Amerika nachgewiesen.

Da die Vorfahren aus Sachsen stammen, kann der Name als Variante, also in anderer Schreibweise, ein Hinweis auf sorbische Abstammung sein. Hirschoff ist also ein deutsch-slawischer Mischname.

Hnida

Herkunft: Der Name kann tschechischen oder polnischen Ursprungs sein, er kommt aus Oberschlesien, aber auch aus Ostpreußen. Es gibt in Oberschlesien einen tschechischen Einfluss, weil der Ort an der Grenze zu Tschechien liegt.

Bedeutung: Das H fällt bei der Aussprache aus. Hnida ist das Wort für Nisse, das Ei einer Laus. Als Name benutzt ist damit ein kleiner Knirps oder ein Wicht gemeint - so unbedeutend, wie das Ei der Laus.

Hobbensiefken

Telefonteilnehmer: 61

Streuung: Das Zentrum des Namens liegt bei Wilhelmshaven, Oldenburg und Bremen.

Bedeutung: "Hobbe" ist ein typisch ostfriesischer beziehungsweise oldenburgischer Name, heute noch ein Vorname oder die Kurzform zu Hugbert oder Hugo. Der Name enthält das germanische Wort "hug" im Sinne von "denkender Geist". "Siefke" ist die Kurzform von Siegfried.

Höckendorff

Häufigkeit: 99 Telefonteilnehmer sind mit diesem Namen registriert. Es gibt auch die Namen-Variante Höckendorf, davon gibt es 107 Namenträger, bunt in Nordostdeutschland gestreut.

Streuung: Der Name bildet auf der Karte einen Flickenteppich in Norddeutschland. Die Mormonendatei familysearch.org zeigt eine klare Häufung des Namens in Pommern.

Bedeutung: In Pommern gibt es einen Ortsnamen, der dem Familiennamen zugrunde liegt. Allerdings heißt der Ort heute Klęskowo. Das ist der polnische Name des ehemaligen Höckendorff.

Höckh

Telefonteilnehmer: 60

Streuung: absolutes Zentrum in Württemberg

Bedeutung: Höck oder Höckh scheint eine Sonder- oder Dialektschreibung zu sein, die am ehesten zu Höck und Hug gehört. Hug ist eine Kurzform des Personennamens Hugo. Hugo bedeutet "denkender Geist".

Hoderlein

Häufigkeit: Der Name ist in Deutschland 79 mal registriert.

Streuung: Das Zentrum des Namens liegt zwischen Hof und Suhl.

Bedeutung: Vermutlich handelt es sich um einen germanischen Vornamen, zusammengesetzt aus „Aut-hari“ und „Od-her“.

Hoernchen

Telefonteilnehmer: 65

Streuung: Zentrum des Namens ist der Raum zwischen Düsseldorf und Aachen.

Bedeutung: Das Hörnchen ist ein süßes Gebäck, das im mitteldeutschen Raum auch unter den mundartlichen Bezeichnungen Hornaff(e), Hornoff oder Horneffer für Hörnchen und Brezel bekannt ist. Anderswo heißt es einfach Hörnchen oder Horn. Damit erschließt sich der Familienname Hörnchen zunächst als Berufsbezeichnung für den Bäcker, der sich durch eine besondere Form von Backwerk, und zwar ein hornförmiges, auszeichnete. Ähnliche Bedeutung tragen auch andere Familiennamen wie Weckler, Wegge, Spitzweck, Eiweck, Küchler, Lebkuchen, Ölkuchen oder Krapfl.

Hofeditz

Telefonteilnehmer: 154

Herkunft: Es handelt sich um einen zusammengesetzten Namen aus "Hof" und "Ditz", verbreitet in Westfalen und der dazugehörigen Hofstruktur. Damals übernahmen die Besitzer des Hofes auch den Hofnamen.

Bedeutung: "Ditz" ist eine verkürzte, verniedlichte Form des Personennamens Dietrich. "Diet", abgeleitet von "thiud", bedeutet "das Volk". "Rich" steht für "reich". Dazu kommt die Verbindung mit dem Hof und wird so zu Hofeditz.

Hoffrogge

Häufigkeit: Der Name existiert 139 Mal in Deutschland, vor allem im Emsland und in Ostfriesland.

Bedeutung: Hoff bedeutet Hof. Rogge ist ein Wort für Rog, das heißt Haufen oder Erhöhung. Der Hof lag offensichtlich erhöht, und derjenige, der darauf wohnte, war der Hoffrogge. Damit ist der Name ein Örtlichkeitsname und zeigt an, wo der Vorfahre einst gelebt hat.

Holdgrün

Telefonteilnehmer: 34

Streuung: Der Name ist - vermutlich wegen Vertreibung, Flucht oder Umsiedlung - bunt wie ein Flickenteppich gestreut. Eine leichte Häufung gibt es in der Lausitz.

Herkunft: Familysearch.org kann historisch Johann Traugott Holdgrün Male Birth aus dem Jahr 1835 belegen.

Varianten: Ebenfalls bei familiysearch.org gibt es eine Anna Holdgrun aus Böhmen und in Zittau zweimal die Variante Huldgren. Der historische Nachweis geht hier auf Willy Huldgren, geboren 1897 in Zittau, zurück.

Bedeutung: Prof. Udolph sieht als Erklärung am ehesten einen Ortsnamen auf -grün, siehe auch das "Historisches Ortsnamenbuch von Sachsen". Im ersten Teil des Namens steht das Höll- oder Hell- für "Niederung, Abhang, Tal".

Hölscher

Telefonteilnehmer: 3.412

Streuung: südwestliches Niedersachsen und nördliches Nordrhein-Westfalen

Bedeutung: Zoder sagt, Holsche und Hölscher könnten zusammengehören. Hölscher ist ein Berufsname, verschliffen aus dem mittelniederdeutschen "holskenmaker" in Bedeutung von "Holzschuhmacher".

Holz

Häufigkeit: rund 7.000 Einträge

Herkunft: Häufung des Namens im deutschen Nordosten: in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Schleswig-Holstein.

Bedeutung: Es handelt sich um einen alten germanischen Personennamen. Die patronymische Bildung des Stammes Holt wird zu Holts in Bedeutung von "der Sohn des Holt": Der Name Hochholt wird verkürzt zur Koseform Holt und patronymisch zu Holts, später dann Holz, gebildet.

Höhne

Häufigkeit: Es gibt den Namen 4.500 Mal, das Zentrum liegt in Brandenburg.

Herkunft: Der Name kam mit Sicherheit weiter aus dem Osten, die Großeltern stammen aus Westpreußen.

Bedeutung: Einträge aus der Mormonendatei "Familysearch" zeigen, dass Sachsen die ältesten Belege des Namens hat und der Name damit eindeutig mittelhochdeutschen Ursprungs ist. In allen Büchern zur Forschung wird der Name erklärt mit dem mittelhochdeutschen "hoch" für verachtet, hochfahrend, in Schmach lebend, übermütig, zornig, böse, stolz oder gefährlich.

Höltge

Häufigkeit: In Deutschland gibt es diesen Namen 142 Mal, vor allem in Ostfalen.

Bedeutung: Zoder hat den Namen bereits erklärt und geht davon aus, dass es sich um einen alten zweigliedrigen Personennamen handelt. Der Ursprung muss Hochwald gewesen sein. Hoch bleibt hoch und wald wird zu holt. Hochholt wird zu Hoholt und im Laufe der Zeit zu Holt. Höltge ist dann die Verkleinerungsform von Hochholt.

Hoppenrath

Telefonteilnehmer: 77, darunter auch die Variante Hoppenrade

Streuung: bunt

Bedeutung: In Deutschland gibt es mehrere Orte Hoppenrade, zum Beispiel bei Güstrow, bei Neuruppin, bei Wittenberge und nördlich von Potsdam. Damit steht fest, dass ein Ortsname ist in diesem Fall zum Familiennamen geworden ist.

Höricht

Telefonteilnehmer: 48

Streuung: Bunt, etwas häufiger in Sachsen-Anhalt.

Varianten: Es gibt 65 Mal den Namen Hörich mit Streuung in Leipzig, Sachsen-Anhalt, Göttingen und Kassel.

Bedeutung: R. Zoder schreibt, dass es sich eventuell um einen Ortsnamen handelt, denn er kommt mehrfach vor: Hörich in Bayern, Höring im Landkreis Hadeln in Niedersachsen und ebenfalls in Bayern sowie Höringen in der Pfalz. Es könnte sich auch um einen Übernamen zum mittelhochdeutschen hoerec in Bedeutung von "hörig, leibeigen" handeln.

Daher schaut Prof. Udolph auch nach der Vatiante Hörig: Die gibt es 491 Mal in Deutschland mit einer Streuung, die von Westsachsen ausgeht.

Im "Duden – Familiennamen. Herkunft und Bedeutung" gibt es diesen Eintrag zu Hörig: "Übername zu mittelhochdeutsch hœrec = folgsam; hörig, leibeigen. Mittelniederdeutsch horich = gehorsam, zugehörig. Herkunftsname zu dem Ortsnamen Hörich (Bayern). Gelegentlich abgeschwächte Form von Höring.

Eine Verbreitungskarte, die mit den beiden Varianten Höring und Hörig erstellt wird, zeigt, dass als Grundlage des Namens Hörig angenommen werden muss und Hörig die "gerundete" Form von Hering ist. Aus einem breiten e wird hier ein rundes ö. Das wird als Übername erklärt, zum Beispiel Schmal wie ein Hering; oder als Berufsbezeichnung, also ein Heringsverkäufer.

Hosang

Teilnehmerzahl: 240

Varianten: Hosanc, Hosank, Hosangh, Hog(h)esang, Hogesanck, Hoch­gesang.

Herkunft: Die namenkundliche Literatur führt die Namen größtenteils auf mittelniederdeutsch hösank bzw. mittelhochdeutsch hö(ch)sanc zurück, auf zwei Wörter, die in dieser Form in mittelalterlicher Zeit nicht schriftlich belegt sind. Allerdings ist höhsang "Psalm, Lobgesang auf Gott, Festgesang" in einer althochdeutschen schriftlichen Quelle bezeugt. Daneben - vielleicht als Wohnstättenname - lässt sich die Namensform Osang auf mittelhochdeutsch âsang in der Bedeutung 'Feuerrodung' zurückführen, womit eine durch Feuer (Sengen) gerodete Flur benannt wurde.

Streuung: Bei R. Zoder finden wir urkundliche Belege für die mittelalterliche Existenz des Namens in seinem Untersuchungsgebiet: 1321 Otbert et Arnoldus Hosanc,Johannis Hosank

Hubensack

Telefonteilnehmer: 42

Streuung: nördliches Göttingen

Varianten: Den Namen Haubensack gibt es 38 Mal, Haubensak 60 Mal.

Streuung: Prof. Udolph findet den Namen gehäuft bei Stuttgart.

Bedeutung: Bei Zoder steht Hubensack für den Berufsnamen nach dem Gegenstand der Arbeit, abgeleitet vom mittelhochdeutschen hubensac in Bedeutung von "Sack, Behälter" (eventuell für Pickelhauben). Brechenmacher sagt, Haubensack wäre der Übername des Zeugmeisters, der die Ausrüstung der Söldner unter sich hat. In einem Söldnervertrag mit Konstanz von 1403 ist von dem Geleit eines "hubensakks" oder "watsakks" die Rede. So zum Beispiel 1488 bei Martin Hubensack, fürstlicher Jägerknecht in Stuttgart, und 1515 bei Martin Hubensack, Jäger zu Reutlingen. Im "Deutschen Wörterbuch" der Brüder Grimm heißt es: "Ein Watsack ist ein sack oder behältnisz für kleider und anderes, das man auf die reise mitnimmt, felleisen, auf dem rücken getragen oder zu pferd oder wagen mitgeführt." Das Wort ist im 17. Jahrhundert ausgestorben und im 19. Jahrhundert in Bedeutung von "Gewand" wieder aufgenommen worden.

Hummerich

Varianten: Es gibt 115 Mal den Namen Hummerich, 107 Mal Hummrich und 99 Mal Humrich.

Herkunft: Es handelt sich vermutlich um eine Ableitung der Familiennamen Humbrecht, Humbricht, Humbert, Humpert, Hummert, Umbrecht oder Hummerich, die alle auf den Rufnamen Hun(i)b(e)raht zurückführen.

Bedeutung: "Hun" steht für "groß, lang", "rich" bedeutet in diesem Fall "reich". Es handelt sich also um einen germanischen Vollnamen aus zwei Teilen, die miteinander keinen Sinn ergeben müssen.

Hundt

Bedeutung: Die Ursprungsform des Namens muss Hund gewesen sein, die Schreibweise "-dt" ist lediglich eine Variante. Viele Forscher haben den Namen Hund bereits untersucht, folgende Erklärungen sind für den Namen zu finden:

Es handelt sich um die Ableitung eines alten Personennames wie Huntfried - ein auffallend häufig gewählter Name, den edle Geschlechter benutzen, um sich damit zu schmücken.
Im Fränkischen ist ein Hund ein Unterrichter oder Gemeindevorsteher. Der Name beschreibt einen Hausnamen, denn früher hatten die Häuser keine Nummern, sondern Tierzeichen. Die ostmitteldeutschen Hundnamen gehen zurück auf die sächsische Stadt Kanitz. In diesem Ortsnamen soll der lateinische Name Canis für Hund stecken. Derjenige, der aus Kanitz kam, wurde deshalb als Canis oder Hund bezeichnet.

Wahrscheinlich handelt es sich um die Übertragung des Tiernamens auf Personen und damit auch der Eigenschaften des Hundes. Das kann in diesem Fall sowohl negativ sein, wie: böser Hund, dummer Hund, oder positiv wie: treuer Hund.

Hüninghake

Telefonteilnehmer: 40

Streuung: Cloppenburg, Vechta, Diepholz

Varianten: Den Namen Hüning gibt es 365 Mal in Deutschland mit einem Zentrum im Ruhrgebiet und bedeutet "Hühne, großer Mensch".

Bedeutung: Prof. Udolph untersucht die Verbindungen mit "-hake" und findet zusammengesetzte Namen wie Feuerhake, Gierhake, Krauthake, Leushake und Lüninghake. "Hake" gehört zum niederdeutschen Wort "ha(c)ke" und bedeutet "Hofpforte, Gartentor, Waldtor, Kamptor". Hüninghake ist daher wohl ein Hofname: "der große Mann an der Hofpforte".

Hurkuck

Telefonteilnehmer: Es gibt 26 Mal den Namen Hurkuck beziehungsweise Hurkuk.

Streuung: Der Name tauch fast ausschließlich in Hannover auf.

Bedeutung: Zoder sagt, Hurku(c)k stamme von dem mittelniederdeutschen Wort "hurkuken" in Bedeutung von "gurren". Der Namenträger scheint also eine "eigenartige" Form der Aussprache gehabt zu haben - ähnlich dem Taubengurren.

Hurz

Telefonteilnehmer: 15

Streuung: Der Name taucht vor allem in Schleswig-Holstein auf.

Herkunft: Familysearch.org zeigt die historische Herkunft des Namens eher im Ruhrgebiet.

Varianten: Im Ruhrgebiet gibt es rund 200 Mal die Variante Hurtz.

Bedeutung: Zoder glaubt, der Name stamme von "hurtzig" wie "hurtig" ab, so dass es sich um einen Übernamen zu dem mittelhochdeutschen Wort "hurzen" im Sinne von "stoßen, jagen, hetzen" handeln könnte. In H. Bickels "Bei- und Familiennamen des 12. und 16. Jahrhunderts des Bonner Raumes" wird Hurz abgeleitet von dem mittelniederdeutschen Wort "hort" beziehungsweise "hurt" für "Hürde, Flechtwerk". Auch bei Brechenmacher taucht "Hürd" beziehungsweise "Hurt(h)" auf als "umzäunendes oder abschließendes Flechtwerk", abgeleitet vom mittelhochdeutschen Wort "hurt".

Hüterott

Telefonteilnehmer: 5

Varianten: Insgesamt 57 Mal gibt es die Varianten Hütterodt, Hütteroth und Hütterott.

Streuung: Das Zentrum des Namens liegt westsüdwestlich von Kassel in Thüringen. Dort gibt es die Ortsnamen Hüttenrode und Hüttenroda.

Bedeutung: In Helmut Opitz' "Müllers Großes Deutsches Ortsbuch" ist der Ortsname Hüttenroda aus dem Wartburgkreis verzeichnet. Der Familienname führt wahrscheinlich zurück auf die Rodung des "Huoto" oder "Hut"und steht in Verbindung zu "hüten, behüten".

Huth

Häufigkeit: Der Name ist etwa 4.500 Mal in Deutschland verzeichnet.

Herkunft: Das Zentrum der Namenträger liegt im Rhein-Main-Gebiet und in Brandenburg.

Bedeutung: Es handelt sich um eine Berufsbezeichnung, die zum Nachnamen geworden ist. Der Vorfahre der Huths war Hutmacher.

Hüttry

Telefonteilnehmer: Prof. Udolph findet lediglich einen Telefonteilnehmer. In der Datenbank familysearch.org gibt es keinen Eintrag.

Varianten: Es gibt 29 Mal den Namen Chytry.

Streuung: Der Name Chytry taucht bunt wie ein Flickenteppich gestreut in Norddeutschland auf.

Bedeutung: Die Deutung kommt aus dem "Lexikon der Familiennamen polnischer Herkunft im Ruhrgebiet": Das polnische Wort "chytry" steht für "schlau, listig, durchtrieben".

Huxsohl

Telefonteilnehmer: 9

Varianten: Unter 40 Millionen Telefonteilnehmern ist der Name Huxol 96 Mal nachgewiesen. Daraus resultiert, dass auch die Schreibvarianten Huxoll (183 Telefonteilnehmer), Huxohl (46 Telefonteilnehmer) und Huxsohl (sechs Telefonteilnehmer) in die Deutung einbezogen werden müssen.

Verbreitung: Eine Deutschlandkarte mit Verbreitung der Namenträger zeigt Häufungen der Namen Huxoll, Huxol und Huxohl in Nordwestdeutschland. Hierbei zeichnet sich für Huxoll ein deutlicher Verbreitungsschwerpunkt um Detmold und Minden ab. Die Schreibform Huxol tritt in einem ähnlichen Gebiet auf, jedoch vermehrt an der Peripherie des Verbreitungsschwerpunkts von Huxoll, und zwar im Hochsauerlandkreis/Kreis Olpe, im Kreis Verden sowie in Lippe. Für die Variante Huxohl wird ein Schwerpunkt um Bielefeld deutlich.

Bedeutung: Der Name stammt eindeutig von einem Ortsnamen ab, davon gibt es einige: Huxoll bei Cappel im Kreis Lippe, Huxoll bei Talle im Kreis Lippe, Huxoll bei Herzkamp im Ennepe-Ruhrkreis/Nordrhein-Westfalen, Huxahl bei Diesten im Kreis Celle/Niedersachsen, Huxhall bei Verden/Niedersachsen, Huxelort, zu Schleptrup gehörig, im Kreis Osnabrück, Huxholl bei Arnsberg im Hochsauerlandkreis/Nordrhein-Westfalen und Huxol/Huxel bei Meschede im Hochsauerlandkreis.

Die historische Belegfolge ist zwar nur für einige Ortsnamen nachzuvollziehen. Es wird aber deutlich, dass letztendlich alle Namen auf eine Grundform Huk(e)shol(e) zurückgehen und somit als Grundlage für die Familiennamen Huxoll, Huxol und Hux(s)ohl gelten können.

Alle oben genannten Ortsnamen gehen letztlich auf eine Örtlichkeitsbezeichnung der Form Huk(e)shol(e) und ähnliche zurück. Die Namengrundform Hukshole weist eine Verbindung mit dem Mundartwort "huck", "hoke" beziehungsweise "hucke" in Bedeutung von "hervorragender Hügel, Berg, Haufen" auf. "Sohl" oder "suhl" bedeutet "Höhle, Unterschlupf".