Stand: 13.11.2015 10:58 Uhr

Preis für Ehrenamt: Alle Projekte im Überblick

Jedes Jahr werden Preise in elf verschiedenen Kategorien beim Niedersachsenpreis für Bürgerengagement vergeben - jeweils mit 3.000 Euro dotiert. Zehn Preisträger wurden von einer Jury ausgewählt - den elften Preis vergeben die Hörer von NDR 1 Niedersachsen. Diese sechs Bewerber stehen zur Wahl.

Repair-Café Osnabrück

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Im Repair-Café werden defekte Dinge repariert. Monika Förster, Ralf Baalmann, Renate Seeberg und Gerd Diekherbers (v.l.) unterstützen die Besucher.

Wegwerfen? Denkste! Defekte Toaster, platte Fahrradreifen, Löcher im Pullover oder Nachttischlampen mit Wackelkontakt - in Osnabrück werden solche Dinge nicht weggeworfen, sondern mit Hilfe und Anleitung von ehrenamtlichen Fachleuten wieder hergerichtet. Und zwar im Repair Café Osnabrück. Die Reparaturen sind kostenlos. Einzige Bedingung: Der Besucher repariert soweit wie möglich selbst. Seit März dieses Jahres gibt es das Projekt des Diakonischen Werkes Osnabrück und des Cafés Oase - Jung und Alt nutzen das Angebot.

Netzwerk "Willkommen in Neu Wulmstorf"

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Das Netzwerk "Willkommen in Neu Wulmstorf" bietet unter anderem Heidewanderungen an. Außerdem gibt es eine Fahrradwerkstatt und Deutschkurse.

Das Netzwerk "Willkommen in Neu Wulmstorf" wurde vom Deutschen Rote Kreuz, BUND, beiden Kirchengemeinden in Neu Wulmstorf, Sportvereinen und vielen weiteren Institutionen und Privatpersonen gegründet, um Flüchtlinge willkommen zu heißen. Sie möchten die Integration erleichtern und bieten dafür etwa eine ehrenamtliche Fahrradwerkstatt im Flüchtlingsheim an, Deutschförderung, ein internationales Frühstück und jeden Mittwoch einen interkulturellen Treff.

Schulmuseum Ostfriesland

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Klaus Kluth, ehrenamtlicher Vorsitzender des Trägervereins des Schulmuseums, Udo Tinnemann, ehrenamtlicher Museumsleiter und Wiemuth Reuer, ehemalige Museumsleiterin schlagen zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart eine Brücke.

Einmal wieder Schüler sein in einem Klassenzimmer aus der Kaiserzeit oder aus dem 19. Jahrhundert: Das geht im Ostfriesischen Schulmuseum Folmhusen in Westoverledingen im Kreis Leer. Das Sammeln, Erforschen und Präsentieren der Geschichte von Schule und Kindheit - insbesondere in Ostfriesland - hat sich das Ostfriesische Museum vor rund 30 Jahren zur Aufgabe gemacht. Bis heute soll es eine Brücke schlagen zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart. Das Museum hat in diesem Jahr das Gütesiegel des Museumverbands bekommen und trägt sich fast nur durch Ehrenamtliche. Und das sogar generationsübergreifend: Die Jüngste ist 23 Jahre, der Älteste 86 Jahre alt. Grundschüler oder Touristengruppen werden von ihnen in die Schulhistorie Ostfrieslands eingeführt.

Schulhof-Umgestaltung, Salzgitter

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Während die Schüler von der Hauptschule an der Klunkau in Salzgitter ihren Schulhof verschönern, geht es manchmal zu wie auf der Großbaustelle.

Schlaglöcher im Asphalt, kaputte Bänke, keine Schatten spendenden Bäume: Ein trostloser Schulhof war der Ausgangspunkt für ein in dreierlei Hinsicht praktisches Projekt. Zusammen mit Handwerkern aus der Region verschönern die Schüler der Hauptschule an der Klunkau in Salzgitter mithilfe von Spendengeldern ihren Schulhof. Sie arbeiten unter anderem mit Dachdeckern, Tischlern, Elektrikern und Garten- und Landschaftsbauern zusammen. Von der 5. Klasse an lernen sie jedes Jahr handwerkliche Fähigkeiten dazu. Und wenn die Chemie stimmt, winkt den Schülern am Ende ein Ausbildungsvertrag im Handwerk.

Gebärdenchor "S(w)inging Hands"

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Beim Gebärdenchor "S(w)inging Hands" lernen Hörende und Gehörlose viel von einander.

Seit mehr als zehn Jahren bildet der Gebärdenchor "S(w)inging Hands" aus Schaumburg eine Brücke zwischen gehörlosen und hörenden Menschen. Leiterin Claudia Kraupner und ihre neun Mitstreiter übersetzen Lieder in Gebärdensprache. Ihr Repertoire reicht von "Westerland" von den Ärzten über "Over The Rainbow" bis hin zu Sarah Connors "Wie schön du bist". Gehörlose Menschen erfahren von dem Chor aus Schaumburg oft zum ersten Mal, welche Bedeutung die Lieder haben. Hörende Menschen bemerken wiederum, wie ausdrucksstark Lieder in Gebärdensprache wirken.

Leihgroßeltern, Wilhelmshaven

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Leihopas wie Walter Borchers (Zweiter v.l.) spielen mit den Kindern und stehen mit Rat und Tat zur Seite.

Das Familienzentrum Ost in Wilhelmshaven vermittelt Senioren, die sich ehrenamtlich als "Leihopa und -oma" in Familien engagieren. Sie spielen mit den Kindern, machen Unternehmungen, stehen mit den unterschiedlichsten Ratschlägen beiseite - eben alles, was richtige Großeltern so machen. Das Projekt läuft seit drei Jahren und wird finanziert von der Stadt Wilhelmshaven - inzwischen sind elf Leihgroßeltern vermittelt worden. Mehr als 20 Familien warten auf einen Leihopa oder -oma. Mit dem Preisgeld soll das Projekt weiter finanziert werden.

So machen Sie mit

Hauptschule Salzgitter erhält Hörerpreis

21.11.2015 13:00 Uhr

Für ihr Schulhof-Umgestaltungsprojekt ist die Hauptschule Salzgitter mit dem NDR 1 Niedersachsen Hörerpreis für ehrenamtliches Engagement ausgezeichnet worden. mehr