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AWD bestreitet neuen Verstoß gegen Datenschutz

von Ilka Steinhausen, NDR Info

Von Ilka Steinhausen, NDR Info

AWD-Servicezentrale in Hannover © AWD Detailansicht des Bildes Der Finanzdienstleister AWD aus Hannover weist die Vorwürfe von sich. (Archivfoto) Gabriele Bunk aus Hitzacker staunte nicht schlecht, als sie im Radio von der neuen Datenpanne bei AWD hörte. Ein bisschen entsetzt sei sie gewesen, schließlich hatte sie ihre persönlichen Daten vertraulich an AWD weitergeben. Der IT-Rechtsexperte Nikolaus Forgó von der Universität Hannover glaubt, dass der Finanzdienstleister nun in Schwierigkeiten sei: "Das ist nicht nur ein juristisches Problem, sondern auch ein Glaubwürdigkeitsproblem. Das ist so ziemlich das Schlimmste für ein Unternehmen, das mit Finanzprodukten agiert, was ihm geschehen kann."

Datenschützer: Argument der "alten Daten" gilt nicht

AWD hat die erneute Panne eingeräumt - sagt aber, es habe keinen Datenschutzverstoß gegeben, die Sicherheitsstandards seien hoch. Zudem seien die Daten, um die es geht, alt. Nach Informationen von NDR Info läuft ein großer Teil der Verträge allerdings noch über viele Jahre, zum Beispiel bei Lebensversicherungen. Zudem lässt der Datenschutzbeauftragte von Schleswig Holstein, Thilo Weichert, das Argument der "alte Daten" nicht gelten: "So eine Argumentation zeugt von der Dümmlichkeit, mit der hier AWD vorgeht. Alte Daten sind auch personenbezogenen Daten, und alte Daten können heute noch Wirksamkeit haben. Es ist ja ganz offensichtlich so, dass viele der Daten sich auf Vertragsbeziehungen beziehen, die auch noch heute bestehen."

NDR Info als "Narrenradio Deutschland" veralbert

Der Finanzdienstleister scheint den Ernst der Lage offenbar nicht ganz erkannt zu haben. Auf seiner Internetseite zeigt AWD eine Narrenkappe, darunter steht: "Narrenradio Deutschland" - gemeint ist NDR Info. AWD solle sich lieber um die Datensicherheit kümmern, betont Weichert, anstatt sich über die eigene Datenpanne zu belustigen. "Wer hier genarrt wird, ist die Öffentlichkeit - und zwar von AWD. Dass hier ganz offensichtlich ein Datenschutzverstoß stattgefunden hat, ist alles andere als närrisch. Das ist zunächst mal ein rechtswidriger Zustand, der letztlich in der Verantwortung von AWD liegt."

Gesetz sieht Informationspflicht vor

Ähnlich sieht das auch AWD-Kundin Gabriele Bunk. Sie will schon bald ihren zuständigen Vertreter daraufhin ansprechen. Denn lustig oder närrisch findet sie es auch nicht, dass ihre Daten aufgetaucht sind. Der Datenschutzbeauftragte von Niedersachsen dürfte nun weitere Fragen zur neuen Datenpanne bei AWD haben - das Kontrollverfahren der Behörde läuft seit dem vergangenen Herbst. Und der IT-Rechtsexperte Forgó bezieht sich auf das Bundesdatenschutzgesetz. Danach könnte in diesem Fall der Paragraph 42a greifen. Dieser sehe laut Forgó eine "Information der Betroffenen und - soweit das nicht möglich ist oder nur mit unverhältnismäßigem Aufwand - Information der Betroffenen durch öffentliche Kanäle, zum Beispiel entsprechende Zeitungsanzeigen" vor. Immerhin hätten die Datenschutzpannen der Vergangenheit gezeigt, dass die Öffentlichkeit jetzt sensibler für dieses Thema geworden sei, so der Rechtsexperte.

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Autorin
Ilka Steinhausen © NDR Fotograf: Klaus Westermann
 

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