Stand: 22.09.2017 14:32 Uhr

Zuckerfrei durch den Alltag: Es ist geschafft!

Kuchen und Co. versüßen uns das Leben. Doch zu viel Zucker kann krank machen - er soll unter anderem die Ursache für Übergewicht und Diabetes sein. Oft wissen wir gar nicht, wie viel Zucker pro Tag wir zu uns nehmen, denn auch in Senf, Minisalamis und Brot steckt der Süßmacher. NDR 1 Niedersachsen Reporterin Silvia Stoll hat zwei Wochen lang den Test gemacht und auf Zucker verzichtet. Sie wollte wissen, ob ein zuckerfreies Leben fitter und glücklicher macht.

Zwei Wochen ohne Zucker: Das Bild-Tagebuch

Zwei Wochen zuckerfrei: Silvias Bilanz

Am Anfang habe ich nicht gedacht, dass es so schwierig sein kann, sich zuckerfrei zu ernähren. Mir wäre nie in den Sinn gekommen, dass in Wurst und Senf Zucker steckt. Jetzt weiß ich es besser. In der ersten Woche war ich immer auf der Suche nach Lebensmitteln ohne Zucker. Denn allein mein herzhaftes Frühstück war voll davon: Körnerbrot mit Leberwurst. Das Brot konnte ich schnell durch zuckerfreies Knäckebrot ersetzen - mittlerweile habe ich auch sehr köstliches, zuckerfreies Roggen- und Dinkelbrot beim Bäcker entdeckt - und statt Leberwurst kam Käse als Belag oben drauf.

Zutatenliste: Eine langweilige Angelegenheit

Doch das Studieren der Zutatenlisten auf den Lebensmitteln war müßig und machte nicht viel Spaß. Der Einkauf zog sich unendlich in die Länge - und das Gemeine: Für Zucker gibt es viele alternative Begriffe: Saccharose, Dextrose, Glukose, Glukosesirup, Karamellsirup und, und, und. Hinter den Zutaten, deren Name auf -ose oder -sirup endet, versteckt sich also auch Zucker. Je häufiger solche Namen in der Zutatenliste auftauchen, desto mehr Zucker ist enhalten - und je weiter der Zucker in der Zutatenliste vorne steht, desto mehr ist davon drin.

Wenn ich ehrlich bin, hat mir die erste Woche meines Projekts "Zuckerverzicht" nicht gefallen. Der Einkauf dauerte ewig und ständig kreisten meine Gedanken um das Essen. Was kann ich essen? Was nehme ich mit zur Arbeit? Reichen zwei Brote mit Käse und dazu Obst? Und ständig hatte ich das Gefühl, nicht genug gegessen zu haben. Jetzt weiß ich, dass mir irgendwann wegen des Zuckergenusses mein natürlicher Essensrhythmus abhandengekommen war. Hunger kannte ich ja gar nicht, zwischendurch gab es schließlich immer kleine Naschereien wie Kekse oder Süßkram.

Bei meinem Projekt hat mich Martina Schüring unterstützt. Sie hat Ernährungswissenschaften studiert und leitet ein Fitness-Studio in Osnabrück. Ihr Tipp immer wieder: "Nimm dir Zeit und hör in dich hinein! Wenn du merkst, du kommst mit drei Mahlzeiten nicht aus, kannst du gern vier oder fünf zu dir nehmen. Das ist sehr individuell und auch abhängig davon, was du am Tag so leistest."

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | 22.09.2017 | 07:40 Uhr