Stand: 28.07.2013 15:06 Uhr

A 7: Staufalle Rader Hochbrücke

Auto- und Lkw-Fahrer brauchen auf der Autobahn 7 zurzeit viel Geduld. Die maroden Pfeiler der Rader Hochbrücke müssen repariert werden - und das ausgerechnet in der Ferienzeit. Für die Arbeiten wurde je ein Fahrstreifen der Brücke über den Nord-Ostsee-Kanal gesperrt. Für Lkws ab 7,5 Tonnen gilt ein Überfahrverbot. Die Bauarbeiten sorgten am Wochenende für das befürchtete Verkehrschaos. Nachdem sich am Sonnabend in Richtung Norden ab Bordesholm zeitweise ein Stau von 25 Kilometern Länge gebildet hatte, standen die Autos am Sonntag in sengender Hitze vor der Brücke auf 11 Kilometern. In Richtung Süden ging es an den beiden Tagen nur stockend voran. Auch die Umleitungsstrecken waren überlastet.

Rader Hochbrücke wird zum Nadelöhr

Meyer spricht von hohem wirtschaftlichen Schaden

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Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Reinhard Meyer besucht am Sonnabend die Rader Hochbrücke.

Die Arbeiten an der Brücke werden vermutlich bis Jahresende dauern. Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Reinhard Meyer machte sich am Sonnabend ein Bild von den Problemen an der Brücke. Der SPD-Politiker ließ sich von Matthias Paraknewitz vom Landesbetrieb Straßenbau die maroden Betonpfeiler zeigen und die Sanierungspläne erklären. "Es ist deutlich geworden, dass wir in der Tat in einer dramatischen Situation sind", sagte Meyer NDR 1 Welle Nord. Der Minister hofft, dass die Arbeiten in den nächsten vier Monaten auch durchgeführt werden. "Wir haben einen hohen wirtschaftlichen Schaden, insbesondere für das Logistik-Gewerbe im Land", meinte er weiter.

Ein Statiker hatte bei einer Untersuchung festgestellt, dass der Beton von allen 14 Brückenpfeiler-Paaren marode ist. Meyer will in der kommenden Woche auf das Bundesverkehrsministerium zugehen, um gemeinsam eine rasche Sanierung sicherzustellen. "Wir werden alles tun, um die folgenreichen Auswirkungen der Sperrung für Lkws und der Einschränkungen für Pkws so gut wie möglich zu minimieren", erklärte der Verkehrsminister.

Spediteure müssen weite Umwege einplanen

"Uns ist klar, dass dieser Einschnitt Zigtausend Autofahrer erneut auf eine harte Geduldsprobe stellen wird. Wir bitten dafür um Verständnis", sagte Frank Nägele, Staatssekretär im Verkehrsministerium Schleswig-Holstein: Das Verkehrsministerium sei leider zu diesem drastischen Schritt gezwungen, um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten. Die Anlieger an den Umleitungsstrecken müssen sich auf mehr Lärm und Abgase einstellen. Trucker aus dem Norden, die nach Neumünster oder Hamburg wollen, sollen über die B 200 nach Husum fahren und von dort weiter über die B 5 und die A 23. Wer nach Neumünster will, soll die A 23 bei der Abfahrt Schenefeld verlassen und die B 430 nutzen. Lkws nach Hamburg müssen die A 23 nicht verlassen, die Autobahn führt direkt in die Hansestadt.

Kanaltunnel bei Rendsburg fällt als Ausweichroute aus

Lastwagen aus dem Süden sollen über Kiel fahren. Dafür können sie entweder die Autobahn 21 bis Kiel nutzen oder auf der A 7 bis zum Autobahndreieck Bordesholm und dann auf der A 215 nach Kiel fahren. Von der Landeshauptstadt geht es auf der B 76 nach Eckernförde, von dort über die Bundesstraße 203 zur A-7-Auffahrt Rendsburg/Büdelsdorf. Der Kanaltunnel bei Rendsburg fällt als Ausweichroute aus: Er wird im Moment ebenfalls saniert.

Karte: Bauarbeiten an Rader Hochbrücke: Ausweichrouten

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 28.07.2013 | 12:00 Uhr

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