Stand: 06.03.2017 20:12 Uhr

Zoff um Schleswiger Bahnhof spitzt sich zu

Im Streit um die Sanierung des Schleswiger Bahnhofs hat die Stadtverwaltung Strafanzeige gegen den Bauherren erstattet. Die Stadt hatte vergangene Woche diverse Räume des Bahnhofes versiegelt, um weitere nicht genehmigte Bautätigkeiten zu verhindern. Man mache sich Sorgen um Art und Statik des Umbaus des historischen Gebäudes, so die Stadtverwaltung. Diese Siegel sind nach Angaben der Stadt vom Montag mittlerweile zum Teil gebrochen worden. Daher sei jetzt Strafanzeige erstattet worden.

Bauakten sind verschwunden

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"Moin, durch Zufall bin ich in den Besitz der 'Bauakte Bahnhof Schleswig' gekommen und möchte diese Ihnen zum Kauf anbieten", heißt es in dem Schreiben.

Desweiteren hat die Stadt festgestellt, dass die Bauakten offenbar nicht mehr vollständig sind. Und es kommt noch dicker: Der Investor hat einen Brief bekommen, in dem ein anonymer Absender schreibt: "Moin, durch Zufall bin ich in den Besitz der 'Bauakte Bahnhof Schleswig' gekommen und möchte diese Ihnen zum Kauf anbieten." Weiter heißt es: "Für 10.000 Euro bin ich bereit, diese Ihnen zu überlassen." Der Bauherr, der nicht namentlich genannt werden möchte, forderte den Bürgermeister daraufhin zu einer Stellungnahme auf.

Anzeige wegen Unterschlagung

Die Stadt gab inzwischen zu, dass ein Teil der Akte verschwunden ist. "Es ist tatsächlich so, dass aus der Gesamtakte etwas fehlt", sagte Antje Wendt, Sprecherin der Stadt Schleswig. Mitarbeiter hätten das nach dem Ortstermin am Bahnhof am vergangenen Donnerstag festgestellt. Bei dem Termin versiegelten die Stadtmitarbeiter Türen des Bahnhofs, weil der Investor nach ihrem Erachten gegen einen verhängten Baustopp verstoßen hatte. Die Bauakten legte einer der Mitarbeiter bei der Aktion ab.

"Alles in Kopie"

Nun hat die Stadt Anzeige gegen Unbekannt erstattet - wegen Unterschlagung einer Fundsache. Dem unbekannten Täter drohen bis zu drei Jahre Haft. Die Kripo ermittelt in dem Fall. Zu Geld machen wird der Verfasser des Schreibens die Unterlagen aber wohl nicht. "Die Bauunterlagen haben wir alle in Kopie. Die können wir also etwas kostengünstiger wieder zusammenstellen", sagte der Investor.

Die Bahn hatte den unter Denkmalschutz stehenden Bahnhof 2013 für 182.000 Euro an den Investor aus Freiburg im Breisgau versteigern können. Ein erster Verkauf musste zuvor rückabgewickelt werden.

Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 06.03.2017 | 19:30 Uhr

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