Stand: 16.01.2016 16:11 Uhr

Zerlegter Pottwal: Mit dem Lkw nach Jagel

Auf Nordstrand haben Experten am Sonnabend den dritten, tot im Wattenmeer gefundenen Pottwal zerlegt. Etwa 150 Menschen sahen dabei zu. Im Magen des Tieres fanden die rund 30 Experten der Tierärztlichen Hochschule Hannover ein mehrere Quadratmeter großes Fischernetz. "Das war aber nicht der Grund des Todes", teilte Hendrik Brunckhorst vom Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz (LKN) mit. "In zwei bis vier Wochen können wir mit Ergebnissen über die genaue Todesursache des Tieres rechnen", sagte er NDR.de. Die Überreste des Tiers wurden laut Brunckhorst in zwei Containern per Lkw in eine Tierkörperverwertungsanstalt nach Jagel (Kreis Schleswig-Flensburg) gebracht. Auch das Skelett geht nach Jagel - und nicht, wie ursprünglich geplant, ins Meeresmuseum Stralsund.

Panne beim Abtransport

Das zehn Meter lange und tonnenschwere Tier war am Mittwoch vor Trischen gefunden worden. Bei der Bergung hatte es zunächst eine Panne gegeben. Bei dem Manöver war die Leine des Schleppers "Odin" zu dem Kadaver gerissen, der Wal verschwand spurlos. Erst am Freitagmorgen wurde er auf einer Sandbank vor der Hallig Süderoog (Kreis Nordfriesland) gesichtet. Mit dem Hochwasser am brachte ihn die Crew des Schleppers mit einem neuen Seil am Freitagabend in den Hafen von Nordstrand.

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Skelette für Amrum und Gießen

Dort waren zuvor bereits die zwei Wale zerlegt worden, die am Dienstag vor Helgoland gefunden wurden. Die Skelette dieser beiden Wale sollen erhalten bleiben. Eines geht an einen Natur- und Kulturverein auf der Nordseeinsel Amrum.  Für das zweite Skelett laufen Gespräche mit der Universität Gießen. Die übrigen Körperteile dieser beiden Tiere werden ebenfalls in die Tierkörperverwertungsanstalt nach Jagel gebracht.

Mindestens zwölf tote Wale in der Nordsee

In Wilhelmshaven wurden derweil die Kadaver der beiden Wangerooge-Wale zerlegt. Insgesamt wurden an der Nordseeküste in den vergangenen Tagen mindestens zwölf Pottwale angeschwemmt: Sechs in der Deutschen Bucht, sechs vor der niederländischen Insel Texel. Die Tiere verirrten sich offenbar in der Nordsee - und verendeten im flachen Wasser. Ein Zusammenhang zwischen den Strandungen gilt als wahrscheinlich, da die Tiere in Gruppen auftreten.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 16.01.2016 | 16:00 Uhr