Stand: 14.09.2017 15:33 Uhr

Zehn Jahre Brustkrebs-Früherkennung: Eine Bilanz

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Vertreter des Netzwerks "Betrifft Brust" stellten die Bilanz-Zahlen am Donnerstag in Lübeck vor.

Zehn Jahre nach dem Start eines Früherkennungsprogramms für Brustkrebs in Schleswig-Holstein haben Vertreter des Netzwerks "Betrifft Brust" eine Bilanz gezogen. Seit 2007 seien rund 1,7 Millionen Einladungen verschickt und etwa 325.000 Frauen untersucht worden, sagte die Vorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein, Monika Schliffke. Damit habe knapp jede zweite berechtigte Frau das Angebot angenommen. Hintergrund: Die Frauen werden mehrfach eingeladen - und mehrfach untersucht, wenn sie der Einladung folgen. Gesundheitsminister Heiner Garg (FDP) nutzte die Präsentation der Zahlen, um für das sogenannte Mammographie-Screening zu werben: "Es rettet Leben. Jährlich sterben immer noch rund 700 Frauen in Schleswig-Holstein an Brustkrebs."

Es gibt sogar mobile Röntgenstationen

Seit der Einführung des Screenings erhalten alle Frauen zwischen 50 und 69 Jahren alle zwei Jahre eine Einladung zu einer Röntgenuntersuchung. Im nördlichsten Bundesland ist die Untersuchung an sechs stationären Screening-Standorten und in vier mobilen Röntgenstationen - sogenannten Mammobilen - möglich. Die festen Zentren stehen in Flensburg, Rendsburg, Kiel, Lübeck, Pinneberg und Norderstedt. Die Untersuchung ist für gesetzlich Versicherte kostenlos. Bei privat versicherten Frauen richten sich die Kostenübernahme laut "Betrifft Brust" nach dem individuellen Vertrag.

Karte: Screening-Standorte in Schleswig-Holstein

Ergebnis kommt in sieben Werktagen

Bei dem Screening werden von jeder Brust zwei Röntgenaufnahmen gemacht. Anschließend begutachten zwei Fachärzte unabhängig voneinander die Aufnahmen innerhalb einer Woche. In der Regel, so das Netzwerk, bekämen Frauen den schriftlichen Bescheid über das Ergebnis nach sieben Werktagen. Bei Auffälligkeiten werden sie zu Nachuntersuchungen eingeladen.

Für den Netzwerk-Vorsitzenden Thomas Haeger ist es ein wichtiges Ziel, die Teilnahme-Rate weiter zu steigern. Mit dem aktuellen Ergebnis könne man noch nicht zufrieden sein, so Haeger, "auch wenn wir damit im bundesweiten Durchschnitt liegen".

Zahl der Brustkrebserkrankten in SH höher

Laut "Betrifft Brust" ist Brustkrebs in Deutschland die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Von den 325.000 Untersuchten der vergangenen zehn Jahre wiesen 6.200 Frauen Karzinome - bösartige Tumore - auf. "Die befanden sich in den meisten Fällen noch in einem sehr frühen Stadium, sodass Bestrahlungen und Chemotherapie oft vermieden werden konnten", sagte eine zuständige Ärztin.

Auffallend ist nach Angaben der Experten von "Betrifft Brust", dass die Zahl der Brustkrebserkrankten in Schleswig-Holstein prozentual höher ist als im restlichen Bundesgebiet. Eine Erklärung dafür haben sie nicht. Dem Netzwerk gehören Vertreter von Gesundheitsministerium, gesetzlichen Krankenkassen, Kassenärztlicher Vereinigung (KVSH) und Krankenhausgesellschaft (KGSH) an.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 14.09.2017 | 13:00 Uhr

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