Stand: 13.03.2017 20:30 Uhr

Windrad-Bauer Senvion schließt Werk Husum

Der Windkraftanlagen-Hersteller Senvion streicht in Deutschland Hunderte Arbeitsplätze. Davon sind auch rund 150 Mitarbeiter aus Schleswig-Holstein betroffen - damit hat das Unternehmen seine Zahlen von Montagmorgen nach unten korrigiert. Der Standort in Husum (Kreis Nordfriesland) wird komplett geschlossen. Dort verlieren 99 Mitarbeiter ihren Job. Weiteren 124 Beschäftigten aus dem Service soll angeboten werden, an den Service-Standort Schleswig zu wechseln. "Der Stellenabbau ist leider unvermeidlich, um das Unternehmen als Ganzes mit seinen dann rund 4.100 Arbeitsplätzen zukunftsfähig zu erhalten", sagte Vorstandschef Jürgen Geißinger.

Einschnitte an weiteren Standorten

Auch die Standorte in Büdelsdorf und Osterrönfeld (beide Kreis Rendsburg-Eckernförde) sind betroffen. Laut einem Senvion-Sprecher fallen in Osterrönfeld etwa 50 Arbeitsplätze weg. Was mit den Mitarbeitern geschieht, ist bisher noch unklar. Der Konzern verwies auf einen stärker werdenden Wettbewerbs- und Preisdruck. Deshalb sollen Teile der Produktion verlagert werden. Auch die Betriebsstätten in Trampe (Brandenburg) sowie die PowerBlades GmbH in Bremerhaven müssen dicht machen. Der Vorstand der Senvion S.A. will durch die Umstrukturierung jährlich rund 40 Millionen Euro einsparen. Vorstandschef Geißinger sagte, Senvion habe in den vergangenen beiden Jahren bereits Abläufe verbessert, Investitionen getätigt und neue Produkte entwickelt. Aber allein der für Senvion bislang starke deutsche Markt habe sich von mehr als 5,0 Gigawatt 2015 installierter Leistung auf 2,8 Gigawatt fast halbiert. "Die Preise haben sich in den vergangenen Jahren um rund 40 Prozent reduziert", sagte Geißinger.

Meyer: Entscheidung am Reißbrett getroffen

Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD) sprach von einer Entscheidung, die fernab vom Standort am Reißbrett getroffen worden sei. "Das ist eine betrübliche Nachricht", sagte er. Das Land biete alle Möglichkeiten an, um im Bereich der Arbeitsmarktpolitik zu helfen. "Man muss hier auch über Beschäftigungsgesellschaften oder Ähnliches nachdenken." Die Betroffenen müssten die Chance bekommen, anderswo auf dem Arbeitsmarkt wieder Fuß zu fassen.

Unternehmen hieß einst Repower

Senvion stellt Windenergieanlagen für den Onshore- und Offshore-Bereich her. Bislang beschäftigte der Konzern rund 4.000 Mitarbeiter. Produziert wird in Europa auch in Portugal. Der Konzern hat eine wechselvolle Geschichte: Einst hieß er Repower. Vor einigen Jahren wurde er vom indischen Windenergie-Konzern Suzlon an den US-Hedgefond Centerbridge verkauft, der offenbar auf die Sanierung angeschlagener Unternehmen spezialisiert ist.

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Schleswig-Holstein Magazin | 13.03.2017 | 19:30 Uhr

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