Stand: 10.03.2017 20:00 Uhr

Windenenergieplanung auf dem Prüfstand

Wo sollen in Schleswig-Holstein neue Windkraftanlagen errichtet werden? Ende vergangenen Jahres hat die Landesregierung die neuen Regionalpläne für den Ausbau der Windenergie vorgestellt. Mit noch mehr Windrädern soll Schleswig-Holstein zum Top-Windstrom-Exporteur werden. Doch die Bürger haben dabei ein Wörtchen mitzureden: Seit Ende Dezember können Einwohner über die Bürger- und Behörden-Online-Beteiligung (BOB-SH) Einwände erheben. Zusätzlich gibt es insgesamt vier regionale Veranstaltungen, auf denen sich die Bürger mit Verantwortlichen persönlich über das laufende Beteiligungsverfahren informieren können.

Einwände bis Ende Juni 2017 möglich

Weitere Veranstaltungen folgen am 24. März in Husum, am 29. März in Bad Oldesloe und am 31. März in Meldorf. Dabei will die Landesregierung die Planentwürfe erläutern, über die rechtlichen Hintergründe informieren und aufzeigen, wie Bürgerinnen und Bürger, Kommunen sowie Verbände und Initiativen Vorschläge und Bedenken ins Verfahren einbringen können. Das Online-Beteiligungsverfahren läuft noch bis zum 30. Juni 2017 - es ist laut Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) "die größte institutionalisierte Bürgerbeteiligung in der Geschichte des Landes."

Zwei alte Windräder für ein neues

Die Regierung will das Aufstellen von Windrädern auf 1,98 Prozent der Landesfläche (sogenannte Vorranggebiete) erlauben. Insgesamt sind das mehr als 31.000 Hektar. Etwa ein Viertel der Fläche ist neu. Aktuell stehen zwischen Nord- und Ostsee rund 3.100 Windräder - 1.300 von ihnen außerhalb der künftigen Zonen. Für sie gibt es zwar Bestandsschutz. Sie dürfen aber nicht durch neue, modernere ersetzt werden (Repowering). Betreibern alter Anlagen will die Regierung aber Gebiete für neue Anlagen zuweisen. Dort dürfen sie ein neues Windrad aufstellen - wenn sie dafür zwei alte Anlagen abbauen.

Mehr Abstand zur Wohnbebauung

Künftig soll der Abstand von Windkraftanlagen zu Einzelhäusern mindestens 400 Meter und 800 Meter zu Siedlungen betragen. Immer muss der Abstand aber mindestens dreimal so groß sein wie die Höhe der Anlage. Die Opposition fordert größere Mindestabstände. Wären es 500 und 1.200 Meter, könnten laut Landesregierung jedoch die angestrebten knapp zwei Prozent der Landesfläche nicht erreicht werden.

Weitere Informationen

Größte Bürgerbeteiligung des Landes startet

Seit Dienstag können Anwohner online Einwände gegen die Regionalpläne für den Ausbau der Windenergie erheben. Das Ganze soll unkompliziert gehen und laut Landesregierung den Weg zum Amt sparen. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 10.03.2017 | 20:00 Uhr

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