Stand: 28.12.2015 18:42 Uhr

Wildschwein zurück zu den Wurzeln

Das Jahr geht zu Ende - und eine ganz besondere Tiergeschichte aus Schleswig-Holstein auch: Seit September lebte in Mörel bei Hohenweststedt (Kreis Rendsburg-Eckernförde) die Wildschweinsau "Banana" mit einer Rinderherde auf einer Weide zusammen. Doch seit gestern ist Schluss mit dem tierischen Patchwork-Familienleben. Denn die Rinder müssen in den Stall - und das ist kein Ort für ein Wildschwein. Nach mehreren zunächst vergeblichen Versuchen vor Weihnachten konnte "Banana" nun doch gefangen werden und zog am Sonntag um - in den Erlebniswald Trappenkamp. Dort lebt sie jetzt zusammen mit einem noch namenlosen Keiler und der Wildsau "Matilda".

Neue Nachbarn für Wildschwein "Banana"

Eine Wildsau mit acht Ochsen

Zuvor hatte "Banana" auch Fachleute begeistert. "Es ist voll in die Herde integriert, das ist faszinierend", sagte Arzt und Landwirt Dirk Reese aus Mörel Anfang Dezember. Als er einige der Tiere von der Weide auf seinen Hof getrieben habe, sei das Wildschwein wie selbstverständlich mitgegangen. Es lebte zwischenzeitlich mit acht Ochsen auf der Weide außerhalb des kleinen Ortes.

Auch andere Wildschweine mögen Rinder

Einzigartig ist die Tiergeschichte aus Schleswig-Holstein aber nicht. Erst Anfang Oktober hat sich nahe Meensen im niedersächsischen Landkreis Göttingen ein vermutlich verwaister Frischling eine Rinder-Familie gesucht. Das kleine Wildschwein trägt inzwischen den Namen "Johann". Und Jahre zuvor hatte in der niedersächsischen Region auch "Friederike" für Schlagzeilen gesorgt. Dieses kleine Wildschwein war von Galloway-Rindern adoptiert worden.