Stand: 16.03.2016 20:40 Uhr

Wie viel Klimakiller steckt in der Kuh?

Die perfekte Kuh wird Wolfgang Junge nicht erfinden. "Wir werden nie Rinder halten, die gar kein Methan ausstoßen", sagt der Wissenschaftler des Instituts für Tierzucht und Tierhaltung der Uni Kiel. Momentan verlagert er seinen Arbeitsplatz immer wieder auf einen landwirtschaftlichen Hof in Bimöhlen (Kreis Segeberg). Dort wollen Junge und sein Team herausfinden, wie viel Methan Kühe ausstoßen, um ein Kilogramm Milch zu produzieren. Die Forscher wissen bereits, das weniger Gras und mehr Fettanteile im Futter den Ausstoß des klimaschädlichen Gases reduzieren. Sie wissen auch, dass jede Kuh unterschiedlich viel Methan ausstößt. In Bimöhlen gehen die Experten nun der Frage nach, welche genetischen Faktoren den Methanausstoß beeinflussen - und ob sie durch Zucht verändert werden können.

Je mehr Gras eine Kuh frisst, desto mehr von den gesundheitsfördernden Fettsäuren hat ihre Milch. Da ist die Bio-Kuh ganz weit vorn. Doch so manche konventionelle Kuh liefert ähnlich gute Milch. Gibt es überhaupt große Unterschiede zwischen Milchsorten? Und ist Milch generell gesund? Plietsch will es wissen und präsentiert Ihnen die Fakten rund ums Thema „Risiko Milch?“. © NDR/labo m., honorarfrei

Auf der Suche nach der methanarmen Kuh

Schleswig-Holstein Magazin -

Ein Großteil der Methan-Emissionen entsteht in der Landwirtschaft - vor allem Kühe produzieren beim Verdauen große Mengen. Forscher untersuchen, wie man den Ausstoß reduzieren kann.

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Eine Kuh ist so klimaschädlich wie ein Kleinwagen

Wiederkäuer wie Kühe seien echte Klimakiller, sagen die Forscher. 300 bis 500 Liter Methan stößt jede Kuh pro Tag durch ihre Verdauung aus. Das wirkt sich nach Angaben der Experten 23 Mal stärker auf den Treibhauseffekt aus als die Freisetzung von Kohlendioxid. Damit ist jede Kuh in etwa so klimaschädlich wie ein Kleinwagen, der im Jahr auf 18.000 Kilometer kommt.

Das Gas entsteht bei der Verdauung im Pansen

Das Methan wird im Pansen der Kuh durch spezielle Bakterien produziert, zum Beispiel wenn das Tier Gras verdaut. Dabei bleiben Zellwandbestandteile der Bakterien übrig - und diese Bestandteile sollen den Forschern helfen, die Menge des ausgestoßenen Gases zu messen. Sie finden sich im Kot der Kühe wieder. Aus dem Mastdarm der Tiere entnehmen die Wissenschaftler in Bimöhlen regelmäßig Proben, um sie in einem Labor bei Rostock aufbereiten zu lassen.

Der Kuh-Versuchshof in Bimöhlen

Experten noch am Anfang ihrer Forschung

Die Ergebnisse der Proben sammeln die Experten in einer Datenbank. Noch stehen die Wissenschaftler um Wolfgang Junge ganz am Anfang ihrer Forschung. Bis sie sich dem Ende nähern, werden die Kühe von Bimöhlen weiter das tun, was sie am besten können: fressen und verdauen. 7.400 Kilogramm Futter pro Tag. Alles im Dienste der Wissenschaft.

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Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 16.03.2016 | 19:30 Uhr