Stand: 03.06.2017 13:03 Uhr

Wie ein Schleswig-Holsteiner den Steinkauz rettet

Er ist die bekannteste Kleineule Europas: der Steinkauz. Bis Mitte des vorigen Jahrhunderts gab es ihn noch in allen Teilen Schleswig-Holsteins - vom Ostholsteinischen Hügelland über die Geest bis zur Marsch und auch auf den größeren Inseln. Mittlerweile gibt es im Norden nur noch 125 Paare, die meisten leben an der Westküste. Georg Kaatz setzt sich seit mehr als 40 Jahren dafür ein, dass die Kleineule nicht ausstirbt.

"Wenn wir hier nichts machen, ist der Steinkauz auch verschwunden"

Der Bestand in Schleswig-Holstein ist deutlich zurück gegangen, ohne Kaatz gäbe es vielleicht gar keine Steinkäuze mehr. Denn sie finden kaum noch Gebäude oder hohle Bäume, in denen sie brüten können. "In Dänemark haben sie jetzt noch zehn bis zwölf Paare und vor drei, vier Jahren hatte sie noch 60 Paare. Das ist da rapide runtergegangen. Wenn wir hier nichts machen, dann ist der Steinkauz auch hier in Schleswig-Holstein verschwunden", erklärt Kaatz. Daher hat er bei mehr als 200 Landwirten angefragt und durfte Nistkästen anbringen. 700 Kästen sind es inzwischen, 30 davon sind mit Steinkäuzen besetzt. Denn nicht immer ist auch tatsächlich ein Steinkauz der Bewohner. Manchmal machen es sich auch Marder bequem.

Ein gutes Steinkauz-Jahr

Kaatz beringt Jungtiere, die er in den Nistkästen findet. Damit will er überprüfen, wie sich der Bestand entwickelt und verteilt. Für seine ehrenamtliche Arbeit hat sich Kaatz extra Urlaub genommen. Denn rund 400 Jungvögel müssen in acht Wochen auf 300 Quadratkilometern in Dithmarschen beringt werden. Hier gibt es noch Weiden, auf denen die Käuze im kurzen Gras Mäuse zum Fressen finden. Im Rest Schleswig-Holsteins sind die Vögel bereits ausgestorben. Kaatz hofft in diesem Jahr auf drei Jungvögel pro Brut und die Zeichen stehen gut. Es sind viele fette Jungvögel dabei. "Wenn die durchkommen, könnte es ein gutes Steinkauz-Jahr werden", hofft der Holzkaufmann. Ein paar Wochen wird er noch unterwegs sein, um die letzten Steinkäuze in Schleswig-Holstein vor dem Aussterben zu retten.

Weitere Informationen
mit Video

Wieder mehr Schwalben im Norden

Einst galten Schwalben als Frühlingsboten und Glücksbringer. Doch in den vergangenen Jahren ging ihre Zahl zurück. Jetzt zeigt die jüngste Vogelzählung: Es gibt wieder mehr Schwalben. mehr

Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 03.06.2017 | 19:30 Uhr

Mehr Nachrichten aus Schleswig-Holstein

01:56

Gestohlene Reliquie aus Flensburger Förde geholt

20.10.2017 19:30 Uhr
Schleswig-Holstein Magazin
02:50

Lütjenburger Landwirt erhält viel Zuspruch

20.10.2017 19:30 Uhr
Schleswig-Holstein Magazin
02:59

Veranstaltungstipps für das Wochenende

20.10.2017 19:30 Uhr
Schleswig-Holstein Magazin