Stand: 29.01.2016 14:16 Uhr

WhatsApp-Berichte von der Flüchtlingsroute

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Bei WhatsApp können Interessierte den Berichten von SHL entlang der Fluchtroute in Südosteuropa folgen.

Deutschlands größte Jugend-Hilfsorganisation "Schüler Helfen Leben" (SHL) startet mit einer neuen Aktion: Der Verein will von Hilfsprojekten aus Südosteuropa berichten - und zwar live via WhatsApp. In zwei Teams sind die Mitarbeiter ab Sonnabend unterwegs. Sie wollen zum Beispiel Organisationen besuchen, die sich um die Verteilung von Hilfsgütern in Flüchtlingslagern kümmern. Ihre zweiwöchige Reise geht von Kroatien über Serbien bis nach Mazedonien. Zum ersten Mal kann jeder Interessierte per WhatsApp dabei sein.

Live dabei sein - so funktioniert es

Dafür braucht man lediglich ein Smartphone. Speichern Sie die Handynummer (0157) 92 36 21 09 unter #SHLvorOrt in Ihrem Telefonbuch. Greifen Sie nun über das Telefonbuch auf Ihrem Smartphone auf den Kontakt zu und schicken eine WhatsApp-Nachricht mit "Start". Dann werden die Live-Nachrichten direkt auf das Telefon gesendet. Die Nutzung ist kostenlos und anonym. "Ab Sonnabend bekommt man dann täglich kleinere Nachrichten. Und man kann auch Fragen stellen", erklärt Sandra Khusrawi, die den Nothilfefonds bei SHL koordiniert. Die Fragen werden dann zum Teil von den Reisegruppen selbst beantwortet.

Nothilfefonds von "Schüler Helfen Leben" eingerichtet

Hilfe seit mehr als 20 Jahren

Die Initiative wurde während des Jugoslawien-Krieges 1992 von Schülerinnen und Schülern gegründet. Der Verein richtet seit 1998 den inzwischen bundesweit jährlich stattfindenden "Sozialen Tag" aus.
An dem gehen Kinder und Jugendliche einige Stunden arbeiten, um ihren Lohn an Projekte der Initiative spenden. Dabei handelt es sich überwiegend um Bildungsarbeit in Südosteuropa und Hilfe für syrische Flüchtlinge in Jordanien.

Das Projekt #SHL vor Ort im Internet:
http://www.schueler-helfen-leben.de/de/home/stiftung/aktuell/shlvorort.html

"Wir möchten sowohl über die Arbeit der von uns unterstützten lokalen Initiativen berichten als auch über die aktuellen Bedarf der Menschen entlang der Fluchtroute informieren", erklärt Khusrawi. Angesichts der dramatischen Situation von Flüchtlingen entlang der Fluchtroute durch Südosteuropa hat "Schüler helfen Leben" im vergangenen Jahr einen Nothilfefonds eingerichtet. Aus diesem werden lokale Initiativen unterstützt, die vor Ort dringend benötigte humanitäre und medizinische Hilfe für Flüchtlinge bereitstellen. Aktuell unterstützt SHL 43 Projekte in fünf Ländern Südosteuropas.

Menschen in Notsituationen

Khusrawi geht selbst auch mit auf die Reise. Wenn sie darüber nachdenkt, wie es wird, die Flüchtlingsströme hautnah mitzuerleben, kommt sie ins Grübeln. "Ich glaube, dass es nicht leicht sein wird, die Notsituationen zu sehen, in der die Menschen sind. Die wird ja noch schlimmer durch die tagtäglich neuen Grenzschließungen", sagt sie.

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