Stand: 05.01.2016 12:34 Uhr

Weitere Tornados fliegen in die Türkei

Pünktlich um 9.30 Uhr sind zwei weitere Flugzeuge des Taktischen Luftgeschwaders 51 "Immelmann" am Dienstag vom Flugplatz Jagel (Kreis Schleswig-Flensburg) gestartet. Ihr vorläufiges Ziel: der Nato-Stützpunkt Incirlik in der Türkei. Die Maschinen sollen sich am Syrien-Einsatz der Bundeswehr beteiligen und die Terrormiliz "Islamischer Staat" bekämpfen. Oberstleutnant Jürgen Langer sagte NDR 1 Welle Nord, die Stimmungslage bei den Soldaten sei gut: "Ein Erstkontingent hält erfahrungsgemäß immer gut zusammen, weil es auf Bedingungen trifft, die erstmals ausprobiert werden." Mittlerweile sind knapp 200 deutsche Soldaten in der Türkei im Einsatz. Sie werden regelmäßig ausgewechselt. Das Mandat läuft bis Ende des Jahres.

Ab Freitag könnten von der Türkei aus erste Aufklärungsflüge über Syrien beginnen. Ab Mitte Januar sollen dann alle sechs deutschen Tornados in der Türkei für den Einsatz bereit sein. Am Dienstag sind noch zwei Flugzeuge in Büchel (Rheinland-Pfalz) abgehoben. Die ersten Maschinen aus Schleswig-Holstein waren bereits Mitte Dezember Richtung Syrien gestartet. In den Jets sitzt neben dem Piloten jeweils auch ein Waffensytemoffizier. Wie die Luftwaffe mitteilte, werden die Flugzeuge auf ihrem Weg in die Türkei in der Luft betankt.

Oberstleutnant: "Sicherheitslage beherrschbar"

Oberstleutnant Langer sagte, er schätze die Sicherheitslage für beherrschbar ein. "Es ist nicht ungefährlich, allerdings werden die Maschinen in Höhenbändern fliegen, wo denn die Gefährdung deutlich geringer ist als nahe am Boden."

Bildexperten ebenfalls unterwegs

Bereits am Montag waren weitere 100 Soldaten der Bundeswehr in den Einsatz gestartet. In einem Airbus hoben sie von Hamburg aus ab. Unter den Soldaten sind Piloten, Techniker und Bodenpersonal. Auch Fachleute, die das Bildmaterial der geplanten Aufklärungsflüge auswerten sollen, gehörten zum Team. Der größte Teil der Soldaten kommt aus Jagel, weitere aus Büchel sowie vom Zentrum Luftoperationen am Standort Kalkar/Uedem in Nordrhein-Westfalen.

Zwei weitere Tornados heben ab

Heikler Einsatz

Der Einsatz gegen den IS gilt als eine der heikelsten Missionen in der Geschichte der Bundeswehr. Nach den Anschlägen von Paris im November vergangenen Jahres hatte Frankreich die anderen EU-Staaten um Mithilfe im Kampf gegen die Terroristen gebeten. Der Bundestag hat daraufhin im Dezember die Entsendung von maximal 1.200 Soldaten beschlossen. Teil des deutschen Beitrags für die internationale Anti-IS-Koalition ist auch eine Fregatte, die einen französischen Flugzeugträger sichert.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 05.01.2016 | 08:00 Uhr