Stand: 23.02.2016 14:40 Uhr

Wassermühle von Wasser bedroht

Sie gilt als die älteste Kornwassermühle Norddeutschlands: die Grander Mühle in Kuddewörde (Kreis Herzogtum Lauenburg). Der Dauerregen der vergangenen Tage und Wochen hat dafür gesorgt, dass der Fluss Bille über die Ufer getreten ist. Das Wasser drohte am Abend, in die Mühle einzudringen. Knapp 70 Einsatzkräfte von Feuerwehr und Technischem Hilfswerk (THW) bauten deshalb einen provisorischen Damm aus insgesamt 1.600 Sandsäcken.

Pumpen liefen die ganze Nacht

Die Einsatzkräfte setzten über Nacht auch Pumpen ein, um den Pegelstand zu senken. Nach Angaben der Feuerwehr war das Wasser am Abend innerhalb kürzester Zeit um 15 Zentimeter gestiegen. "Das Haus ist über 700 Jahre alt, die Unterspülungen können zur ernsthaften Gefahr für das Gebäude werden", sagte Einsatzleiter Mario Brauer von der Feuerwehr Kuddewörde. Die Mühle wird heute als Restaurant genutzt. Sie stammt aus dem 14. Jahrhundert und wurde bis zu ihrer Stilllegung als Kornmühle betrieben. Ihren Namen verdankt die Mühle dem Ort Grande im Kreis Stormarn am anderen Ufer der Bille.

Zweites Hochwasser innerhalb weniger Monate

Bereits im November vergangenen Jahres hatten Feuerwehr und THW die alte Mühle vor Hochwasser retten müssen. Damals stapelten die Helfer rund 3.000 Sandsäcke. Eine Schicht Säcke war noch liegengeblieben und wurde in der vergangenen Nacht nur aufgefüllt.

Einsatzkräfte schützen Mühle mit Sandsäcken

Böden können kein Wasser mehr aufnehmen

Insgesamt stehen durch die vielen Niederschläge etliche Felder in Schleswig-Holstein unter Wasser. Dramatisch sei die Lage aber nicht, sagte der Geschäftsführer des Marschenverbandes Schleswig-Holstein, Matthias Reimers. "Die Böden sind wassergesättigt. Jeder Tropfen, der jetzt hinzukommt, kann nicht versickern." Die Infrastruktur sei nicht gefährdet, "aber für die Landwirtschaft kann es problematisch werden." Im Frühjahr werde sich zeigen, wie sich die ausgesäten Pflanzen entwickelt haben.

Weitere Informationen

Feuerwehr rettet alte Mühle vor Hochwasser

Bei Kuddewörde ist die Bille über die Ufer getreten. Das Wasser drohte, in eine historische Mühle zu fließen. Auch anderswo steigen die Pegel der Flüsse wegen des vielen Regens an. (17.11.2015) mehr

Dauerregen: Straßen und Felder unter Wasser

In vielen Teilen des Landes hat der Regen dazu geführt, dass das Wasser auf Feldern und Straßen steht. Die Bauern blicken mit Sorge auf ihre Äcker. Und es gibt noch ein weiteres Problem. (11.02.2016) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | 23.02.2016 | 12:00 Uhr