Stand: 20.09.2017 19:50 Uhr

Wanderfalke aufgepäppelt und ausgewildert

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Der Wanderfalke kurz vor seinem Start in die Freiheit.

Es sind die schnellsten Vögel der Welt. Sie fliegen zu sehen, ist beeindruckend, denn sie sind mit bis zu 320 Stundenkilometern nicht nur schnell, sondern auch wendig. Und um ihn geht's: den Wanderfalken. In Schleswig-Holstein und Hamburg leben nur etwa 50 Brutpaare - und genau deshalb stehen die Vögel unter Artenschutz. Ein ganz junger Sprössling ist kürzlich nur ganz knapp mit seinem Leben davon gekommen. Eine Frau hatte ihn gefunden und gleich in das Greifvogelzentrum im Erlebniswald Trappenkamp gebracht. Da wurde er in den vergangenen Monaten aufgepäppelt.

Ein aufgepäppelter Wanderfalke

Aufgepäppelter Wanderfalke wird ausgewildert

Schleswig-Holstein Magazin -

Völlig abgemagert wurde ein Wanderfalke in Lübeck aufgefunden. Fast drei Monate lang wurde der Jungvogel aufgepäppelt und konnte nun wieder in die Freiheit entlassen werden.

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Sie werden erst im Erwachsenenalter sesshaft

Brigitte und Dietmar Damm betreiben das Greifvogelzentrum, beide sind Falkner von Beruf. Sie sind mit dem Auto unterwegs und suchen freie Felder. Die sind optimal für Wanderfalken, denn ihre Beute - Krähen, Kiebitze, Tauben - können sie über Kilometer erkennen. "Er wird rausfliegen, wird sich die Gegend angucken. Er wird hier aber nicht bleiben", sagt Dietmar Damm. Bis zur Geschlechtsreife ziehen Wanderfalken durch die Gegend und werden mit rund drei Jahren sesshaft. Dort, wo sich der Vogel aufhält und einen Partner findet, bleibt er.

In der Natur angekommen

Das Auto hält auf einer Wiese bei Negernbötel. Sobald der Appetit bei dem Wanderfalken einsetzt, beginnt er mit der Jagd - hoffen zumindest die Falkner. Sie setzen den Jungvogel vorsichtig auf den Holzbalken eines freistehenden Zauns und nehmen ihm die Schutzkappe ab. Er schaut sich kurz irritiert um und setzt direkt zum Flug an. Sofort steigt der Wanderfalke auf eine Höhe von 250 Metern. Das ist schon mal ein gutes Zeichen. "Das ist eigentlich das Schönste, was man sich vorstellen kann, denn der Vogel ist aus der Natur gekommen und er geht wieder in die Natur", sind sich Brigitte und Dietmar Damm einig, während sie mit ein wenig Wehmut hinterherblicken. Je nachdem, wie der Wind steht und wo der Greifvogel Nahrung findet, kann er in den kommenden Monaten mehrere hundert Kilometer weit fliegen. Ob er in Schleswig-Holstein bleibt, ist ungewiss.

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Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 20.09.2017 | 19:30 Uhr

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