Stand: 13.11.2017 15:56 Uhr

Viertes Kinderschutz-Zentrum eröffnet

Sie sollen helfen, Kinder und Jugendliche noch besser vor Gewalt, sexuellem Missbrauch und Verwahrlosung zu schützen: Kinderschutz-Zentren im Land. Bisher gab es drei davon landesweit - am Montag eröffnete in Bad Segeberg das vierte. Es ist übergreifend für die Kreise Segeberg und Ostholstein zuständig. Dabei handelt es sich nicht um eine neue Beratungsstelle. Vielmehr sei es eine Art Markenzeichen, so der Kinderschutzbund. Damit verbesserten sich beispielsweise die hohen Qualitätsstandards. Es könne zudem spezifischer geholfen werden, wenn Kinder missbraucht oder vergewaltigt werden oder eine andere Art von Gewalt erfahren.

Kinderraum im Schutzzentrum Bad Segeberg.

Kinderschutzzentrum in Bad Segeberg eröffnet

Schleswig-Holstein Magazin -

Im ländlichen Raum gibt es nur wenig Hilfsangebote für misshandelte Kinder. Im Kreis Segeberg soll sich das jetzt ändern, in Bad Segeberg wird ein neues Kinderschutzzentrum eröffnet.

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Kinderschutz-Zentren vor allem auf dem Land wichtig

Wie wichtig es ist, solche Zentren im Land zu haben, weiß Diplom-Pädagogin Silke Krause. Vor allem in ländlichen Gegenden sei es sehr wichtig, präsent zu sein. "Wir haben die Befürchtung, dass wir Kinder nicht erreichen, weil sie uns nicht erreichen können", sagt sie. Sie lebt im Nordosten von Fehmarn und ist für den Kinderschutz in ganz Ostholstein zuständig. "Wir haben im ländlichen Raum überproportional viele Alleinerziehende, gerade hier im Norden. Wir gehen davon aus, dass es viele Kinder gibt, die Unterstützung brauchen. Und auch die Eltern brauchen Unterstützung, aber die erreichen uns nicht."

Eine Sprechstunde des Kinderschutzbund auf Fehmarn gibt es bereits, immer dienstags in Burg, im Osten der Insel. Doch auch hierher zu kommen, ist oftmals eine Herausforderung für diejenigen, die sich kein Auto leisten können - denn der Bus fährt nur wenige Strecken und die oft nur selten. "Wir haben durchaus auch viele Familien, die es intellektuell nicht schaffen, einen Führerschein zu machen, und deswegen gar nicht die Möglichkeit haben", sagt Krause, "und die sind dann auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen, die es nicht gibt." Das führe in manchen Fällen dazu, dass Menschen extra aufs Land ziehen, weil man sich dort gut verstecken könnte. "Das ist natürlich auch ein Problem."

Ist der Kinderschutzbund in der Nähe, steigen die Fälle

Silke Krause arbeitet gemeinsam mit ihrem Kollegen, dem Psychologen Wilfried Kahl. Seit er die Sprechstunde dort anbietet, seien 20 Prozent mehr Fehmarner Familien zur Beratung gekommen. "Die brauchen einfach Ansprechpartner, die vor Ort sind, wie Silke, die bekannt sind, die im Raum organisiert sind", sagt Kahl. Und weiter:" Die nicht unbedingt den Ruf haben, institutionell zu sein und Kinder aus den Familien zu nehmen." Für Krause und ihn ist klar: Der eine Standort in Burg auf Fehmarn reicht nicht aus, es müssten noch mehr sein. Die Erfahrung habe gezeigt: Wenn jemand vom Kinderschutzbund in der Nähe ist, dann steigen die Fallzahlen. Und jeder Fall mehr heißt: einem Kind helfen, das von Gewalt betroffen ist.

  • Kinderschutz Schleswig-Holstein

    Das Kinderschutz-Zentrum Ostholstein-Segeberg geht hervor aus den Fachberatungsstellen des Deutschen Kinderschutzbundes (DKSB) Kreisverband Ostholstein und der Deutscher Kinderschutzbund Segeberg gGmbH des DKSB Landesverband Schleswig-Holstein. Träger des neuen Kinderschutz-Zentrums sind der DKSB-Landesverband Schleswig-Holstein, der DKSB-Kreisverband Ostholstein - in enger Kooperation mit dem DKSB-Ortsverband Heiligenhafen - und die DKSB Segeberg GmbH.

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Schleswig-Holstein Magazin | 13.11.2017 | 19:30 Uhr

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