Stand: 17.03.2016 11:16 Uhr

Untreue-Vorwurf im schleswig-holsteinischen Sport

Die Staatsanwaltschaft Kiel hat Anklage gegen einen ehemaligen Mitarbeiter des Landessport- und des Fußballverbandes erhoben. Nach Informationen von NDR 1 Welle Nord und Schleswig-Holstein Magazin soll er in den vergangenen Jahren mehr als eine halbe Million Euro veruntreut haben. Der Angeklagte kümmerte sich seit dem Jahr 2008 um die Finanzen der größten Sportverbände im Norden - erst beim Landessportverband (LSV), dann beim Schleswig-Holsteinischen Fußballverband (SHFV). Dabei soll der Mann laut Staatsanwaltschaft Überweisungen manipuliert und Gelder auf sein eigenes Konto umgeleitet haben.

LSV: "Mitgliedsvereine und -verbände wurden nicht belastet"

Die Staatsanwaltschaft hat jetzt Anklage erhoben - wegen Untreue in einem besonders schweren Fall. Beim Fußballverband geht es demnach um rund 300.000 Euro, beim Landessportverband um etwa 220.000 Euro. Der LSV bestätigte, "dass ein ehemaliger Mitarbeiter Vermögensverfügungen in rechtswidriger Weise zum Nachteil des Landessportverbandes im Zeitraum von 2008 bis 2011 vollzogen hat". Der Verband habe die finanziellen Auswirkungen jedoch über seine letzten Haushalte auffangen können und habe seine Mitgliedsvereine und -verbände nicht belastet.

SHFV droht mit Defizit für das laufende Jahr

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Uwe Seeler Fußball Park, die Sportschule des Verbandes in Malente.

Auch der SHFV äußerte sich mittlerweile zu dem Vorwurf gegen den Ex-Mitarbeiter. "Es ist richtig, dass es innerhalb der Finanzabteilung des Verbandes einen Vertrauensschaden durch einen hauptamtlichen Mitarbeiter gegeben hat. Der Vorgang ist sämtlichen Gremien des Verbandes ebenso wie den zuständigen Ermittlungsbehörden und Versicherungsunternehmen umgehend und ordnungsgemäß gemeldet worden", teilte der Verband mit.

Verantwortliche streben ausgeglichenen Haushalt an

Nach Aussage des Fußballverbandes Schleswig-Holstein konnte der Fehlbetrag, der durch den "Vertrauensschaden" entstanden ist, kompensiert werden. Der SHFV habe einen Vorschuss vom DFB bekommen, hieß es. In den vergangenen Tagen war bekannt geworden, dass dem Fußballverband ein Defizit von 300.000 Euro für das laufende Jahr droht. Auf der 2. ordentlichen Beiratsversammlung mit den Vertretern der Kreisfußballverbände sollen am Sonnabend laut SHFV-Geschäftsführer Jörn Felchner entsprechende Sparmaßnahmen beschlossen werden. Ziel ist es, einen ausgeglichenen Haushalt für das Jahr 2016 zu erreichen.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 17.03.2016 | 12:00 Uhr