Stand: 01.12.2015 17:52 Uhr

Trotz geschlossener Schranke noch schnell übers Gleis

Die Schranke am Bahnübergang geht runter, das Rotlicht an - jetzt ist klar: gleich kommt der Zug. Doch es gibt immer wieder Fußgänger sowie Auto- und Radfahrer, die trotzdem noch die Bahngleise überqueren. Ein lebensgefährliches Manöver. Die Polizei kontrolliert im Moment verstärkt am Bahnübergang in Prisdorf (Kreis Pinneberg). "Wir stehen hier an der Bahnschranke, uniformiert und mit Polizeiwagen. Trotzdem gehen die Leute an uns vorbei durch den geschlossenen Bahnübergang. Sie missachten uns einfach", berichtet Hanspeter Schwartz von der Bundespolizei.

40 Unfälle an Bahnübergängen

Bild vergrößern
Wenn die Schranke runter und das Rotlicht angeht, hindert das nicht alle Autofahrer am Weiterfahren.

Ein Verhalten, das tödlich enden kann. Im August 2014 war ein Radfahrer an einem Bahnübergang in Tarp (Kreis Schleswig-Flensburg) gestorben, als er von einem Güterzug erfasst wurde. Zeugen hatten den Mann dabei beobachtet, wie er die geschlossene Halbschranke am Bahnübergang umfuhr. Im Januar 2014 hatte ein Intercity an einem Bahnübergang in Tornesch (Kreis Pinneberg) ein Auto gerammt. Die Insassen wurden verletzt, zum Teil schwer. Auch hier soll der Fahrer des Wagens versucht haben, die Gleise trotz Rotlicht und geschlossener Halbschranke zu überqueren.

In den vergangenen Wochen mussten die Polizeibeamten mehr als 30 Fußgänger und Radfahrer davon abhalten, die Gleise am Bahnhof Prisdorf trotz Rotlichts zu überqueren. Am Dienstag stoppten die Beamten sieben Autofahrer. In den kommenden Wochen wollen sie weiter verstärkt kontrollieren.

Saftige Strafen bei Rotlichtverstößen

Nach Angaben des Statistikamtes Nord gab es im vergangenen Jahr 40 Unfälle an Bahnübergängen, überwiegend mit Personenschaden. Kontrollen, wie die in Prisdorf, sollen solche Fälle minimieren. Und die Strafen, die die Beamten verteilen, sind saftig. Autofahrer zahlen Bußgelder bis zu 700 Euro und bekommen Fahrverbote von bis zu drei Monaten. Fußgänger, die die Schranken ignorieren, müssen bis zu 350 Euro zahlen.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Schleswig-Holstein Magazin | 01.12.2015 | 19:30 Uhr