Stand: 30.01.2016 14:21 Uhr

Trampen für Senioren: Mitfahrbänke in Bünsdorf

Der Kühlschrank leer, der Supermarkt zehn Kilometer entfernt in der nächsten Stadt und kein Auto: Für viele ältere Menschen ist das Alltag. Wenn sie auf dem Dorf wohnen, müssen sie dann auf den Bus warten. Der aber kommt oft nur alle paar Stunden oder Tage. Um diesen Menschen zu helfen, gibt es in Bünsdorf (Kreis Rendsburg-Eckernförde) seit kurzem Mitfahrbänke.

Die Bank nach Rendsburg und Eckernförde

Anschluss nach Rendsburg und Eckernförde

Die sind mit einem speziellen Hinweisschild gekennzeichnet und, salopp gesagt, so etwas wie die Seniorenvariante des alten Trampens: Statt mit erhobenem Daumen am Straßenrand zu stehen, können dort Bünsdorfer auf eine Mitfahrgelegenheit warten. In dem 400-Einwohner-Ort sollen die Bänke den Anschluss nach Rendsburg und Eckernförde herstellen und den nur an zwei Wochentagen fahrenden Marktbus ergänzen.

Eltern haben Bedenken

Hannelore Rath hatte sich für die Bänke hier stark gemacht und wirbt nun mit Bürgermeister Jens Kühne dafür. Doch bisher kommt die Mitfahrgelegenheit nicht so gut an wie erhofft. Senioren setzen sich nach Kühnes Angaben nur selten auf die Bank. Und Jugendliche, auf die das Angebot ebenfalls abzielt, seien dort ebenfalls nicht so oft anzutreffen. "Die Eltern haben Bedenken und fahren ihre Kinder doch lieber selber", so der Bürgermeister.

Idee aus Bitburg

Ursprünglich kommt die Idee aus dem rheinland-pfälzischen Bitburg. Ursula Berrens vom Caritasverband Westeifel wollte die Situation alter Menschen verbessern und erkundete deshalb Standorte für neue Bänke. "In dieser Situation kam mir die Idee, die Bänke auch für Mitfahrgelegenheiten zu nutzen." Die Idee aus Bitburg machte Schule. Kleinnaundorf in Sachsen, Asel in Niedersachsen und nun eben auch das schleswig-holsteinische Bünsdorf kopierten sie. Und Bürgermeister Kühne ist zuversichtlich, dass die Bank mit der Zeit doch noch angenommen wird. Er betont: "Erneuert werden musste sie sowieso."

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