Stand: 23.03.2016 15:07 Uhr

Experten erklären großes Pottwal-Sterben

Wie sind die Riesen der Meere gestorben? Experten wollen heute im nordfriesischen Tönning ihre Analysen zum Tod der an der Nordseeküste gestrandeten Pottwale vorstellen. In den vergangenen Wochen hatten Wissenschaftler der Außenstelle der Tierärztlichen Hochschule Hannover in Büsum, des Kieler Geomar Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung und der Nationalparkverwaltung die Kadaver zerlegt und untersucht. Seit Anfang des Jahres waren 29 Jungwale in der südlichen Nordsee verendet. Wie konnte das passieren? Heute versuchen Spezialisten, Licht ins Dunkel zu bringen. An der Präsentation der Analyseergebnisse nimmt auch Schleswig-Holsteins Umweltminister Robert Habeck (Grüne) teil.

Rückblick auf die XXL-Bergung in Dithmarschen

Größtes bekanntes Pottwalsterben in der Nordsee

Die Wale strandeten im Januar und Februar innerhalb von Wochen an der Nordseeküste - in Schleswig-Holstein, Niedersachsen, den Niederlanden, Großbritannien und Frankreich. Es handelte sich um das größte bekannte Pottwalsterben in der Nordsee. Es zog Bergungen nach sich, die zum Teil mehrere Tage dauerten - beispielsweise vor dem Kaiser-Wilhelm-Koog im Kreis Dithmarschen, wo gleich acht Wale strandeten. Einige der Tiere drohten aufgrund von Faulgasen zu platzen. Andere waren bereits so sehr verwest, dass sie von großen Maschinen kaum noch zu greifen waren.

War es einfach nur "jugendlicher Leichtsinn"?

Über die Ursache für das Massensterben der Tiere sind viele Theorien im Umlauf. Klar scheint, dass die Wale aus dem Nordatlantik kommend in die für sie viel zu flache Nordsee abgebogen sind. Greenpeace hält zunehmenden Unterwasserlärm für einen möglichen Grund. Eine andere Theorie ist, dass eine verstärkte Sonnenaktivität hin und wieder das Erdmagnetfeld so verändert, dass die Wale Schwierigkeiten haben, sich zu orientieren. Es scheint aber auch möglich, dass die Tiere "in ihrem jugendlichen Leichtsinn" einfach die falsche Richtung eingeschlagen haben. Diese Version brachte ein niedersächsischer Walexperte ins Spiel.

Weitere Informationen

Chronologie: Das große Pottwalsterben

In den vergangenen Wochen sind im Wattenmeer vor Dithmarschen Wale verendet. Es ist das größte bekannte Pottwalsterben in der Nordsee - aber kein neues Phänomen. mehr

Knochenjob: So werden die Wale zerlegt

Blutiges Schauspiel auf der Halbinsel Nordstrand: Spezialisten zerlegen auf der Hafenmole drei Pottwal-Kadaver. Die Veterinäre sind nicht um ihre Arbeit zu beneiden. (03.02.2016) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 23.03.2016 | 07:00 Uhr