Stand: 10.11.2017 18:41 Uhr

Todendorf: Sexueller Übergriff bei der Bundeswehr?

Polizei und Staatsanwaltschaft gehen Vorwürfen gegen einen Bundeswehrsoldaten nach. Er soll sich auf dem Truppenübungsplatz in Todendorf (Kreis Plön) an zwei Soldatinnen vergangen haben. Die Kieler Staatsanwaltschaft hat bestätigt, dass gegen den 29 Jahre alten Soldaten ermittelt wird - "wegen des Verdachts einer Sexualtat zum Nachteil zweier Soldatinnen". Allerdings wurde der Mann am Freitag Abend aus dem Gewahrsam entlassen: Nach dem aktuellen Stand könne der dringende Tatverdacht nicht aufrechterhalten werden, erklärte der Kieler Oberstaatsanwalt Axel Bieler. Die Ermittlungen gehen aber weiter.

Was genau ist passiert?

"Die Aussagen und die bislang vorliegenden Beweismittel haben noch kein klares Bild der Tatnacht aufgezeigt", sagte Bieler NDR 1 Welle Nord. "Wir haben keinen durchgreifenden Zweifel, dass es zu einem Tatgeschehen gekommen ist." Die genaue Sachlage sei aber noch unklar. "Wir wissen derzeit nicht hundertprozentig, was der Beschuldigte getan haben soll und in welchem Umfang er alleine gegebenfalls für die Taten verantwortlich sein kann", so Bieler. Da der Mann deshalb momentan nicht dem Haftrichter vorgeführt werden könne, sei er auf freiem Fuß.

Feier auf dem Bundeswehrgelände

Die Vorwürfe waren in der Nacht zu Freitag nach einer Feier auf dem Bundeswehrgelände aufgekommen. Dabei sei viel Alkohol getrunken worden, so ein Polizeisprecher. Sowohl der Tatverdächtige als auch die beiden mutmaßlichen Opfer, zwei 18 und 22 Jahre alte Frauen aus Rostock, waren demnach alkoholisiert. Nach ersten Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft steht der Vorwurf im Raum, der Unteroffizier habe die beiden Soldatinnen auf ihrem Zimmer sexuell angegangen. Feldjäger hätten den 29 Jahre alten Verdächtigen um 0.35 Uhr selbst festgesetzt und dann die Polizei gerufen, sagte Bieler. Nach Informationen des Schleswig-Holstein Magazins könnten mehrere Zeugen die Tat beobachtet haben.

Luftwaffensoldaten aus der Nähe von Rostock

Der Soldat und die beiden Frauen sind nicht in Todendorf stationiert. Alle drei gehören zur Luftwaffe - nach Informationen von NDR 1 Welle Nord konkret zur Flugabwehrraketengruppe 21, die in Sanitz und Prangendorf (Mecklenburg-Vorpommern) stationiert ist und mit dem Patriot-Abwehrsystem arbeitet. Ein Sprecher der Luftwaffe wollte das nicht bestätigen. Den Truppenübungsplatz in Todendorf nutzen Gruppen von Heer, Marine und Luftwaffe aus ganz Deutschland für Übungen.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 10.11.2017 | 19:00 Uhr

Todendorf: Sexueller Übergriff bei der Bundeswehr?

Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln gegen einen Soldaten. Der Vorwurf: Er soll auf dem Truppenübungsplatz zwei Frauen missbraucht haben. Vieles ist aber noch unklar. mehr

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