Stand: 14.10.2016 14:09 Uhr

Verhaftete IS-Verdächtige wieder im Norden

Bild vergrößern
Drei Männer mit syrischen Pässen waren Mitte September in Flüchtlingsunterkünften in Großhansdorf, Ahrensburg und Reinfeld festgenommen worden.

Mitte September sind drei Männer mit syrischen Pässen in Flüchtlingsunterkünften in Großhansdorf, Ahrensburg und Reinfeld im Kreis Stormarn festgenommen worden. Die mutmaßlichen IS-Terroristen wurden anschließend nach Karlsruhe gebracht. Nach Angaben des Justizministeriums in Kiel sind die Verdächtigen nun wieder im Norden. Sie sitzen in mehreren Haftanstalten in Untersuchungshaft. Einer der Männer sitzt nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur in Schleswig in Untersuchungshaft. Nach Angaben der Bundesanwaltschaft sind sie Mitglieder der Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS).

Schläfer des IS?

Die Behörde wirft ihnen vor, im Auftrag des IS nach Deutschland gekommen zu sein, um entweder einen bereits erhaltenen Auftrag auszuführen oder sich für weitere Instruktionen bereitzuhalten. Laut Bundesinnenminister Thomas de Maizière haben die Männer offenbar einen Bezug zu den Attentaten in Paris im November 2015. Es könnte sich um eine sogenannte Schläferzelle des IS handeln, sagte der Minister kurz nach deren Festnahme.

Ministerium: Keine Selbstmord-Gefahr

Nach Angaben des Ministeriums wurde geprüft, "ob bei den Gefangenen eine Suizidgefahr besteht". Dies sei nicht der Fall. Bei Verständigungsproblemen sei ein Dolmetscher dabei gewesen. Es seien deshalb keine besonderen Sicherungsmaßnahmen angeordnet worden. Nach dem Selbstmord des Terrorverdächtigen Al-Bakr in Leipzig sollen alle Justizvollzugsanstalten im Norden "ein noch stärkeres Augenmerk auf die Gefangenen nehmen, um erste Anzeichen einer Suizidgefahr wahrnehmen zu können und entsprechende Maßnahmen einzuleiten", hieß es.

Verhandlung vor dem OLG in Hamburg

Wann sich die drei Männer vor Gericht verantworten müssen, steht noch nicht fest. Bislang sei noch keine Anklage erhoben worden, sagte ein Sprecher der Bundesanwaltschaft am Freitag. Klar ist aber bereits, dass die Verhandlung vor dem Hanseatischen Oberlandesgericht (OLG) in Hamburg stattfinden wird und nicht vor dem OLG in Schleswig. Grund ist eine entsprechende Vereinbarung zwischen beiden Ländern für Staatsschutzsachen.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | 14.10.2016 | 14:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Schleswig-Holstein

03:47

Fundstücke: Ein junger Entdecker aus Glückstadt

19.09.2017 19:30 Uhr
Schleswig-Holstein Magazin
03:14

Vor der Wahl: Wolfgang Kubicki (FDP) im Porträt

19.09.2017 19:30 Uhr
Schleswig-Holstein Magazin
03:03

Erfolgreiche Spurensuche in Haithabu

19.09.2017 19:30 Uhr
Schleswig-Holstein Magazin