Stand: 28.07.2017 18:21 Uhr

Team-Betreuer: Ein Leben am Straßenrand

von Hauke Bülow

Seit Freitagmorgen ist Lensahn (Kreis Ostholstein) wieder die Hochburg der Ultra-Athleten. Mehr als 40 Sportler aus aller Welt kämpfen seit 7 Uhr um den Sieg oder einfach nur darum, den Triple-Ultra-Triathlon zu überstehen. Die Athleten müssen 11,4 Kilometer schwimmen, 540 Kilometer radfahren und 126,6 Kilometer laufen. Das ist die dreifache Distanz eines Iron-Man-Triathlons. Zum Schlafen bleibt kaum Zeit, Essen gibt es zwischendurch. Damit die Sportler keine Zeit verlieren, kümmern sich Team-Betreuer um alles, was sie während des Wettkampfs brauchen.

Ohne Unterstützung läuft nichts

Nadine Zahradnik ist eine von ihnen. Die 35-Jährige ist in Lensahn aufgewachsen. Schon als sie zehn Jahre alt war, hat sie mit ihrer Freundin mit Trillerpfeife bewaffnet am Straßenrand gesessen und die Athleten angefeuert. "Mein Elternhaus lag glücklicherweise direkt an der Rad-Rennstrecke", erzählt die Diplom-Pädagogin. Die Begeisterung für den Sport hat auch in den Jahren danach nicht nachgelassen, im Gegenteil. "Es wurde immer schlimmer und schlimmer." Inzwischen ist Nadine Zahradnik selbst Teil des Teams, auch wenn sie "niemals" selbst mitmachen würde bei einem Triple-Ultra-Triathlon. "Mein Mann sagt, ich führe ein Leben am Straßenrand."

Nudeln aus der Tüte, Pizza am Lenker

Vor acht Jahren hat Nadine Zahradnik ihren Schützling Mark Hohe-Dorst aus Frankfurt am Main kennengelernt - natürlich in Lensahn. "Er kam damals alleine und brauchte Unterstützung." Deshalb hat sich das Betreuer-Team um Zahradnik um ihn gekümmert. Ihre Mutter mit dem Lebensgefährten, ihr Mann und eine enge Freundin gehören zum Team. Sie sorgen dafür, dass der Athlet nach dem Schwimmen direkt aufs Rad springen kann und alles dabei hat, was er braucht. "Auf der Strecke ruft Mark uns zu, was er haben will." Oft gibt es Bananen oder Nudeln aus der Plastiktüte. "Die reißt Mark dann auf dem Rad mit den Zähnen auf und drückt sich die Nudeln rein, sehr effektiv", erklärt Zahradnik. Abends gibt es dann auch mal ein paar Stücke Pizza am Lenker: "Darauf besteht er!"

Urlaub für den Leistungssport

Der Mann von Nadine Zahradnik ist durch ihr Hobby ebenfalls zum Triathlon gekommen und hat in diesem Jahr seinen ersten Iron Man absolviert. Die beiden wohnen inzwischen ebenfalls in Frankfurt am Main. "Für uns ist das also Heimaturlaub hier in Lensahn." Zehn Tage Urlaub investieren die beiden dieses Mal. Weitere drei Wochen kommen für die 35-Jährige Mitte August noch mal dazu. Beim Swissultra, einem 10-fach-Ultra-Triathlon, will Mark Hohe-Dorst wieder an den Start gehen und braucht ihre Hilfe. Ihr Mann ist nicht dabei, hat sich aber inzwischen daran gewöhnt, dass sie so oft weg ist. "Er weiß, wie sehr mein Herz daran hängt und würde mir niemals im Wege stehen."

Ein eingespieltes Team: Betreuer und Schützling

Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 28.07.2017 | 19:30 Uhr

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