Stand: 14.09.2017 18:53 Uhr

Sturmtief "Sebastian" hinterlässt geringe Schäden

Nach dem ersten Herbststurm des Jahres mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 140 Kilometer pro Stunde räumt Schleswig-Holstein auf. "Sebastian" hat aber nach Angaben des Landesumweltministeriums nur geringe Schäden an Stränden und Deichen verursacht. Mitarbeiter des Landesbetriebs für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz (LKN) haben am Donnerstag Deiche und Strände an der Westküste und der Elbe begutachtet. Nach den ersten Eindrücken hat die - für die Jahreszeit relativ frühe - Sturmflut mit einer Ausnahme kaum Schäden hinterlassen.

Wasser, dass am Deich abgepumpt wird.

Sturm hat Behelfsdeich in Dagebüll überspült

Schleswig-Holstein Magazin -

In Dagebüll hat der Behelfsdeich dem Sturm nur gerade eben standgehalten. 100 Millionen Liter Wasser stehen auf der Baustelle und müssen abgepumpt werden.

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Dagebüll-Baustelle: 150.000 Euro Schaden

"Insgesamt sind wir an der Westküste noch glimpflich davongekommen", sagte Mathias Fiege vom LKN. Hart getroffen hat es allerdings den etwa 300 Meter langen Behelfsdeich im Dagebüller Koog. Er ist komplett überspült worden. An der Deichbaustelle sind Schäden in Höhe von rund 150.000 Euro entstanden - durch Materialverluste. Die drei Auffangbecken hinter dem Deich sind mit Wasser vollgelaufen. In den kommenden Tagen sollen Mitarbeiter des Landesbetriebs und Helfer des THW den Behelfsdeich verstärken und das Wasser abpumpen.

Habeck: "Küstenschutzanlagen insgesamt sicher"

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Hochwasser im Westen, Niedrigwasser im Osten

Tief "Sebastian" hat an der Westküste für Überflutungen gesorgt. An der Ostsee ist das Gegenteil eingetreten: Das Wasser ist durch den starken Wind vom Ufer weggedrückt worden. Bildergalerie

Umweltminister Robert Habeck (Grüne) erklärte, die Küstenschutzanlagen seien insgesamt sicher, auch wenn sie jetzt durch die Septembersturmflut früher als meist beansprucht wurden. "Das Baufenster für Deichbaumaßnahmen ist mit oftmals weniger als einem halben Jahr ohnehin sehr knapp bemessen. Da trifft uns jede zusätzliche Kantenflut außerhalb der eigentlichen Sturmflutzeit natürlich besonders", so der Minister. Man müsse hier mit Sandsäcken und Geräten und einem besonderen Gespür für die Lage vorsorgen.

Sandverluste an den Inselküsten

Das Sturmtief hat außerdem nach ersten Schätzungen rund 10.000 bis 15.000 Kubikmeter Treibsel an Land gespült. Jetzt müssen die LKN-Mitarbeiter das "Strandgut" vorsichtig abtragen und aussortieren. Die Halligen haben laut Umweltministerium bisher keine außergewöhnlichen Schäden gemeldet. An den Küsten von Sylt, Amrum und Föhr habe es allerdings - wie es immer bei solchen Sturmfluten passiert - Verluste an den Randdünen gegeben.

50 Strandkörbe in Büsum kaputt

Zwar kann auch Büsum vermelden, dass die Deiche standgehalten haben. Auch die Strandkörbe am Deich blieben heil. Doch die künstlich angelegte Perlebucht wurde teilweise überspült, Strandkörbe kippten ins Wasser. Beim Tourismus Marketing Service in Büsum schätzt man, dass etwa 50 Strandkörbe nicht mehr repariert werden können.

Weit mehr als 1.000 Feuerwehr-Einsätze

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In Wyk auf Föhr war während des Sturms am Mittwoch eine Fußgängerin von einem umstürzenden Baum schwer verletzt worden. Nach Angaben der Regionalleitstellen im nördlichsten Bundesland gab es insgesamt rund 1.300 Einsätze - aber keine weiteren Verletzten. Teilweise wurde die Hälfte der Zugverbindungen im Land eingestellt. Auch am Donnerstag gab es noch Probleme im Schienenverkehr. Laut Deutscher Bahn hat sich die Lage inzwischen entspannt.

Fähren blieben in den Häfen

Da auf der Rader Hochbrücke ein Lkw-Anhänger in den Nord-Ostsee-Kanal zu stürzen drohte, wurde der Schiffsverkehr auf dem Kanal am Mittwoch vorübergehend gestoppt. Im restlichen Land blieben viele Fähren in den Häfen. Die Schiffe zwischen dem Festland und den Inseln und Halligen im Wattenmeer fuhren zum Teil nicht. Verbindungen nach Hooge und Langeneß fielen wegen "Land unter" auch am frühen Donnerstagmorgen noch aus. Die Hochseeinsel Helgoland war am Mittwoch per Schiff nicht erreichbar. Touristen, die ihr Auto mit nach Sylt nehmen wollten, guckten ab Mittwochnachmittag in die Röhre. Der Sylt-Shuttle der Bahn und die Konkurrenz von RDC stellten ihre Fahrten ein. Inzwischen haben sie den Betrieb wieder aufgenommen.

Dank an die freiwilligen Helfer

Die stellvertretende Vorsitzende des Landesfeuerwehrverbands, Ilona Dudek, dankte den Tausenden überwiegend ehrenamtlichen Einsatzkräften der Feuerwehren. Sie hätten viele Schäden verhindert oder minimiert. Dudek lobte auch die Arbeitgeber der freiwilligen Helfer dafür, dass sie ihre Mitarbeiter problemlos für den Dienst freigestellt hatten.

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Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 14.09.2017 | 19:30 Uhr

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