Stand: 10.08.2015 10:46 Uhr

Stromausfall: Möwe verursacht Kurzschluss

Kein heißer Kaffee, die Ampeln ausgefallen, Telefon und Internet tot - fast zwei Stunden lang war das Flensburger Stadtgebiet am Sonntagmorgen ohne Strom. Davon waren in Flensburg, Glücksburg und Harrislee ab kurz nach acht Uhr rund 100.000 Menschen betroffen. Das Netz der Stadtwerke war komplett ausgefallen. Jetzt steht fest: Ursache für den Stromausfall war eine Möwe. Das bestätigte heute eine Sprecherin der Stadtwerke.

Licht aus in Flensburg

Stadtwerkechef: Ausfall dieser Dimension noch nicht gegeben

Die Möwe wollte offenbar genau am zentralen Stromverteiler ihren Flug antreten. In dem Umspannwerk nördlich der Stadt habe sie mit ihrer großen Flügelspannweite zwischen zwei Leitungen für den Kurzschluss gesorgt. Stadtwerkechef Maik Render sagte, einen Ausfall dieser Dimension habe es noch nicht gegeben. Die Möwe überlebte den Unfall nicht.

In den Leitstellen von Polizei und Feuerwehr gingen zahllose Anrufe ein, meist per Mobiltelefon, weil auch das Festnetz ausgefallen war. Keine Ampel funktionierte, die Sonntagsbrötchen mussten Frühaufsteher im unbeleuchteten Geschäft kaufen. Der Leiter des NDR Studios Flensburg, Werner Junge, konnte nur unter erschwerten Bedingungen arbeiten: Kein Computer lief und die Feuermelder im Studio piepten wegen des Stromausfalls. Erst nach zwei Stunden konnte das Stromnetz wieder hochgefahren werden.

Lauter Knall auf Gelände der Stadtwerke

Anfangs hatte Verwirrung geherrscht: Zeugen berichteten von einem lauten Knall vom Gelände der Stadtwerke Flensburg, die das Stromnetz in der Stadt betreiben. Die Feuerwehr wurde alarmiert, hatte aber mit erheblichen Schwierigkeiten zu kämpfen: Da die Werkstore elektrisch geöffnet werden, mussten Feuerwehrleute über die Tore klettern und sie von Hand öffnen. Nach Angaben des Stadtwerkesprechers hat es aber keine Explosion im Kraftwerk gegeben. Der Knall sei von einer laut krachenden Schutzschaltung gekommen.