Stand: 17.02.2017 16:45 Uhr

Spoorendonk will Täter-Opfer-Ausgleich

Bei Straftaten ist häufig nur von den Tätern die Rede - doch ein neuer Bericht der Landesregierung legt den Fokus auf die Opfer. Schleswig-Holsteins Justizministerin Anke Spoorendonk (SSW) will nun den Täter-Opfer-Ausgleich stärker ausbauen. Die Konfrontation der Täter mit ihrem eigenen Fehlverhalten greife, sagte Spoorendonk am Freitag bei der Vorstellung des neuen Opferschutzberichts.

Anke Spoorendonk in einer Runde.

Justizministerin stellt Opferschutzbericht vor

Schleswig-Holstein Magazin -

Justizministerin Anke Spoorendonk stellte am Freitag den aktuellen Opferschutzbericht vor. Demnach kennen sich Opfer und Täter bei Gewaltdelikten in jedem zweiten Fall.

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Täter und Opfer im direkten Gespräch

Bei einem Täter-Opfer-Ausgleich geht es vor allem um die direkte Konfrontation. Beide Parteien treten in einen Dialog - gelenkt von einem Mediator. Für Spoorendonk ein wichtiger Schritt, um das Trauma nach einer Straftat zu verarbeiten: "Das gibt dieses Gefühl von mehr Gerechtigkeit. Wir wissen von vielen Gesprächen mit Opfern, dass das eine ganz große Rolle spielt. Man möchte gerne dem Täter sagen, was durch eine Gewalttat passiert ist."

Erfolg spricht für sich

Durch ein solches Gespräch würden viele Opfer sogar auf eine Anklage verzichten, so die Justizministerin. Nach ihren Angaben liegt die Erfolgsquote bei 95 Prozent. Auch die Rückfallquote soll Studien zufolge deutlich geringer ausfallen. Um Straftaten von vornherein zu vermeiden, will Spoorendonk auf Prävention in Schulen setzen. Viele der eingesetzten Maßnahmen zeigen nach ihrer Ansicht bereits Wirkung. Laut dem neuen Opferschutzbericht der Regierung ist die Zahl der Opfer von Straftaten in Schleswig-Holstein seit 2006 um rund 5.000 auf etwa 33.000 in 2015 gesunken.

SSW-Politikerin Anke Spoorendonk sitzt im Plenarsaal des schleswig-holsteinischen Landtags. © NDR Fotograf: Janis Röhlig

Täter-Opfer-Ausgleich soll gestärkt werden

NDR 1 Welle Nord -

Landesjustizministerin Anke Spoorendonk spricht sich für die Stärkung des Täter-Opfer-Ausgleichs aus. Der Dialog sei vor allem für die Opfer sehr wichtig und helfe, Traumata zu verarbeiten.

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Opferschutzbericht mit weiteren Zahlen

Der Bericht macht aber auch auf ein weiteres Problem aufmerksam. So waren 2016 mehr als 20 Prozent aller Tatverdächtigen in Schleswig-Holstein laut Polizei Ausländer. Justizministerin Spoorendonk warnt, diese Entwicklung nur auf die Flüchtlingsfrage zu reduzieren. "Ich gehe jede Wette ein, dass das mit Perspektivlosigkeit, fehlender Ausbildung und fehlender Arbeit zu tun hat." Gleichwohl habe sie die jüngste Entwicklung in diesem Bereich "ein bisschen überrascht, aber nicht wirklich". Spoorendonk setzt auf den schnelleren Zugang zum Arbeitsmarkt.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 17.02.2017 | 17:00 Uhr

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