Stand: 15.11.2012 07:43 Uhr

Sinti und Roma per Verfassung geschützt

Bild vergrößern
Der Landtag hat den Schutz von Sinti und Roma in die Verfassung aufgenommen. (Themenbild)

Der schleswig-holsteinische Landtag hat am Mittwoch ein neues Kapitel des Minderheitenschutzes in Deutschland geschrieben. Zum Auftakt der November-Sitzung wurde der Schutz der deutschen Sinti und Roma einstimmig in die Landesverfassung aufgenommen. Schleswig-Holstein ist damit das erste Bundesland, das diesen Schritt vollzogen hat. Die Volksgruppen genießen nun den gleichen Anspruch auf Schutz und Förderung wie die dänischen und friesischen Minderheiten im Norden.

Im Norden leben rund 5.000 Sinti und Roma. Die erste urkundliche Erwähnung der Angehörige der Volksgruppen in Schleswig-Holstein ist aus dem Jahre 1417 in Lübeck überliefert. Ursprünglich stammen sie aus Indien. Von den weltweit bis zu zwölf Millionen Sinti und Roma leben bis zu sieben Millionen in der Europäischen Union.

Albig: "Historischer Beschluss"

Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) sprach von einem historischen Beschluss. "Die Sinti und Roma leben seit mehr als sechs Jahrhunderten in Schleswig-Holstein und gehören zu diesem Land wie Deutsche, Dänen und Friesen." Es sei ein Zeichen der Anerkennung und Wertschätzung, dass sich dies jetzt auch in der Landesverfassung widerspiegele, sagte Albig.

Bild vergrößern
Die Minderheitenbeauftragte Schnack freute sich über den einstimmmigen Landtagsbeschluss.

Auch die Minderheitenbeauftragte Renate Schnack (SPD) begrüßte die Geschlossenheit des Parlaments bei der Abstimmung. Sie verwies darauf, dass der heutige Beschluss des Landtages europaweit beachtet werde: "Die lange verwehrte Anerkennung der Sinti und Roma war ein Fleck auf der weißen Weste unseres Landes. Seit heute kann Schleswig-Holstein wieder zu Recht für sich in Anspruch nehmen, eine faire und international vorbildliche Minderheitenpolitik zu führen."

Zentralrat: "Vorbild für die EU"

Der Vorsitzende des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, Romani Rose, würdigte den Landtagsbeschluss als historisches Zeichen. "Das ist mehr als eine symbolische Geste", sagte er NDR 1 Welle Nord. Schleswig-Holstein habe mit dem Beschluss eine Vorbildfunktion für die Europäische Union aufgezeigt. "Das ist ein wichtiger Schritt, den Sinti und Roma gleichberechtigten Respekt entgegenzubringen."

Mehr Nachrichten aus Schleswig-Holstein

01:54

Mutmaßliche Salafisten aus SH vor Gericht

16.10.2017 19:30 Uhr
Schleswig-Holstein Magazin
02:22

Vollsperrung der A 7 - ohne Ankündigung

16.10.2017 19:30 Uhr
Schleswig-Holstein Magazin
00:20

Entschuldigung nach Medikamentenskandal

16.10.2017 19:30 Uhr
Schleswig-Holstein Magazin