Stand: 19.01.2016 21:13 Uhr

Schwebefähre: Zukunft nicht mehr in der Schwebe?

Die nach dem Zusammenstoß mit einem Frachter beschädigte Rendsburger Schwebefähre über den Nord-Ostsee-Kanal soll weiter betrieben werden. "Unser Ziel ist es, die Schwebefähre so schnell wie möglich zu reparieren und instand zu setzen", sagte der Präsident der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt, Hans-Heinrich Witte. Seine Behörde ist dem Bundesverkehrsministerium zugeordnet, und die Fähre gehört dem Bund. Witte dürfte ein gewichtiges Wort mitsprechen, wenn endgültig über die Zukunft der Fähre entschieden wird. Er berief sich auf einen mehr als 100 Jahre alten Planfeststellungsbeschluss. Dieser legt laut Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) fest, dass man den Nord-Ostsee-Kanal mit einer Schwebefähre überqueren können muss.

Eine Schwebefähre über dem Nord-Ostsee-Kanal nach einer Kollision mit einem Frachter. © NDR

Die Kollision im Zeitraffer

Schleswig-Holstein Magazin -

Eine Webcam hat den Unfall am Nord-Ostsee-Kanal aufgezeichnet. Die Schwebefähre an der Eisenbahnhochbrücke fährt los, obwohl der Frachter schon in Sichtweite ist.

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Die Frage ist: Was kostet die Reparatur?

Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Reinhard Meyer (SPD), der sich für den Erhalt der Fähre einsetzt, reagierte auf Wittes Worte in einer Mitteilung erfreut. Und er spricht von einer "klaren Zusicherung". Doch so weit wollte eine WSA-Sprecherin nicht gehen: Eine endgültige Entscheidung über die Zukunft der Schwebefähre falle erst, wenn die anfallenden Reparaturkosten feststehen. Wie hoch die sind, soll im Rahmen einer Inspektion des historischen Bauwerks ermittelt werden. Diese Untersuchungen starten voraussichtlich im März.

Ermittlungen gegen den Fährführer

Am 8. Januar war die Fähre auf dem Nord-Ostsee-Kanal mit einem Frachter zusammengestoßen. Die Staatsanwaltschaft Kiel ermittelt seit Montag gegen den Fährführer. Es bestehe der Verdacht eines gefährlichen Eingriffs in den Schiffsverkehr, sagte Oberstaatsanwältin Birgit Heß. Ihren Angaben zufolge geht es auch um fahrlässige Körperverletzung, weil bei dem Unglück der einzige Passagier verletzt wurde. Der Fährführer selbst hatte schwere Verletzungen erlitten.

Fähre soll zunächst abmontiert werden

Wie genau es zu dem Zusammenstoß kam, ist weiterhin unklar. Laut Heß wurde die Fähre sichergestellt, um die Ursachen zu ermitteln. Sie soll komplett demontiert werden.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 19.01.2016 | 22:00 Uhr