Stand: 09.07.2015 16:11 Uhr

Schüler sind für guten Zweck auf Achse

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Die Schülerinnen Lieza Junghoff, Chiara Hartwig und Stine Johannson helfen am "Sozialen Tag" 2014 in der Stadthalle Neumünster aus.

Anstatt zu lernen haben am Donnerstag wieder rund 85.000 Schüler in ganz Deutschland Regale in Geschäften aufgefüllt oder Botengänge erledigt. Am "Sozialen Tag" gingen auch in Schleswig-Holstein Schüler arbeiten - und spendeten ihren Lohn. Die Jugend-Hilfsorganisation "Schüler helfen Leben" (SHL) aus Neumünster sammelte mit der Aktion Geld für soziale Projekte im Ausland. Der Verein unterstützt überwiegend die Jugend- und Bildungsarbeit auf dem Balkan oder junge syrische Flüchtlinge in Jordanien. Im vergangenen Jahr kamen 1,5 Millionen Euro zusammen. Dieses Jahr könnte sogar noch besser sein: "Wir gehen davon aus, dass rund 1,6 Millionen Euro zusammenkommen könnten, weil wir 40 Schulen mehr als 2014 hatten", sagt Anna-Lena Oltersdorf, die Pressesprecherin von SHL.

Arbeiten statt Büffeln

In der Kieler Fußgängerzone trat eine Gruppe Schüler am Vormittag als kleiner Chor auf. Auch die Kieler Staatskanzlei hatte jugendliche Unterstützung. Dort haben der 16-jährige Simon aus Neumünster und die 14 Jahre alte Jennifer Lucija aus Kiel in der Registratur ausgeholfen. Andere arbeiteten in Betrieben, in Büros oder auch im Garten der Eltern.

Merkel als Schirmherrin

Während des Jugoslawien-Krieges 1992 wurde SHL von Schülern gegründet, und seit 1998 richtet der Verein jedes Jahr den inzwischen bundesweit stattfindenden "Sozialen Tag" aus. Insgesamt nahmen am sozialen Tag 740 Schulen teil, etwas mehr als im vergangenen Jahr. Das Interesse steige, so eine Sprecherin des Vereins SHL. Für Schleswig-Holstein übernahm Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) die Schirmherrschaft, für deutschlandweit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU).

14 Schulen abgemeldet

Ein kleiner Wermutstropfen: In Schleswig-Holstein, dem Heimatland der Aktion, hatten sich 14 Schulen abgemeldet, die in den vergangenen Jahren noch dabei waren. Grund ist ein Erlass des Kieler Bildungsministeriums. Zum Schutz der arbeitenden Schüler müssen Lehrer jetzt vorab eine sogenannte Gefährdungsbeurteilung abgeben und die Unbedenklichkeit des Jobs bestätigen. Das ist manchen zu bürokratisch. Außerdem blieben Haftungsfragen offen, so die Kritik. Dennoch beteiligten sich noch etwa 270 Schulen an der Aktion.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 09.07.2015 | 17:00 Uhr