Stand: 27.01.2016 20:57 Uhr

Sager: "2016 darf nicht wie 2015 werden"

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Als Präsident des Deutschen Landkreistages fordert Ostholsteins Landrat Sager mehr Geld: "Wir erwarten, dass Bund und Länder für die Kosten einstehen."

Insgesamt 52.000 Flüchtlinge sind im vergangenen Jahr nach Schleswig-Holstein gekommen - in diesem Jahr bereits 1.600. Der Zustrom stellt viele Kommunen vor große Probleme: Sie müssen die Asylsuchenden nicht nur unterbringen, sondern auch einen Großteil der Kosten übernehmen. Deshalb verlangen sie vom Bund mehr Unterstützung. Am Mittwoch haben Spitzenvertreter der Städte und Gemeinden ihren Forderungen bei einem Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) Nachdruck verliehen. Feste Zusagen brachte der Präsident des Deutschen Landkreistages, Ostholsteins Landrat Reinhard Sager (CDU), nicht mit nach Hause. Man habe jedoch unter anderem klar gemacht, dass die Flüchtlingszahlen reduziert werden müssten, so Sager: "2016 darf nicht wie 2015 werden."

Kapazitäten so gut wie ausgeschöpft

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Sager sieht die Kommunen an ihrer Belastungsgrenze: "Ich vertrete 295 deutsche Kreise. Die Kollegen artikulieren deutlich, dass sie keine Möglichkeiten mehr haben, weitere Menschen unterzubringen." Vor diesem Hintergrund fordert Sager vor allem finanzielle Hilfen: "Wir erwarten, dass Bund und Länder für die Kosten einstehen. Die können nicht auf Dauer kommunal getragen werden, das sprengt unsere Haushalte." Außerdem setzt sich Sager für schnellere Abschiebungen ein. Bei dem Treffen in Berlin habe er vorgeschlagen, Tunesien, Marokko und Algerien als sichere Herkunftsländer einzustufen, so Sager.

Städtetag: "Zusätzliche Kosten für Unterkunft übernehmen"

Forderungen an die Adresse der Bundesregierung waren im Vorfeld auch von der Präsidentin des Deutschen Städtetages, Eva Lohse, gekommen. "Die Städte möchten erreichen, dass der Bund die zusätzlichen Unterkunftskosten im Hartz-IV-System voll übernimmt, die durch den Flüchtlingszuzug entstehen", sagte Lohse der Zeitung "Die Welt".

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 27.01.2016 | 22:00 Uhr