Stand: 28.03.2016 16:12 Uhr

Rückschlag für Arved-Fuchs-Expedition

Ein wichtiges Projekt der zweijährigen Expedition von Arved Fuchs in Richtung Antarktis und Kap Hoorn ist gescheitert: Der Abenteurer aus Bad Bramstedt (Kreis Segeberg) und sein Team wollten mit dem Haikutter "Dagmar Aaen" schwer erreichbare Inseln im Süden Chiles ansteuern, um die dort lebenden Felsenpinguine mit Satellitensendern auszustatten. Fuchs wollte so einen Wissenschaftler unterstützen, der herausfinden will, warum die Population dieser Tiere in den letzten Jahrzehnten stark zurückgegangen ist. Doch das ambitionierte Vorhaben ist gescheitert. Ende März kam die "Dagamar Aaen" den drei Inseln mit ihren Pinguin-Kolonien nahe, doch das Wetter war zu schlecht, um anzulegen und an Land zu gehen.

Arved Fuchs beendet Pinguinprojekt ohne Erfolg

Tiere haben die Brutplätze verlassen

Eine weitere Chance für das Pinguin-Projekt gibt es nicht. Die Mauser der Tiere ist beendet, die Pinguine haben ihre Brutplätze verlassen. Insgesamt legte die Crew allein für dieses Projekt eine Strecke von fast 1.200 Kilometern zurück: "Das schmerzt", schreibt Arved Fuchs in seinem Logbuch. "Alle sind enttäuscht, aber man muss auch mit Niederlagen leben können". Es werde einmal mehr deutlich, dass mit dem Kap-Hoorn-Wetter nicht zu spaßen sei. Zeitweise musste der 24 Meter lange Segelkutter gegen meterhohe Wellen und Starkwind ankämpfen.

Nicht die ersten Probleme mit dem Wetter

Stürme und schlechtes Wetter hatten schon zuvor dafür gesorgt, dass die Crew ihre Reisepläne ändern musste. Wetterbedingt hatte die Besatzung auf den richtigen Zeitpunkt warten müssen, um die Drakestraße zwischen Kap Hoorn und der antarktischen Halbinsel passieren zu können - vier Wochen kostete das. Die Überfahrt zu den Südlichen Shetlandinseln dauerte dann vier Tage. Danach ging es weiter Kurs Richtung Antarktis. "Um uns herum sieht man überall vergletscherte Berge", schrieb Fuchs in seinem Logbuch. Drei Buckelwale hätten die "Dagmar Aaen" begleitet. Am 11. Februar erreichte die Crew dann den südlichsten Punkt der gesamten Reise, die Argentinischen Inseln. Dort besichtigte die Crew die Forschungsstation Wernadski. Als sie 1985 noch Faraday-Station hieß, führten Messungen von hier zur Entdeckung des Ozonlochs.

Geduld wird auf harte Probe gestellt

Schließlich machte sich das Team wieder auf den Rückweg. Aber auch hier gab es einen Zwangsstopp. Die Drakestraße war zunächst wieder unpassierbar. "Die Sturmtiefs ziehen sich wie Perlen auf die Schnur gezogen hintereinander hier durch", notierte Fuchs. Die Crew muss warten, ankert in einer Bucht. "Unsere Geduld wird auf eine harte Probe gestellt", schrieb Fuchs. Erst Anfang März erreicht die Crew Ushuaia, die südlichste Stadt Argentiniens.

Zum ersten Mal in die Antarktis

Die Expedition "Ocean Change" der "Dagmar Aaen" soll insgesamt zwei Jahre dauern. Auf der Fahrt wollen Fuchs und seine Mannschaft dokumentieren, wie sich die Meere durch Verschmutzung, Überfischung und Klimawandel verändern. Erstmals hat dabei die immerhin 85 Jahre alte "Dagmar Aaen" die antarktische Halbinsel angesteuert.

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