Stand: 06.04.2017 13:02 Uhr

Riesenbatterie soll Strom in Jardelund speichern

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Der geplante Energiespeicher soll Strom von etwa 20 Windrädern speichern können.

Der wohl größte Batteriespeicher für erneuerbare Energien in Europa wird in Jardelund im Kreis Schleswig-Flensburg gebaut. Dafür haben der niederländische Energieversorger Eneco und der japanische Mischkonzern Mitsubishi eine gemeinsame Firma gegründet: die EnspireMe. Das Speichersystem mit einer Kapazität von 51 Megawattstunden soll die Energie mehrerer Windparks zwischenspeichern - und so kurzfristige Schwankungen im Stromnetz ausgleichen können.

Stromspeicher für 5.300 Haushalte

Mit rund zwei Millionen Euro fördert das Land Schleswig-Holstein das Projekt aus EU-Mitteln. Für Energiewendeminister Robert Habeck (Grüne) ist es ein bemerkenswerter Meilenstein. "Ich sehe darin ein Ausrufezeichen, dass wir als Land der Energiewende auch die nächste Phase der Energiewende federführend bestreiten werden", sagte er NDR 1 Welle Nord. "Wir haben ja viel darüber gesprochen, nicht nur Strom zu produzieren, sondern auch hier im Land zu halten." Eine Batterie dieser Dimension habe es in Schleswig-Holstein noch nie gegeben. " Mit dem gespeicherten Strom ist es laut Habeck möglich, den Verbrauch von rund 5.300 Haushalten für einen kompletten Tag zu sichern.

Energiespeicher kann Stromschwankungen ausgleichen

Nach Angaben des Unternehmens EnspireMe reicht die Kapazität der Batterie etwa, um die Energie von 20 modernen Windrädern unter Volllast eine Stunde lang zwischenzuspeichern. Bisher ist das wirtschaftlich noch nicht rentabel. Doch Projektberater Vigen Nikogosian rechnet damit, dass die Kosten sinken und die Nachfrage steigt. So könnten Windparks künftig auch bei Flaute Strom liefern.

Besonders wichtig sind die Speicher, wenn die eingespeiste Energie durch Wind und Sonne wetterbedingt kurzfristig stark schwankt. Die Speicherelemente fangen das auf und verhindern damit Ausfälle im Netz. Für die einzelnen Akkus der Anlage soll in Jardelund ein eigenes Gebäude am Umspannwerk entstehen. Die Bauarbeiten beginnen voraussichtlich im Sommer, Ende des Jahres sollen die ersten Tests laufen. Das gesamte Investitionsvolumen beträgt nach Angaben des Energiewende-Ministeriums mehr als 30 Millionen Euro.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 06.04.2017 | 13:00 Uhr

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