Stand: 23.02.2016 16:10 Uhr

Rellinger Feuerteufel muss ins Gefängnis

Ein 28 Jahre alter Rellinger (Kreis Pinneberg) muss für drei Jahre und drei Monate ins Gefängnis. Das Amtsgericht Itzehoe sah es unter anderem als erwiesen an, dass er zahlreiche Autoreifen zerstochen hat. Der als "Rellinger Feuerteufel" bezeichnete Mann hat nach Angaben des Gerichts außerdem vorgetäuscht, Opfer einer Straftat gewesen zu sein. Drei Brandstiftungen konnten ihm nicht nachgewiesen werden.

Zum Auftakt des Prozesses vor etwa einem Monat hatte sich der Rellinger selbst als Opfer von Mobbing und Ausgrenzung dargestellt. Polizei, Staatsanwaltschaft und Medien warf er vor, voreingenommen gegen ihn zu sein.

Ältere Taten ins Urteil miteinbezogen

Für Polizei und Justiz ist der Mann ein "alter Bekannter": Im vergangenen Jahr war der 28-Jährige wegen Brandstiftung bereits zu zwei Jahren und drei Monaten Gefängnis verurteilt worden. Diese Strafe wurde in das heutige Urteil miteinbezogen. Im Jahr 2007 war der Mann schon einmal wegen Brandstiftung sowie Sachbeschädigung und Körperverletzung verurteilt worden.

28-Jähriger war schon in der Psychiatrie

2007 befanden ihn die Richter für schuldig, zusammen mit einem Komplizen für Brandstiftungen, Buttersäure-Anschläge, und Reifenstechereien in Rellingen verantwortlich gewesen zu sein. Ein Gutachter hatte dem Mann damals eine schwere Persönlichkeitsstörung bescheinigt - deshalb kam er in die Psychiatrie. 2013 wurde er entlassen. Den beiden Männern war auch vorgeworfen worden, einen Sprengstoffanschlag auf das Rellinger Apfelfest 2007 geplant zu haben. In diesem Punkt wurden sie aber freigesprochen.

Immer wieder die Frage der Schuldfähigkeit

Auch bei dem Prozess 2014 ging es um die entscheidende Frage, ob der Rellinger Brandstifter überhaupt schuldfähig ist. Ein Gutachter sagte damals, der Angeklagte habe zwar eine Persönlichkeitsstörung, sei aber fähig zu manipulieren und wisse, was er tue. Der Psychiater bestätigte deshalb die volle Schuldfähigkeit.

 

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | 23.02.2016 | 12:00 Uhr