Stand: 17.02.2017 16:09 Uhr

Pinneberg: Polizei hebt riesiges Waffenlager aus

71.000 Schuss Munition und 114 Schusswaffen lagerten im Haus eines 62-Jährigen in Pinneberg.

Die Polizei hat bei einer Hausdurchsuchung in Pinneberg zahlreiche Waffen und Zehntausende Schuss Munition beschlagnahmt. Nach Angaben der Beamten wurden im Haus eines 62-Jährigen außerdem viele Hülsen und Projektile sowie mehrere Kilo Chemikalien zur Herstellung von Sprengstoff und zahlreiche Hieb- und Stichwaffen gelagert, heißt es in einer Mitteilung am Freitag. Gegen den Waffensammler hatte die Staatsanwaltschaft offenbar bereits schon länger wegen eines Verstoßes gegen das Waffengesetz ermittelt - und einen Durchsuchungsbeschluss beantragt.

Um 5 Uhr beginnt die Durchsuchung

Der "Überraschungsbesuch" startete laut Polizei am Donnerstagmorgen um 5 Uhr: Beamte in Zivil warteten vor dem Haus, bis der Mann vor die Tür trat. Die Ermittler überreichten ihm ein Schreiben der Staatsanwaltschaft, wonach er alle Waffen und jede Munition herauszugeben habe, "da er die erforderliche Zuverlässigkeit nach dem Waffengesetz nicht mehr besitzt", wie es in der Pressemitteilung der Polizei heißt. Dieser Umstand sei gerichtlich und unanfechtbar bestätigt, sagte Kreissprecher Oliver Carstens. Auf die Aufforderung des Kreises, seine Waffen abzugeben, habe der Mann nicht reagiert. "Daraufhin hat der Kreis Strafanzeige gestellt", sagte Carstens.

Tonnenweise Munition und Hülsen

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Neben dem notwendigen Equipment hatte der Mann auch die richtige Fachliteratur im Lager.

Die Beamten und der Kampfmittelräumdienst dürften große Augen gemacht haben: Insgesamt fanden sie etwa 71.000 Schuss an scharfer Munition - ein Gesamtgewicht von über einer Tonne. Dazu kamen eineinhalb Tonnen an Hülsen und Projektilen und 114 Schusswaffen. Doch das war noch lange nicht alles. Die Beamten sicherten noch diverse Hieb- und Stichwaffen sowie Chemikalienmixturen zur Herstellung von Munition und Sprengstoffen, die passende Fachliteratur und Spezialwerkzeug.

Bundeswehr übernimmt Waffensammlung

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Experten des Kampfmittelräumdienstes finden bei dem Mann 114 Schusswaffen.

Der Mann hatte sich gegen den Polizeieinsatz widersetzt. Die Ermittler bezeichneten ihn als "verhaltensauffällig". Er habe die Durchsuchung gestört und Widerstand geleistet, so dass er schließlich in Gewahrsam kam. Er wurde später wieder auf freien Fuß gesetzt. Als Jäger durfte er bislang scharfe Waffen und Munition besitzen. Er soll außerdem Mitglied eines Sportschützenvereins sein.

Was mit den konfiszierten Waffen passiert, muss nun die Staatsanwaltschaft entscheiden. Weil es sich um eine so große Menge handelt, übernahm die Bundeswehr derweil die Einlagerung.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 17.02.2017 | 17:00 Uhr

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