Stand: 02.08.2017 14:56 Uhr

"Peking" meistert Nadelöhr auf dem Weg zur Werft

Die historische Viermastbark "Peking" ist am Mittwoch vom Elbehafen in Brunsbüttel (Kreis Dithmarschen) in die Peters Werft nach Wewelsfleth (Kreis Steinburg) geschleppt worden. Dort sollen Spezialisten den einstigen Frachtsegler aufwendig restaurieren. Hamburg plant mit der "Peking", die bis vor Kurzem in einem Museumshafen in New York lag, ab 2020 als Wahrzeichen des Deutschen Hafenmuseums. Während der Fahrt über Elbe und Stör war das richtige Timing gefragt. Der Frachtsegler konnte das Störsperrwerk nur bei Hochwasser passieren. Das gelang. Um das Nadelöhr rechtzeitig zu erreichen, hatten das Aufschwimmen der "Peking" sowie das Festmachen des Bug- und des Heckschleppers bereits am frühen Morgen begonnen. In der Mittagszeit war Wewelsfleth nach elfeinhalb Seemeilen beziehungsweise 21,3 Kilometern erreicht.

Nach Brunsbüttel kam der Segler im Bauch eines Dockschiffs

Am Sonntag hatte der Großsegler nach 85 Jahren in der Fremde die Elbe erreicht. Das Schiff ist von Rost so zerfressen, dass es seine vermutlich letzte große Reise huckepack auf dem Transportschiff "Combi Dock III" antreten musste. Bei der Übernahme in New York sei der Segler nur noch knapp schwimmfähig gewesen, sagte Joachim Kaiser von der Stiftung Hamburg Maritim: "Sie ist in einem desolaten Zustand."

Gedrosselt über den Atlantik

Das Dockschiff, in dessen Bauch die "Peking" nach Brunsbüttel kam, hatte während der Überfahrt das Tempo reduzieren müssen, um die Schiffsbewegungen zu minimieren und die Belastungen für die heruntergekommene Fracht gering zu halten. Daher benötigte man elf Tage für die Fahrt über Atlantik und Ärmelkanal. Die Überführung zur Peters Werft wurde daraufhin von Montag auf Mittwoch verschoben.

300-Seiten-Auftrag für die Peters Werft

In der Werft fängt die Arbeit erst richtig an: Experten sollen den ehemaligen "Flying-P-Liner" im Trockendock in den Zustand von 1927 versetzen - samt Holzdeck und der ursprünglichen Laderäume, in denen Salpeter und Schüttgut beispielsweise zwischen Hamburg und Chile transportiert wurde. Auch das Unterwasser-Schiff muss nachgebaut werden, wenn die "Peking" wie erhofft zum Wahrzeichen des Deutschen Hafenmuseums in Hamburg werden soll.

2020 gegenüber der Elbphilharmonie?

Nach der Restaurierung soll die "Peking" voraussichtlich von 2020 an zu besichtigen sein. Ob sämtliche Arbeiten bis dahin jedoch tatsächlich abgeschlossen sein werden, sei ungewiss, sagte Hamburgs Kultursenator Carsten Brosda (SPD). Der zukünftige Liegeplatz in Hamburg steht noch nicht fest, angedacht sind aber die "50er Schuppen" am Hansahafen gegenüber der Elbphilharmonie. Der Bund stellt für die Rückführung und Instandsetzung insgesamt 26 Millionen Euro zur Verfügung.

"De Hamborger Veermaster" lag in New York

Die "Peking" war 1911 bei der Hamburger Werft Blohm + Voss vom Stapel gelaufen. "De Hamborger Veermaster" wurde einst als Frachtschiff für den Salpeterhandel mit Chile eingesetzt. Es gehört zu den letzten großen Frachtseglern, die es zu Beginn des 20. Jahrhunderts wegen ihrer Geschwindigkeit und Sicherheit mit Dampf- und Motorschiffen aufnehmen konnten. Seit 1976 war es Bestandteil des South Street Seaport Museums in New York.

Die SH-Reise der "Peking" in Bildern

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 02.08.2017 | 12:00 Uhr

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