Stand: 12.05.2015 18:13 Uhr

Offene Fragen nach Tod am Bahnübergang

Einen Tag nach dem schweren Zugunglück im nordfriesischen Garding ist die Ursache immer noch unklar. Die Staatsanwaltschaft habe den Unfallwagen beschlagnahmt, sagte ein Sprecher der Bundespolizei am Dienstag. Eine Regionalbahn hatte an einem unbeschrankten Bahnübergang das Auto einer Urlauberfamilie aus Hamburg erfasst. In dem Wagen saßen drei Erwachsene und zwei Kinder. Laut Polizei starb ein fünf Jahre alter Junge bei dem Zusammenprall. Die weiteren vier Insassen wurden schwer verletzt. Es handelt sich nach Angaben der Bundespolizei um die Mutter, ein weiteres Kind und die Großeltern. Der Lokführer und drei Reisende im Zug erlitten leichte Verletzungen.

Lokführer hatte noch gehupt

Der Lokführer hatte das Auto auf dem Bahnübergang in Kirchspiel Garding bemerkt, die Kollision aber trotz Hupen und Vollbremsung nicht mehr verhindern können. Die Regionalbahn erfasste den Pkw und schleuderte ihn in einen Graben. Das völlig zerstörte Auto landete auf dem Dach.

Technik und Fahrtenschreiber werden überprüft

In den nächsten Tagen soll der Wagen der Urlauberfamilie von einem Sachverständigen eingehend untersucht werden. Die Ermittler wollen prüfen, ob es einen technischen Defekt gab. Gleichzeitig wird auch der Fahrtenschreiber des Regionalzuges ausgewertet. Er soll Auskunft darüber geben, wie schnell die Bahn war und ob der Lokführer rechtzeitig und stark genug gebremst hat.

Reisende wurden ärztlich untersucht

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In dem Zug, der auf der eingleisigen Bahnstrecke St. Peter-Ording - Husum unterwegs war, saßen insgesamt 49 Menschen. Notfallseelsorger und Ärzte kümmerten sich um die Passagiere. Danach wurden sie mit dem Bus zum nächsten Bahnhof gebracht. Die Bundesstraße und die Bahnstrecke nach St. Peter-Ording waren für mehrere Stunden gesperrt.

Übergang nicht mit Schranken gesichert

Vor Ort waren zehn Feuerwehrfahrzeuge und ebenso viele Rettungswagen. Wie es zu dem Unfall kommen konnte, ist noch unklar. Der Bahnübergang Hartkoogweg in Kirchspiel Garding ist nicht mit Schranken, sondern lediglich mit Andreaskreuzen gesichert. Es gibt kein Blinklicht, das auf einen kommenden Zug hinweist.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 12.05.2015 | 12:00 Uhr