Stand: 17.02.2016 14:39 Uhr

Nummer 15: Erneut Automat gesprengt

Schon wieder haben Unbekannte einen Automaten gesprengt: In der Nacht zu Mittwoch wurde auf diese Weise ein Fahrkartenautomat an der Haltestelle Haslohfurth in Norderstedt (Kreis Segeberg) geknackt. Anwohner hatten die Explosion gehört und daraufhin die Beamten verständigt, wie ein Polizeisprecher am Mittwochmorgen mitteilte. Die Geldkassette des Automaten wurde entwendet. Die Schadenshöhe belaufe sich auf 25.000 Euro. Seit Jahresbeginn wurden in Schleswig-Holstein bislang 15 Automaten gesprengt - acht Geld- und sieben Fahrkartenautomaten. In den vergangenen beiden Jahren war es im gesamten Jahr jeweils nur ein einziger.

Eine Nacht zuvor explodierten zwei Automaten

Schon einen Tag zuvor hatten unbekannte Täter nach Polizeiangaben in der Gemeinde Ratekau (Ortsteil Warnsdorf) im Kreis Ostholstein zugeschlagen. Der Geldautomat in einem Freizeitpark war mit einem Sicherheitssystem ausgestattet, das Geldscheine bei einem Angriff sofort einfärbt und für die Täter unbrauchbar macht. "Sie dürften somit keine oder nur sehr geringe Beute gemacht haben", teilte das Landeskriminalamt in Kiel mit. Auch ein Fahrkartenautomat in Wohltorf (Kreis Herzogtum Lauenburg) wurde in der Nacht zu Dienstag an einem S-Bahn-Haltepunkt gesprengt und zerstört. Laut Polizei erbeuteten die Täter hier eine Geldkassette.

Hoher Sachschaden nach Geldautomaten-Sprengung

Sind Serientäter unterwegs?

Die Kriminalpolizei prüft, ob die Sprengung in Ratekau in Zusammenhang mit ähnlichen Vorfällen an der Westküste steht. Unbekannte hatten erst am Montag in Wrohm (Kreis Dithmarschen) und in Kremperheide (Kreis Steinburg) Geldautomaten in die Luft gejagt. In beiden Fällen sei erheblicher Sachschaden entstanden, sagte Stefan Jung vom Landeskriminalamt.

Immer wieder kleine Orte betroffen

Schon im Januar hatte es ähnliche Fälle gegeben. Täter hatten damals versucht, Geldautomaten in Wesselburen, Friedrichstadt und Erfde zu knacken. Die Täter scheinen sich auf kleine Filialen in Städten oder Dörfern einer bestimmten Größe spezialisiert zu haben. Die drei Gemeinden der bisherigen Tatorte sind fast gleich groß, haben zwischen 2.000 und 3.000 Einwohner, sind über Bundesstraßen schnell und leicht zu erreichen und liegen nicht weit voneinander entfernt. In allen Fällen blieb es bei dem Versuch. Die Täter entkamen jeweils ohne Beute.

Bahn rüstet mit Farbpatronen nach

Die Eigentümer der Fahrkarten- und Geldautomaten wollen sich nun besser gegen Sprengungen schützen. Beim Sparkassen- und Giroverband für Schleswig-Holstein laufen die Planungen dafür auf Hochtouren. Man sei in enger Abstimmung mit den Herstellern und der Polizei, sagte Sprecher Joachim Brandt. Als Maßnahme kommen etwa Farbpatronen in Frage, die Geldscheine für Täter unbrauchbar machen. Andere Banken und auch die Deutsche Bahn arbeiten bereits damit.

Seit vergangenem Jahr werden diese insbesondere an kleineren und abgelegeneren Bahnstationen eingebaut. 2.500 Automaten sollen noch nachgerüstet werden. Besonders ärgerlich für die Bahn ist die große Zerstörungskraft bei den Automatensprengungen. "Der Schaden ist groß, die Beute klein", fasste Bahnsprecherin Sabine Brunkhorst zusammen. Sie hofft, dass die Farbpatronen potenzielle Täter in Zukunft abschrecken.

Die Tatorte im Überblick

Karte: Geld- und Fahrkartenautomaten

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | 17.02.2016 | 08:00 Uhr