Stand: 01.08.2017 17:05 Uhr

NordLink-Trasse: Spezialschiff verlegt Seekabel

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Auf der "Nexans Skagerrak" haben Arbeiter am Dienstag mit der Verlegung der Seekabel begonnen.

Der Bau der Stromleitung NordLink zwischen Deutschland und Norwegen ist einen wichtigen Schritt vorangekommen: Nahe der südnorwegischen Stadt Flekkefjord haben Arbeiter am Dienstag damit begonnen, die Herzstücke des Projektes - zwei mehrere hundert Kilometer lange Seekabel - auf dem Meeresboden zu verlegen. "Die Arbeiten liegen voll im Plan", sagte Lex Hartman vom Übertragungsnetzbetreiber Tennet. In Deutschland werden die Kabel in der Nähe von Büsum (Kreis Dithmarschen) Land erreichen. Die etwa 520 Kilometer lange Leitung soll den Austausch erneuerbarer Energien zwischen den beiden Ländern ermöglichen.

Karte: Stromleitung NordLink zwischen Deutschland und Norwegen

Windstrom aus Deutschland - Wasserstrom aus Norwegen

Die Kabel haben gemeinsam eine Kapazität von 1.400 Megawatt, das entspricht einem großen Atomkraftwerk. "Auch auf deutscher Seite ziehen wir bereits die Leerrohre für die Kabel unter dem Deich ein", sagte Hartman. Im nächsten Sommer soll die Seekabelverlegung durch das Wattenmeer und die deutsche Nordsee beginnen. Die Kabelenden aus Deutschland und Norwegen werden auf hoher See miteinander verbunden. Die beiden Seekabel wiegen jeweils 52 Kilogramm je Meter und werden vom Kabelverlegeschiff "Nexans Skagerrak" verlegt. Ihm folgt das Offshore-Schiff "Polar King", das die Kabel bis zu zwei Meter tief in den Meeresboden eingräbt.

Die Verbindung nach Norwegen über Land und unter See

Das NordLink-Kabel von Schleswig-Holstein nach Norwegen besteht aus einem 516 Kilometer langen Seekabel. Dazu kommt im nördlichsten Bundesland zwischen Büsum (Kreis Dithmarschen) und Wilster (Kreis Steinburg) ein 54 Kilometer langes, unterirdisches Landkabel und eine 53 Kilometer lange Freileitung auf dem norwegischen Festland.

Im September vergangenen Jahres hatten Schleswig-Holsteins Energiewendeminister Robert Habeck (Grüne) und die norwegische Botschafterin den symbolischen Spatenstich für die gigantische Stromtrasse NordLink gesetzt.

Nach Plan der Betreiber soll Strom nach Norwegen fließen und dort Privathaushalte versorgen, wenn Windanlagen in Deutschland genug Energie produzieren. Die Kraftwerke an den Talsperren in Norwegen können in diesem Fall eine Pause einlegen. Gibt es hierzulande keinen Wind und Bedarf an Energie, soll umgekehrt Strom von norwegischen Wasserkraftwerken zu uns fließen - und bis zu 3,6 Millionen Haushalte beliefern. Nach Angaben des Netzbetreibers Tennet soll die rund zwei Milliarden Euro teure NordLink-Trasse 2019 in den Probebetrieb gehen, die Fertigstellung ist für 2020 geplant.

Weitere Informationen

Dossier: Windenergie in Norddeutschland

Im Mix der erneuerbaren Energien spielt Windenergie die bedeutendste Rolle. Vor allem an den Küsten im Norden Deutschlands kommt die Windenergie zum Zuge. Infos im Dossier bei NDR.de. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 01.08.2017 | 18:00 Uhr

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