Stand: 29.02.2016 20:10 Uhr

Missbrauch nach K.O.-Tropfen: Prozess beginnt

Ein 39 Jahre alter Mann aus dem Kreis Herzogtum Lauenburg soll zwischen Mai 2013 und April 2015 mehreren Frauen heimlich K.O.-Tropfen eingeflößt - und dann Geschlechtsverkehr mit ihnen gehabt haben. Seit Montag muss er sich dafür vor dem Landgericht Itzehoe verantworten. Die Anklage lautet außerdem auf versuchten Mord, weil wegen der hohen Dosis eines der Opfer auch hätte sterben können. "Die Verabreichung von K.O.-Tropfen ist immer eine gefährliche Körperverletzung, weil man die Wirkung nicht einschätzen kann", sagte Maxi Wantzen von der Staatsanwaltschaft Itzehoe dem Schleswig-Holstein Magazin. "Das Gefährliche ist, dass die K.O.-Tropfen, die als Partydroge bekannt sind, auch ganz schnell komatös und tödlich sein können."

K.O.-Tropfen im Bier oder Prosecco

Das erste Opfer war nach Angaben der Staatsanwaltschaft durch Alkohol in einen Koma-ähnlichen Schlaf gefallen. Der Angeklagte soll sich in seiner Wohnung an der Frau vergangen haben. Bei den fünf Opfern danach nutzte der Mann laut Anklage immer K.O.-Tropfen - ins Bier oder in ein Glas Prosecco gemischt. Tatorte waren Stralsund, Lüneburg, Hamburg und bei Elmshorn. Auf Antrag der Verteidiger wurde die Öffentlichkeit für die Vernehmung des Angeklagten ausgeschlossen. Seine sexuellen Vorlieben stellten ein schutzwürdiges Interesse dar.

Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 29.02.2016 | 19:30 Uhr