Stand: 11.01.2016 20:01 Uhr

Ministerin Ernst will Unterrichtsqualität verbessern

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Schleswig-Holsteins Bildungsministerin Britta Ernst will die Qualität des Unterrichts an den Schulen verbessern.

Schleswig-Holsteins Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) will die Qualität des Unterrichts an den Schulen verbessern. Dafür hat sie am Montag ihre Qualitätsstrategie vorgestellt. Ab Februar setzt Ernst auf das sogenannte Schulfeedback. Externe Experten nehmen dafür die Schulen unter die Lupe, geben dann Rückmeldung und diskutieren Lösungswege. Den Anfang machen demnach ein Gymnasium und eine Gesamtschule, die nicht genannt werden wollen. Das neue Verfahren ist für die Schulen freiwillig. Es sei wichtig, sagte die Bildungsministerin, dass Schulen Veränderungen auch mittragen. Es gehe nicht um Kontrolle. Unter den externen Fachleuten, die das Verfahren umsetzen sollen, sei dann auch ein "kritischer Freund", zum Beispiel ein Leiter einer anderen Schule.

Online-Befragungen und Schulbesuche beim neuen Schul-TÜV

Zum Verfahren gehören Online-Befragungen von Lehrern, Schülern und Eltern, Schulbesuche, Interviews und ein Abschlussgespräch mit der Schulaufsicht über Konsequenzen. Denn: Wer an dem Verfahren teilnimmt, muss eine verbindliche Vereinbarung über Konsequenzen aus den Ergebnissen abschließen. Zuletzt war Schleswig-Holstein das einzige Bundesland ohne externe Evaluation.

Leistungstests auch in der sechsten Klasse

Außerdem will die Bildungsministerin die bundesweite Kompetenzmessung, die bisher im 3. und 8. Jahrgang stattfindet, nun auch für die 6. Klassen anbieten. Damit soll besser beurteilt werden können, was Schüler lernen und wie die Qualität des Unterrrichts ist. Ernst kündigte zudem an, dass es vom Herbst an wieder im Zweijahresrhythmus einen Bildungsbericht für Schleswig-Holstein geben wird. Diesen hatte es zuletzt im Jahr 2008 gegeben.

Massive Kritik der Opposition

Nach Ansicht der Opposition liegen die tatsächlichen Probleme der Schulen woanders. CDU-Bildungspolitikerin Heike Franzen sagte: "Es ist kein Wunder, dass an dem Placebo Schulfeedback nur eine Handvoll Schulen teilnimmt". Die Kollegien seien trotz akuten Lehrermangels mit der Integration von Flüchtlingen im Unterricht beschäftigt, während sie noch die Folgen der jüngsten rot-grün-blauen Bildungsreformen abfedern müssten. Franzen warf der Bildungsministerin vor, Probleme konsequent auszublenden und Rahmenbedingungen schönzureden. Auch FDP-Bildungspolitikerin Anita Klahn kritisierte, dass vorrangige Baustellen die Unterrichtsversorgung und der Fachlehrermangel seien.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 11.01.2016 | 18:00 Uhr