Stand: 19.11.2017 18:22 Uhr

Mein bester Freund, der Roboter

von Torsten Creutzburg

Manche Jungs spielen mit acht Jahren am liebsten auf dem Bolzplatz, andere bringen ihrem Meerschweinchen wilde Kunststückchen bei - oder sie bauen sich einfach mal einen Roboter, so wie Finn Karstens. Der heute 13-Jährige aus Bad Segeberg surfte irgendwann mal im Internet herum und gab ein: "Programmieren lernen". Mit Hilfe der angezeigten Videos baut und programmiert er dann seinen ersten Roboter, denn "selbst zu entscheiden, was der Roboter macht, wann ich es möchte und wie ich es möchte" fasziniert ihn.

Viel Technik, viel selbst gemacht auf der "Maker Faire"

Finn will später Programmierer werden

Jetzt steht Finn im zweiten Stock des Kreuzfahrtterminals am Ostseekai in Kiel hinter einer tischgroßen Spielfläche und steuert seinen kleinen Roboter, den er liebevoll "Robi" nennt, weil die offizielle Typenbezeichnung "Lego Mindstorms NXT/EV3" doch ziemlich technisch klingt. Mit seinem "Robi" ist er Mitglied in der Junior Akademy, einem Verein für hochbegabte und technikinteressierte Kinder und Jugendliche. Sie nehmen an zahlreichen Wettkämpfen teil. "Ich war jetzt viermal im Deutschlandfinale", sagt Finn nicht ganz ohne Stolz. Wer das gewinnt, darf zur WRO, der World Robot Olympiad, einer Art olympische Spiele für Roboter, die in unterschiedlichen Disziplinen gegeneinander antreten. Auch wenn es bis dahin noch nicht geklappt hat, für Finn steht eins fest: "Roboter und Technik sind cool und deshalb will ich später auch mal Programmierer werden."

Ein Mann blickt auf einen kleinen Monitor. © NDR Fotograf: Torsten Creutzburg

Was ist los auf der "Maker Faire"?

NDR 1 Welle Nord - Schleswig-Holstein bis 2 -

In Schleswig-Holstein sind zahlreiche Hobbyerfinder zu Hause. Einige von ihnen treffen sich am Ostseekai in Kiel zur "Maker Faire", einer großen Technik- und Tüftlermesse.

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Mit 100 Kilometern pro Stunde um die Pfeiler rasen

Genau gegenüber von Finns Messestand ist ein riesiges Schutznetz gespannt und dahinter ist eine Rennstrecke aufgebaut - aber nicht für Modellautos, sondern für Race-Drones. Die Mitglieder der "Coptoren" aus Kiel gehören auch zu den 300 Ausstellern, die sich und ihr Können auf der "Maker Faire" präsentieren. Mit rasender Geschwindigkeit von bis zu 100 Kilometer die Stunde jagen sie ihre 300 Gramm leichten und handtellergroßen Drohnen um den Parcours und die Betonpfeiler. Dazu tragen die Kumpel Meik und Michelle sogenannte FPV-Videobrillen. "Da wird einem teilweise schon übel, weil es sich anfühlt, als würde man selbst mit an Bord sitzen", beschreibt Meik das Videobild, das die Besucher auf Monitoren live miterleben können.

Zehn Jahre Tüfteln, Basteln, Experimentieren

Von den Hightec-Fluggeräten im Obergeschoss bekommt Lena von der Goldschmiede "McLien" im Erdgeschoss nichts mit. Sie hämmert und feilt und zeigt begeistert, wie man in herkömmlicher Weise aus Silberdraht formschicke Ringe anfertigt. "Die Maker Faire richtet sich an alle, die gern basteln, tüfteln und etwas herstellen. Egal, ob mit Elektrobauteilen oder wie wir mit Silber", sagt sie und hämmert weiter. Entstanden vor zehn Jahren in den USA, entwickelt sich die "Maker Faire" weltweit zu einer immer beliebteren Messe für Technik und Handwerk, die jährlich mehr als 100.000 Menschen besuchen.

Weitere Informationen

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Schleswig-Holstein bis 2 | 18.11.2017 | 12:40 Uhr

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