Stand: 12.02.2016 16:02 Uhr

Mehr als 480 Kilometer durch Kanadas Wildnis

Besonders harte Herausforderungen haben ihn schon immer gereizt: ob Schwimmen durch den Fehmarnbelt und um das Nordkap oder Unterwasser-Fahrradrennen, Marathons und Ironman-Wettbewerbe. Extremsportler Wolfgang Kulow aus Lensahn (Kreis Ostholstein) liebt diese Dinge, die sich außer ihm nur wenige Menschen zutrauen. Auch wenn er nicht immer gewinnt. Musste Kulow die Überquerung des zugefrorenen Baikalsees mit dem Fahrrad vergangenes Jahr noch abbrechen, feierte er bei seinem aktuellem Abenteuer einen Erfolg.

Kulows Kampf gegen Schwäche und Schlafmangel

Fünf Tage fast ohne Schlaf

Beim "Montane Yukon Arctic Ultra" (MYAU) in Kanada kam Kulow in der Kategorie Mountainbike als Zweiter ins Ziel. "Ich bin heil, aber ziemlich kaputt angekommen", sagte er NDR.de nach seinem Wettkampf, der als einer der härtesten Kälte-Extremrennen der Welt gilt. Mit seinem Fatbike, einem Rad mit extra dicken Reifen, legte der 66-Jährige stolze 300 Meilen zurück. Für diese umgerechnet mehr als 480 Kilometer brauchte er vier Tage, 21 Stunden und 25 Minuten - das Ganze bei Temperaturen im zweistelligen Minusbereich. Geradelt wurde im sogenannten Non-Stopp-Rennmodus, das heißt: Schlaf gab es kaum. Als Erster vor Kulow fuhr Florian Reiterberger aus Bayern über die Ziellinie, Platz drei ging an den Australier Tim Sommers.

Immer neue Ziele

Nach den 300 Meilen durch die Wildnis West-Kanadas darf man gespannt sein, was sich Kulow als nächstes einfallen lässt. Denn dass dies sein letztes Abenteuer war, davon ist nicht auszugehen. "Ich setze mir einfach immer andere, neue Ziele", sagte er bei einem Interview mit NDR.de im April 2015. Gleichzeitig betonte er damals, immer großen Respekt vor den Kräften der Natur zu haben: "Ich trage die Verantwortung für mich, aber ich bin nicht selbstmörderisch unterwegs."