Stand: 06.04.2017 05:00 Uhr

Mega-Ausbau der A 7: Hälfte ist geschafft

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Zwischen Bordesholm und Hamburg wird die Autobahn erneuert - die Hälfte ist geschafft.

Auf der A-7-Baustelle zwischen Hamburg und dem Bordesholmer Dreieck geht es gut voran. Am Freitag wird der dritte Bauabschnitt komplett für den Verkehr freigegeben. Nach Angaben der Betreibergesellschaft Via Solutions Nord können Autofahrer dann auch zwischen Quickborn und Kaltenkirchen auf sechs Spuren fahren. Damit ist nach gut zwei Jahren etwa die Hälfte der 65 Kilometer langen Ausbaustrecke fertig, die bis Ende 2018 vom Autobahn-Dreieck Hamburg-Nordwest bis zum Bordesholmer Dreieck auf sechs Spuren ausgebaut werden soll. Die Kosten: 735 Millionen Euro.

Alle mit Baustelle zufrieden

Eigentlich sollte der dritte Abschnitt schon Ende März fertig sein. Die Woche Verspätung ist für den ADAC allerdings kein Grund, die Verzögerung zu kritisieren. Im Gegenteil: Sprecher Ulf Ebert lobte die Betreibergesellschaft für die bisherigen Arbeiten und sprach von einer Baustelle mit Vorbildcharakter. "Die Baustelle ist eine Operation am offenen Herzen, die mit großer Akribie und Sorgfalt durchgeführt wird."

Auch die Landesregierung hat bereits mehrfach die gute Arbeit betont. Die Polizei zieht ebenfalls ein positives Zwischenfazit: Zwar hat es laut den Beamten mehr Unfälle gegeben, aber meistens blieb es bei Blechschäden. Die Zahl schwerer Unfälle sei sogar zurückgegangen. Auch viele Speditionen im Land sind erleichtert: Das befürchtete Verkehrschaos blieb bislang weitgehend aus.

Bagger "knabbern" am Stahlbeton

NDR 1 Welle Nord Hörer und Kranführer Frank Fischer zog ebenfalls ein positives Fazit: "Die Baustellen sind eigentlich gut eingerichtet. Was nervt, ist die rücksichtslose Fahrweise von den Pkw-Fahrern, die schneiden und drängeln." Der schlimmste Stau, in dem er gestanden habe, habe rund eine Stunde gedauert.

Auch die vielen Brückenabrisse liefen ohne Probleme. Viele Bauwerke musste Platz machen, weil sie für die künftige Autobahnbreite von sechs Fahrstreifen und zwei Standstreifen zu kurz waren.

Brückenabriss im Akkord

Neun Vollsperrungen 2017

Auf zwei anderen Abschnitten können Autofahrer bereits auf jeweils drei Spuren in beiden Richtungen fahren, nördlich von Neumünster seit Ende vergangenen Jahres und weiter südlich seit Anfang März. Derzeit werden drei Teilstücke, die bislang als sogenannte Erholungsstrecken dienten, in Baustellen verwandelt.

Bis alle Abschnitte komplett fertig sind, müssen die Autofahrer noch mit zahlreichen Behinderungen zurechtkommen. Allein in diesem Jahr sind nach Angaben von Via Solutions Nord noch mindestens neun nächtliche Vollsperrungen zwischen Hamburg und Neumünster geplant. Sie finden allerdings außerhalb der Schulferien statt - und immer in den Nächten von Sonnabend auf Sonntag. Je zwei Sperrungen kommen im Mai und Juni, gleich vier im September und eine im November.

Lärmschutzdeckel kommt voran

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Nimmt Formen an: der neue Lärmschutzdeckel über die A 7 in Schnelsen.

Auch das anspruchsvollste Projekt der Ausbaustrecke nördlich vom Dreieck Hamburg-Nordwest, der mehr als 500 Meter lange Lärmschutzdeckel in Schnelsen, kommt voran. Die Betonhülle der Westseite steht, der Innenausbau und die Asphaltierungsarbeiten haben begonnen. Zum Ende des Jahres soll der Verkehr durch diese Tunnelhälfte fließen.

Wer Hamburg durchqueren oder umfahren will, wird dies auf absehbare Zeit nicht ohne Einschränkungen tun können. Auch auf der A 7 südlich von Hamburg-Schnelsen wird gebaut. Bei Stellingen entsteht ein weiterer 900 Meter langer Lärmschutzdeckel. Zwischen Stellingen und Volkspark schreitet der Neubau des Westteils der Langenfelder Brücke voran. Auch die 400 Meter lange Querung der Bahngleise wird auf acht Spuren verbreitert.

Ob und wie der Verkehr auf der A 7 momentan läuft, können Sie in den Verkehrsmeldungen für Norddeutschland verfolgen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 06.04.2017 | 07:00 Uhr

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