Stand: 24.03.2016 21:26 Uhr

Meeresforscher auf der Spur der Schwarzen Raucher

Sie gehören zu den großen Rätseln der Tiefsee: Meterhohe Schlote am Meeresboden, aus denen dunkle, heiße Flüssigkeiten austreten und um die sich bisher nicht gekanntes Leben sammelt - die Schwarzen Raucher. Vor etwa 40 Jahren wurde der erste entdeckt und Forscher sind sich sicher, dass sie bisher nur ein Bruchteil aufgespürt haben. Was in diesen Schloten und um sie herum passiert, ist noch nicht vollständig erforscht: Biologen, Geologen und Chemiker haben noch viele Fragen zu klären.

An Bord des Forschungsschiffs "FS Falkor"

Mit Datenbrille auf dem Meeresgrund spazieren

Einige Antworten wollen Wissenschaftler des Geomar-Meeresforschungszentrums von ihrer aktuellen Forschungsfahrt mit der "FS Falkor" mitbringen - oder zumindest die Grundlagen dafür. Sie leiten die Untersuchung eines Unterwasservulkans im Lau-Becken vor Samoa. Hier gibt es viele Schwarze Raucher. "Dort existiert ein etwa 200 mal 200 Meter großes Hydrothermalfeld, dass wir mit neuesten Methoden präzise vermessen wollen, um daraus ein 3-D-Computermodell der Formationen in bisher unbekannter Präzision zu erstellen", erklärt der Fahrtleiter Tom Kwasnitschka. Dieses 3-D-Modell soll später virtuelle Spaziergänge mit einer Datenbrille auf dem Meeresboden ermöglichen.

Wissenschaftler auf privatem Forschungsschiff

Die "FS Falkor" gehört dem "Schmidt Ocean Institute" aus den USA, das 2009 vom Google-Manager Eric Emerson Schmidt gegründet wurde. Die Forscher können das Schiff nutzen, ohne dafür vorher jahrelang Fördergelder einwerben zu müssen. Dafür nimmt Schmidt aber auch direkt Einfluss darauf, wie und wo geforscht wird.

Schwarze Raucher - begehrte Rohstoffquelle

Die Schwarzen Raucher und Modelle davon faszinieren nicht nur Forscher und Meeresbegeisterte, sie sind auch für die Industrie interessant. Die Quellen, aus denen das heiße Wasser kommt, sind voll von Mineralien, aber auch voll von gelöstem Eisen, Mangan, Kupfer und Zink. Und diese Rohstoffe sind begehrt. Erst zwei Felder mit Schwarzen Rauchern sind weltweit zur industriellen Ausbeutung freigegeben. Das Gebiet, das die "FS Falkon" vermisst, ist eines davon. Hier wird noch in diesem Jahr der Abbau von Rohstoffen beginnen.

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Schleswig-Holstein Magazin | 24.03.2016 | 19:30 Uhr