Stand: 01.09.2015 15:30 Uhr

Lautstark gegen das Landesnaturschutzgesetz

Es war ein imposantes Bild: Mehr als 50 Traktoren standen am Vormittag dicht an dicht vor dem Kieler Landeshaus, ein Flugzeug mit einem Protestbanner kreiste über dem Regierungsviertel und mehrere Hundert Demonstranten machten lautstark ihrem Ärger gegen die geplante Reform des Landesnaturschutzgesetzes Luft. Landwirte, Jäger und Imker kritisieren vor allem, dass nicht bestellte Äcker und Felder in Zukunft von jedermann betreten werden dürfen. Nicht-Landwirte könnten kaum erkennen, wann ein Feld eingesät sei und wann nicht, so das Argument der Bauern.

Hunderte Landwirte und eine Trecker-Kolonne

Habeck verteidigt Gesetzesreform

Umweltminister Robert Habeck (Grüne) kann die Kritik an der Gesetzesreform nicht verstehen - vieles sei falsch dargestellt worden. Außerdem betreffe das Gesetz nur einen Bruchteil der Bauern: "98 Prozent des Landes werden ja intensivst bewirtschaftet. Aber wie schützen wir kleine Kulissen? Genau das meine ich, tun wir durch das Gesetz moderat, zielgenau", sagte Habeck, der von den Demonstranten lautstark ausgepfiffen wurde.

Bauernverband hofft auf Änderungen

Bauernverbandspräsident Werner Schwarz sieht das anders. Er zeigte sich nach der Demonstration zufrieden. Viele Abgeordnete seien nach draußen gekommen, um sich die Argumente der Verbände anzuhören, so Schwarz. Er hofft, dass im Laufe der parlamentarischen Beratungen noch einige Änderungen an dem geplanten Gesetz vorgenommen werden.

Kabinett winkt Entwurf durch

Das Kabinett hat für das neue Landesnaturschutzgesetz grünes Licht gegeben - mit der geplanten Lockerung beim Betretungsrecht. Neu aufgenommen wurden nach der Anhörung zwei Punkte im Entwurf: So soll das Anlocken und Füttern von Wölfen verboten werden. Außerdem soll die Errichtung von Windkraftanlagen in Wäldern untersagt werden. Nun wird das Gesetz dem Landtag zugeleitet.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 01.09.2015 | 17:00 Uhr