Stand: 17.06.2015 19:28 Uhr

Landtag kippt Rasseliste gefährlicher Hunde

Die bisherige Rasseliste gefährlicher Hunde wird in Schleswig-Holstein abgeschafft. Das hat der Landtag am Mittwoch mit seiner Zustimmung zur Reform des Gefahrhundegesetzes beschlossen. "Einzelne Rassen von vornherein als gefährlich einzustufen, ist praxisfern und diskriminierend", sagte Oliver Kumbartzky. Entscheidend sei die Haltung eines Hundes. Der FDP-Abgeordnete und seine Parteikollegen hatten das Gesetz angestoßen - nun stimmten sie gemeinsam mit SPD, Grünen und SSW für die Reform. CDU und Piraten stimmten dagegen. Anfang 2016 wird das neue Hundegesetz inkrafttreten.

Wesenstest nach zwei Jahren

Künftig werden Hunde als gefährlich eingestuft, wenn sie auffällig geworden sind, etwa durch Beißattacken. Nach zwei Jahren können sie nach dem Bestehen eines Wesenstests wieder als nicht gefährlich eingestuft werden, so dass der Maulkorbzwang entfällt. Nur wer einen - entsprechend eingestuften - gefährlichen Hund hält, muss einen sogenannten Hundeführerschein mit theoretischer und praktischer Prüfung machen. Wer freiwillig einen solchen Test macht, kann von der Kommune aber bei der Hundesteuer entlastet werden.

Haftpflicht wird zur Pflicht

Weitere Änderungen: Das Züchten von bestimmten Hunderassen ist in Zukunft nicht mehr verboten, sondern nur das Züchten mit dem Ziel, eine höhere Aggressivität zu erreichen. Die bisher erhöhte Hundesteuer für bestimmte Rassen fällt weg. Zudem müssen Hundebesitzer künftig eine Haftpflichtversicherung abschließen. Ausnahmen seien lediglich soziale Härtefälle, erläuterte der FDP-Abgeordnete Kumbartzky.

Strafen bis zu 10.000 Euro

Das neue Gesetz listet zahlreiche Ordnungswidrigkeiten auf. Dazu zählen Verstöße gegen die engen Vorgaben zur Leinenpflicht, gegen die Pflicht, Hundekot sachgerecht zu entsorgen oder eben das Züchten von Hunden mit dem Ziel einer höheren Aggressivität. Solche Vergehen können mit bis zu 10.000 Euro geahndet werden.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 17.06.2015 | 22:00 Uhr