Stand: 23.08.2017 17:16 Uhr

Landeslabor zu Gammel-Eiern: Es ist Schimmel

Nach dem Fund von vergammelten Bio-Eiern in einem Supermarkt in Reinbek und im nördlichen Hamburg liegen jetzt die Untersuchungsergebnisse vor. Wie der Kreis Stormarn mitteilte, haben die Experten vom Landeslabor in Neumünster bestätigt, dass es sich tatsächlich um Schimmel handelt. Andere krankmachende Bakterien habe das Labor allerdings nicht feststellen können, so ein Kreissprecher. Ob der Schimmel für Menschen gesundheitsschädigend ist, soll jetzt eine ausführliche Untersuchung im Hamburger Hygiene-Institut klären. Eine Mitarbeiterin des Kreisveterinäramtes Stormarn sagte NDR 1 Welle Nord, sie habe solch verschimmelte Eier in ihrer langjährigen Berufslaufbahn noch nie gesehen.

Kreis will Anzeige gegen Unbekannt erstatten

Weiter hieß es vom Kreis Stormarn, es gebe keine Hinweise darauf, dass die Bio-Eier abgelaufen waren. Die schimmeligen Eier stammen von einem Hof aus Fahrenkrug (Kreis Segeberg), der diese allerdings zugekauft hatte. Die Besitzer des Hofes hatten in einer Stellungnahme auf ihrer Homepage erklärt, sie seien bei der Lieferung massiv betrogen worden. Der Lieferant habe das Haltbarkeitsdatum der Eier manipuliert. Der Kreis will jetzt Anzeige gegen Unbekannt erstatten. Die Staatsanwaltschaft Lübeck entscheidet dann, ob Ermittlungen aufgenommen werden.

Bio-Eier kommen nicht unbedingt aus der Region

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Dem Geflügelwirtschaftsverband (ZDG) Schleswig-Holstein zufolge ist das Zukaufen von Eiern in der Branche üblich und rechtlich zulässig. Als Grund für den Zukauf von mehr als 7.000 Eiern nannte die Eigentümerin des Hofes in Fahrenkrug eigene Engpässe. Die Eier sollen mehr als 600 Kilometer in Deutschland unterwegs gewesen sein, ehe sie auf dem Hof im Kreis Segeberg landeten.

Verpackung sagt nichts über Herkunft der Eier

Für Schleswig-Holstein lässt sich nicht sagen, wie viele Betriebe aus Schleswig Holstein Eier aus dem In- oder Ausland zukaufen. Laut ZDG gebe es dazu keine Zahlen. Der Verband bestätigte aber, dass es bei Engpässen gängige Praxis sei, dass Betriebe Eier zukaufen. Ebenso unklar ist, wie viele Eier aus anderen Betrieben angeliefert werden. Und: Wer zukauft, muss das nicht außen auf die Packung schreiben. Für den Verbraucher bedeutet das: Das, was auf der Packung steht, ist nicht bindend. Ein Betrieb aus Schleswig-Holstein verkauft nicht zwangsläufig schleswig-holsteinische Eier. Dazu hieß es vom Geflügelwirtschaftsverband: Es sei für die Eierbetriebe zurzeit nicht leistbar, dem Verbraucher auf der Verpackung verbindlich anzuzeigen, woher die Eier kommen.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 23.08.2017 | 13:00 Uhr

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